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von Tobias Schlitzke
 Thorsten Stuckmann (Foto Firo)
Die Saison läuft für Aachen und Torwart Thorsten Stuckmann nicht so, wie es sich beide vorgenommen haben. Nur Platz 13, sieben Punkte Rückstand auf auf Platz 16 statts Aufstiegsträume. In der Saison 2007/08 wechselte der Keeper zu Alemannia Aachen. Ab dem 20. Spieltag war er dann Stammtorhüter der Alemannen. Am 15. April 2009 gab Thorsten Stuckmann bekannt, dass er seinen Vertrag bei Alemannia Aachen bis 2011 verlängert hat.
Er hat den Beruf des Elektrikers erlernt. Sein Vorbild ist Oliver Kahn. 2006 wurde Stuckman vom NFV zum "Niedersächsischen Fußballer des Jahres" gekürt.
torwart.de: Thorsten, nach deiner kurzen Krankheitsphase hast du nun wieder gespielt. Bist du schon wieder bei 100 Prozent?
Thorsten Stuckmann: Ja, aber anfangs habe ich es gemerkt, dass ich eine Auszeit hatte, weil ich zwei Spiele gefehlt habe und gar auch nicht trainieren konnte. Besonders von der Frische. Doch nun passt es wieder.
torwart.de: Wie hast du den alten Fitnessstand denn wieder erreicht?
Stuckmann: Ich durfte einige Tage überhaupt kein Training machen, dann fing ich wieder mit dem Krafttraining an. Auch habe ich besonders versucht, über Torwarttraining wieder ran zu kommen.
torwart.de: Kommen wir auf Euer Team. Mit Platz 13 steht ihr sicherlich nicht dort, was ihr euch vorgenommen hattet.
Stuckmann: Natürlich nicht, aber das geht wohl einigen Mannschaften so. Dem KSC, 1860 München usw. Die Zielsetzung war natürlich anders. Vor allem nach dem letzten Jahr, wo wir vierter geworden sind. Mit dem neuen Stadion im Rücken hatten wir den Wunsch, oben mitzuspielen, davon sind wir deutlich entfernt.
torwart.de: Habt Ihr auch schon die Gründe hinterfragt?
Stuckmann: Es darf nicht als Ausrede gelten, aber wir hatten viele Ausfälle zu beklagen. Auch ich hatte meine Probleme mit kleineren Ausfällen. Das bringt einem natürlich aus dem Rhythmus. Das merkst du dann natürlich an der Qualität, die Amateurspieler machen das zwar gut, aber es fehlen aber auch dann die Leistungsträger, die das Heft in die Hand nehmen und den Unterschied ausmachen.
torwart.de: Macht das den Unterschied zu anderen Klubs aus?
Stuckmann:Klar, Pauli oder Augsburg hatten da natürlich mehr Glück. Aber wie ich meinte, das darf keine Ausrede machen.
torwart.de: Für dich stand David Hohs im Tor. Wie bewertest du seine Leistungen?
Stuckmann: Er hat die Sache ordentlich gemacht, er hat sehr gut gespielt. Man sieht vor allem die Bayer Leverkusen Torwartschule bei ihm. Er hat die letzten zwei Jahre sich enorm verbessert und entwickelt.
torwart.de: War da auch die Gefahr, dass er dich vielleicht verdrängen könnte?
Stuckmann: Darüber habe ich nicht darüber nachgedacht. Seit ich hier bin, habe ich fast 150 Zweitligaspiele gemacht und ich habe die Rückendeckung des Trainers.
torwart.de: Wie zufrieden bist du mit deinen Leistungen in dieser Runde?
Stuckmann: Wir haben alle individuelle Fehler gemacht haben, auch ich. Das wirft uns immer ei Stück nach hinten. Da müssen wir mehr an der Konzentration arbeiten. Fehler sind menschlich, aber in der Häufigkeit dürfen diese natürlich nicht passieren.
torwart.de: War der Druck vielleicht das Problem?
Stuckmann: Der Druck ist relativ schnell von uns gegangen. Im Heimspiel gegen den FC St.Pauli (0:5, die Red.) hat man das in der kompletten Mannschaft gesehen. Wir waren total von der Rolle. Aber natürlich war der Druck vor der Saison da.
torwart.de: Wie schwierig fällt da die Motivation, wenn der Aufstieg in so weiter Ferne ist?
Stuckmann: Ich kann nur für mich sagen, dass ich keine Motivationsprobleme habe. Es soll für jeden eine Ehre sein zu spielen, es geht ja auch um Geld für jeden Einzelnen und den Verein. Wir sind Profis, das ist unser Job. Selbst jeder Kreisligaspieler ist doch motiviert genug zu gewinnen.
torwart.de: Welchen Einfluss hat da Euer Trainer, Michael Krüger?
Stuckmann: Der Trainer hat uns auch wachgerüttelt, besonders nach dem letzten Spiel. Wir saßen mit 10, 11 Spielern lange zusammen und haben die letzte Niederlage aufgearbeitet.
torwart.de: Wie ist dein Eindruck generell von ihm?
Stuckmann: Ich kannte ihn schon aus Braunschweig. Er gibt eine klare Linie vor, doch nicht immer gelingt es uns das umzusetzen. Er arbeitet hart mit uns, was mir gefällt.
torwart.de: In der zweiten Liga gibt es einen Trend zu erfahrenen Torhütern. Worin liegen dafür die Hintergründe?
Stuckmann: Es zeigt, was jeder Torwart sagt, dass man das beste Torwartalter ab 28, 29, 30 hat. Nicht nur Hain oder Jentzsch zeigen das. Mit Miller, Starke oder auch mit mir spielen Torhüter, die allesamt auch wissen, dass es noch nach oben gehen kann. Ich sehe zum Beispiel viele Sachen gelassener, als noch mit 24 und gehe auch mit Niederlagen anders um.
torwart.de: Sind junge Torhüter also weniger gefragt?
Stuckmann: Fürth probiert es ja gerade mit Max Grün. Aber ich glaube, dass die zweite Bundesliga doch etwas anders funktioniert. Man wirft in der ersten Liga doch wohl eher einen jungen Torhüter rein. In der zweiten Liga geht doch eben mehr über Erfahrung.
torwart.de: Bisher blieb dir noch ein Erstligaspiel verwährt. Wie nah ist dieser Traum noch?
Stuckmann: Ich bin ja vor zweieinhalb Jahren hierher gekommen, um es vielleicht doch noch mal nach oben zu schaffen. Dieses Jahr ist es wohl vorbei, aber die nächsten Jahre kann es sicherlich noch klappen.
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