| Home > Archiv > 3. Magazin kompakt-Archiv > 3.1 Magazin-kompakt 10/11 > Bundesliga > BL: Keine Sorgen auf der 1
von Alex Raack
 O. Baumann (Foto Firo)
Nein, um unseren Nachwuchs müssen wir uns keine Sorgen machen. Jedenfalls nicht, wenn es um die Torhüterposition geht. Alle halbe Jahre scheint ein neuer Stern am Keeper-Himmel aufzugehen, am vergangenen Wochenende war es Oliver Baumann vom SC Freiburg, dessen Schweif durch die Liga zog. Mit aufregenden Paraden und einer für einen 20-Jährigen beeindruckenden Dominanz zwischen den Pfosten, beeindruckte der U-21-Nationalspieler auch die Experten vom »kicker« – sie wählten Baumann in ihre »Elf des Spieltags«.
Bereits vor einer Woche hatte Baumann gegen Stuttgart ein tolles Spiel abgeliefert, kein Zweifel: Der Ersatzmann von Simon Pouplin hat seine Chancen genutzt. Ersatzmann? Richtig gehört, und dabei wird es vorerst auch bleiben, wie Freiburg-Trainer Robin Dutt bestätigte: »Simon bleibt klar die Nummer 1. Für Oliver Baumann war es das zweite tolle Spiel, aber Pouplin hat über zwei Jahre toll gehalten. Mit ihm sind wir aufgestiegen und haben die Klasse gehalten.« Das ehrt den Freiburger Trainer, denn die verheißenden Auftritte junger Ersatzleute haben in der Vergangenheit schon häufig dazu geführt, dass verdiente Routiniers nach nur wenigen Spielen Verletzungspause plötzlich von einem jüngeren Konkurrenten verdrängt wurden. Fragen sie mal bei Jörg Butt und Frank Rost nach. Baumann hat bewiesen, dass er zu Recht seit einigen Jahren in den deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften auftaucht. Transfermarkt.de beziffert seinen Wert auf 400.000 Euro. Verkaufen will ihn der SC vorerst aber natürlich nicht. »Wir sind sehr froh, zwei solch hervorragende Torhüter zu haben«, fügte Robin Dutt seinem Vertrauensbeweis gegenüber Simon Pouplin an. Mit diesen warmen Worten wird sich Oliver Baumann wohl erstmal begnügen müssen.
Daniel Haas kann einem Leid tun. Seit Jahren kämpft der Torwart um einen Stammplatz bei der TSG Hoffenheim, seit Jahren scheitert er an seinem Vorhaben. Es gibt viele, die sagen: Haas ist einfach nicht gut genug für einen der begehrten 18 Plätz in Deutschlands Eliteklasse. Haas will das Gegenteil beweisen. Nun erhält er wieder eine Chance. Weil Stammtorwart Tom Starke, vor der Saison explizit als Nummer 1 verpflichtet, wegen einer Wadenzerrung ausfällt, stand Haas gegen Kaiserslautern im Tor – und machte eine gute Figur. Schon kommen die Kampfansagen. »Gegen die Bayern sehe ich auch eine gute Chance, mich mal wieder in Szene zu setzen«, lässt der Torwart vor dem Spiel gegen die Münchener in der englischen Woche verlautbaren. Daniel Haas und der nächste Versuch – es bleibt weiterhin spannend.
Spannend war es nicht, was am Samstag in Stuttgart passierte, dafür aber äußerst belustigend. 7:0 gewann die Mannschaft von Trainer Christian Gross gegen Borussia Mönchengladbach. Deren Torwart Logan Bailly erlebte einen Alptraum. »Peinlich und lächerlich«, beschrieb Borussia-Coach Michael Frontzeck das Spiel seiner Mannschaft und meinte damit sicherlich auch den überforderten Torwart aus Belgien. Sonst ein abgeklärter Schlussmann, zappelte Bailly gegen Stuttgart genauso unruhig durch den Strafraum wie seine Vorderleute. Sieben Gegentore – Bailly wird eine schlaflose Nach gehabt haben. Gleich morgen können Borussia und Bailly ihr »peinliches« Auftreten wieder wettmachen. Dann geht es am Mittwochabend gegen Aufsteiger FC St. Pauli.
 |