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BL - "kompakt" bei torwart.de

Hubschrauber-Einsatz

von Alex Raack


T. Wiese (Foto Firo)

Tim Wiese hat es gerne ruhig. Dann kann er sich ganz seinem Hobby widmen: Modellflugzeuge zusammenbasteln und in den Bremer Himmel schicken. Die Bundesliga ist ja immer wieder für Überraschungen gut. Tim Wiese, der Mann mit den merkwürdigen Haaren im Tor von Werder Bremen, der personifizierte Macho, schraubt nicht etwa an überteuerten BMW-Karossen herum, sondern an feinteiligen Modellflugzeugen.

Und noch etwas hat am Wochenende überrascht: Werder Bremen kann »zu Null« spielen. Sonst Schießbude und Schützenkönig der Liga zugleich, spielte Werder gegen die Bayern aus München 0:0. Einfach so. Das hat es wahrscheinlich seit den Tagen der Bremer Übergangstrainer Aad de Mos, Wolfgang Sidka und Co. nicht mehr gegeben. Am Ende des Spitzenspiels waren sich alle Beobachter sicher: Schuld an der Nullnummer am dritten Spieltag waren nicht etwa Sidka und de Mos, sondern Torwart Tim Wiese.

Der flog zeitweise durch die Gegend wie seine modellierten Hobby-Himmelsstürmer und blieb den Zweikämpfen gegen die Münchener Angreifer cool wie Eis. Vielleicht hat es Wiese, diesen Dauerkritiker, auch nur motiviert, dass man in seinem Verein endlich auf die seit Jahren schwelenden Probleme in der Bremer Verteidigung reagiert hat und mit Mikael Silvestre einen erfahrenen Mann für die Außenbahn verpflichtet hat. Der routinierte Franzose, 2008 noch Champions League Sieger mit Manchester United, machte zwar kein überragenden Spiel, war aber möglicherweise dennoch moralische Stütze für seinen Torwart. Vielleicht sieht man die beiden ja bald an der Weser Drachen steigen lassen. Wäre mal was Neues.

Im Höhenflug befindet sich derzeit auch Tom Starke. Der Torwart der TSG Hoffenheim, vor der Saison frisch zum Klub im Kraichgau gestoßen, war gegen Schalke 04 einer der besten Spieler seiner Mannschaft und verhalf der TSG mit seinen Paraden zum dritten Sieg im dritten Spiel. Eine beeindruckende Bilanz. Viermal versuchten es die Schalker um den bemühten Superstar Raul, zweimal gar Neuzugang Huntelaar aus aussichtsreicher Position, doch Starkes Tor blieb 90 Minuten lang unberührt. Eine gute Leistung durften 30 000 Zuschauer in Sinsheim auch von Nationalkeeper Manuel Neuer sehen. Bloß: Der ist mit seinen Schalkern nach null Punkten aus drei Spielen mittendrin in der ersten Minikrise der Saison.

Ganz andere Probleme hat HSV-Oldie Frank Rost. Im Spiel gegen den 1. FC Nürnberg zog sich der Routinier bei einem Zusammenprall mit Julian Schieber eine Fleischwunde am Knie zu. Der 400. Bundesligaeinsatz, ausgerechnet im Hamburger Stadtderby gegen den FC St. Pauli am kommenden Wochenende, ist damit akut gefährdet. Immerhin: Schon am Sonntag konnte die medizinische Abteilung Entwarnung geben, die Bänder im Knie blieben unberührt. Jetzt muss sich zeigen, wie gut das Heilfleisch des HSV-Torstehers noch ist. Verheilt die Wunde am Gelenk nicht rechtzeitig, wird wohl Ersatzmann Jaroslav Drobny zu seinem HSV-Debüt kommen.


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