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Axel Klopprogge - "hautnah" bei torwart.de (25.03.09)
„Für die Chinesen ist Oliver Kahn ist eine Art westlicher Krieger“

Axel Klopprogge

Im vergangenen Jahr tourte der Titan durch China und begeisterte die Massen. Medienmanager Axel Klopprogge erläutert im torwart.de-Interview, warum Oliver Kahn gerade in Asien einen so hohen Stellenwert genießt und wie beide Seiten davon profitieren.

torwart.de: Es ist für uns ja wirklich unvorstellbar, welchen Stellenwert Oliver Kahn in China oder speziell in Asien hat. Woher kommt das und welche Faktoren spielen dabei eine Rolle?

Axel Klopprogge: Es ist einfach Olivers Persönlichkeit. Es hat ihm beispielsweise jemand einen zwei Meter großen Banner mit den Worten „Tiger Kahn, immer aufrecht, geradeaus und immer ehrlich“ gewidmet. Das zeigt, dass er hier ein extrem sauberes Standing hat und einen großen Stellenwert genießt.

torwart.de: Bei uns in Deutschland polarisiert Oliver Kahn erheblich. Manche reiben sich an ihm und andere verehren ihn. Wie ist das in Asien?

Klopprogge: Das ist doch gerade in Deutschland immer so: Wer groß ist, hat auch viele Neider. Was bemerkenswert ist, dass Deutsche, die hier in China leben, einen ganz anderen Eindruck von ihm gewinnen. Ich kann ohnehin nicht verstehen, dass irgendjemand etwas Ablehnendes gegen Oliver Kahn haben könnte. Es hat mich wirklich beeindruckt, dass er hier, trotz der vielen Termine, so ruhig geblieben ist. Er hat mit Engelsgeduld und viel Herzlichkeit Autogramme gegeben und hat sich wirklich um die Menschen gekümmert. Es kam nicht ein widerwilliges Wort über seine Lippen. Das war schon bewundernswert.

torwart.de: Kaum jemand kann sich hierzulande an Bilder erinnern, auf denen Oliver Kahn mit Kindern oder Jugendlichen zu sehen ist. Ist das für ihn auch Neuland?

Klopprogge: Das kann ich mir nicht vorstellen. Soweit ich weiß gab es auch in Japan, Süd-Korea und auch Deutschland derartige Aktionen. Zudem kann man den erfahrenen Vater in ihm erahnen, er hat sich wirklich mit einer bewundernswerten Freundlichkeit präsentiert. Ich denke nicht, dass es eine grundsätzlich neue Seite an ihm ist, sie kam vielleicht bisher nur aus zeitlichen Gründen nicht so zum Tragen.

torwart.de: Wann entstand die Idee, so einen Event in Asien zu veranstalten?

Klopprogge: Ich war in eine Geschichte involviert, die man als „China sucht den Superstar“ bezeichnen könnte. Dann kam plötzlich die Idee, so ein Konzept auf den Fußball zu übertragen. Gemeinsam mit Olivers Management haben wir das Konzept spezifisch für den chinesischen Markt entwickelt. Oliver hatte vorher schon eine Trainings-DVD vorbereitet. Uns war dabei vor allem eine gewisse Nachhaltigkeit wichtig.

Als guter Fußballer und Torwart verschwindest du nicht so einfach von der Bildfläche wie beispielsweise ein „Superstar-Kandidat“. Der Mensch Oliver Kahn hat einfach etwas zu sagen und verschafft sich dadurch viel Respekt. Er ist einfach eine Lichtgestalt, von dem viele sicherlich etwas lernen können. Auch weil er die Philosophie der Chinesen oder gerade auch der Japaner vertritt: Langfristiges, akribisches, hartes und vor allem diszipliniertes Arbeiten. Einer seiner Maximen lautet ja: Talent ohne harte Arbeit ist nichts wert.

torwart.de: Wurde Oliver Kahn vor diesem Projekt extra gecoacht oder wie hat sich das genau entwickelt?

Klopprogge: Ich glaube, Oliver Kahn ist einer der Letzten, der vor so einer Aufgabe gecoacht werden müsste. Die Menschen haben hier keine Vorurteile, wie es in Deutschland vielleicht der Fall ist. Die Menschen respektieren viel mehr die Dinge, die Oliver sagt. Und diese Dinge wollen wir hierzulande zunächst primär im Internet oder dann auch im Fernsehen den Menschen näher bringen.

torwart.de: Was ist genau das Ziel dieser Aktion? Soll Oliver Kahn den Chinesen medial näher gebracht werden?

Klopprogge: Das ist eigentlich gar nicht mehr nötig. Es geht vielmehr darum, den asiatischen Fußball weiterzuentwickeln. Oliver Kahn hat die Position des Torwarts zu dem gemacht, was sie heutzutage ist. Gerade bei der WM 2002 in Asien hat man gesehen, dass auch ein Torwart seine Mannschaft weit nach vorne bringen kann und wie wichtig diese Position ist. Daran können sich nicht so erfolgreiche Nationen orientieren. Denn es ist schon erstaunlich, dass gerade den Torhütern in diesen Nationen nicht der Stellenwert zukommt, der ihnen zukommen sollte.

Das gilt selbstverständlich für ganz Asien, denn im asiatischen Raum fehlt leider noch die Ordnung oder oftmals die Basis, die Nachwuchsarbeit ist mit der in Deutschland einfach nicht zu vergleichen. Oliver liebt den Fußball und daher geht es auch nicht um die Person Oliver Kahn, sondern lediglich darum, dass er sein ganzes Wissen mitteilt. Das liegt ihm hauptsächlich am Herzen.

torwart.de: Er möchte den Menschen in Asien also etwas zurückgeben?

Klopprogge: Ich glaube, er möchte sagen: „So kann man das machen – oder so habe ich das gemacht“, ohne dabei als Besserwisser aufzutreten. In der chinesischen Tradition spielt ein erfolgreicher Krieger immer eine große Rolle. Oliver Kahn ist sozusagen ein „westlicher Krieger“, denn mit seiner Mentalität vertritt er eine ganz bestimmte Strategie. Deshalb ist Oliver Kahn so anerkannt in China, da er die chinesische Philosophie auf den Sport überträgt. Auch, weil Torhüter oftmals eine andere „Spezies“ sind und immer Stärke demonstrieren müssen, kommt er hier so gut an.

torwart.de: Wird Oliver solche Events in Zukunft häufiger machen?

Klopprogge: Er wollte sich das erst einmal anschauen, um ein Gefühl für den Nachwuchs zu bekommen. Zwischen so vielen Menschen müssen schließlich ein paar Talente schlummern und denen könnte er eine Plattform geben, um auf sich aufmerksam zu machen. Wir haben angefangen, Trainingsinhalte übers Internet anzubieten. Im nächsten Jahr wollen wir das dann auf das Fernsehen übertragen. Diese Sendung soll sich zu 100 Prozent um den Torwart drehen.

torwart.de: Wie sieht das dann genau aus?

Klopprogge: Jede Woche wird eine neue Spezialübung von Oliver ins Internet gestellt, die der Zuschauer zu Hause dann nachmachen kann. Anhand dieser Übungen können anschließend Videos eingeschickt werden, die wir uns dann ansehen. Vielleicht lassen sich ja ein paar Talente finden. Also eine Talent-Plattform, bei der endlich mal echtes Talent gefordert ist (lacht).

Es ist einfach eine Weiterentwicklung und eine kleine Talentschmiede. Außerdem bietet es eine Plattform für die heimischen Teams, um die Nachwuchsarbeit zu fördern. China strotzt nämlich vor Energie, denn die Jugendlichen sind neugierig und entwickeln somit eine eigene Dynamik. Dieses Konzept könnte auch, bei richtiger Umsetzung, auf der ganzen Welt laufen. Man wird sehen, was die Zukunft bringt.

torwart.de: Welches Resümee hat Oliver Kahn aus dieser Reise gezogen?

Klopprogge: Er meinte, er habe noch nie so ein hartes, aber lohnendes Event erlebt. Er war aber immer ganz relaxt und sehr entspannt. Doch es gibt hier viel zu tun, das hat er bei der ersten Trainingssession auch gemerkt. Er kann hier viel bewirken und bewegen.

torwart.de: Konzentriert sich Oliver Kahn nach seiner Karriere speziell auf China oder eher global?

Klopprogge: Die Chemie muss ganz einfach stimmen. Zwischen Deutschland und China gibt es einfach viele Parallelen und es herrscht eine gewisse Grundsympathie zwischen den beiden Nationen. Die Chinesen wissen viel über Deutschland und die deutsche Kultur. Daher ist ein Engagement in China besonders interessant. Aber ich glaube generell werden Asien und Länder wie Japan, Süd-Korea oder auch Vietnam sehr spannend für ihn sein.

torwart.de: Bereut ein Oliver Kahn es, niemals im Ausland gespielt zu haben?

Klopprogge: Nein, definitiv nicht. „Ich war beim besten Verein der Welt“, hat er uns noch einmal versichert.

torwart.de: Die Bundesliga tut sich schwer, in China ein Bein auf den Boden zu bekommen. Ist Oliver Kahn das Zünglein an der Waage?

Klopprogge: Keine Ahnung. Die Vermarkter der Bundesliga, sind im Gegensatz zu den amerikanischen oder englischen Vermarktern zu verschlafen. Die NBA hat es mit viel Werbung in kürzester Zeit auf den ersten Platz geschafft. Die deutsche Bundesliga schläft so auf dem Platz 23 der Zuschauergunst vor sich hin. Auf jeden Fall ist die Person Oliver Kahn und sein Projekt von weit höherem Interesse hier in China. Das zeigen auch beeindruckende Zahlen von seinem ersten Besuch. Oliver hatte bei seinem Webcast über 162.000 Leute im live-Chat room. Der größte Sender Chinas (CCTV 5) brachte ein 8 Minuten Special (Oliver Kahn in China) zur Topsendezeit. Über 140 Presse releases hatten wir nur an einem einzigen Tag. Ich glaube Oliver kann dem Fußball hier in China neue Impulse verleihen.

 


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