| Home > Magazin > Magazin-kompakt 11/12 > Bundesliga > BL: Die jungen Wilden
von Tobias Schlitzke
 Oliver Baumann (Foto: Firo)
Vor einigen Jahren überraschte eine neue, junge Torwartwelle die Bundesliga. René Adler und Manuel Neuer standen sinnbildlich für diese Generation. Nun steht eine neue Generation bereit: Kevin Trapp, Ralf Fährmann, Ron-Robert Zieler, Marc ter Stegen oder Oliver Baumann sind dabei die Protagonisten.
Bundestorwarttrainer Andy Köpke hatte sich vor kurzem in der „Sport-BILD“ über die Situation der Keeper der Nationalelf geäußert. An Neuer, Adler und Wiese möchte er nicht rütteln: „Wir haben überhaupt keine Veranlassung etwas zu ändern. Es sei denn, einer der drei würde sich verletzen.“ Dennoch: Auf dem Radar von Köpke sind die neuen „jungen Wilden“ aber garantiert. Vor allem das „Selbstverständnis“ und die „Ruhe“, die die jungen Keeper ausstrahlen. Beeindruckt Köpke.
Der Trend in der Bundesliga geht deutlich zu jüngeren Torhütern. Der „kicker“ stellte im letzten Jahr mehrmals fest, dass das Durchschnittsalter der Torhüter so jung wie noch nie ist. War es vor einigen Jahren meistens noch eine Mischung aus Neugier und Notwendigkeitsmaßnahme zu einem jungen Mann zu greifen, ist es heute das pure Vertrauen in den Nachwuchs. Gab es vor einigen Jahren noch Beispiele von Torhütern, die gerade mal ein Bundesliga-Spiel machten und dann in der Versenkung des Amateur-Fußballs verschwanden, hat man heute mehr Vertrauen in den Nachwuchs und verzeiht auch Fehler. Bestes Beispiel ist dafür Sven Ulreich (VfB Stuttgart). Der Torwart durfte nach seinem Nummer-eins-Aufstieg und Wieder-Abstieg zur Nummer zwei wieder als Nummer eins aufrücken. Diesen Status bestätigte er nun im zweiten Anlauf.
Was aber vor allen Dingen beim deutschen Torwartnachwuchs auffällt ist die saubere Technik im Torwartspiel und die offensive Spielweise. Linientorhüter haben ausgedient, gut Fußball können mittlerweile alle jungen Torhüter spielen. Beidfüßigkeit ist ohnehin Standard. So dürfen sich die jungen Keeper um Trapp, Fährmann und co. durchaus noch Hoffnung auf die EURO 2012 machen – sollte einer der gesetzten Schlussleute doch noch ausfallen. Die Klasse dazu haben sie alle.
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