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von Alex Raack
 R. Fährmann (Foto Firo)
Kann man in einem Spiel zwei Elfmeter parieren und trotzdem absteigen?
Ralf FährMANN kann. Der Torwart von Eintracht Frankfurt machte im letzten Saisonspiel gegen den Deutschen Meister Borussia Dortmund das womöglich beste Spiel seiner Karriere. Schade nur, dass es gleichzeitig das traurigste Spiel seines Lebens war. Denn weil zwar der Torwart, nicht aber der Rest der Mannschaft erstligareif spielte, muss Eintracht Frankfurt in die 2. Bundesliga.
Es mag paradox klingen, aber trotzdem könnte diese Partie für Fährmann ein Karrieresprungbrett gewesen sein. Denn bislang galt der junge Mann, der aus Gelsenkirchen nach Frankfurt gewechselt war, zwar ein talentierter Schlussmann, aber weil er bei der Eintracht nicht am Routinier Oka Nikolov vorbeigekommen war, durfte sich die deutsche Fußball-Öffentlichkeit nicht von seinen Fähigkeiten überzeugen. Die für die Eintracht entscheidende Begegnung gegen Dortmund war das bisher größte Spiel in Fährmanns Karriere. Bravurös hielt er dem Druck stand: Schon nach zehn Minuten parierte er einen anständig geschossenen Elfmeter von Lucas Barrios, später ließ er Dortmunds Torjäger und dessen Kollegen weitere Male verzweifeln. Weil aber der BVB nicht damit aufhörte, weitere Chancen zu produzieren, war Fährmann dann doch irgendwann geschlagen. Am Schuss von Barrios hatte er zwar seine Finger dran, doch verhindern konnte er das Gegentor nicht mehr. Dann wurde es kurios: Dortmund führte bald mit 2:1, als Schiedsrichter Peter Gagelmann einen weiteren Elfmeter für den BVB gab. Diesmal durfte sich Dede am Strafstoß versuchen, in seinem letzten Spiel für den BVB sollte sich der Brasilianer mit einem Tor verabschieden. Das wäre dann allerdings doch etwas zu kitschig geworden, jedenfalls für Ralf Fährmann, der auch diesen Elfmeter abwehren konnte. Dann fiel das 1:3 und die Partie war vorbei. Zwei Elfmeter gehalten, ein unglaublich gutes Spiel gemacht und trotzdem abgestiegen – es war zum Heulen. Jedenfalls für Ralf Fährmann und Eintracht Frankfurt.
Und der Eintracht dürfte bald noch mehr zum Weinen sein: Wie Fährmanns Berater Dirk Lips gegenüber dem »kicker« erklärte, gilt dessen Vertrag nur für die 1. Bundesliga. Durch den Abstieg ist der hochveranlagte Torwart nun ablösefrei. Wenig spricht dafür, dass Fährmann mit den Frankfurtern in die 2. Bundesliga geht. Eine mögliche Option wäre tatsächlich Fährmanns Ausbildungsverein Schalke 04. Der Pokalfinalist hat seinen Wundermann Manuel Neuer ja offenbar schon an Bayern München verloren. Und dass auch Ralf Fährmann zu äußerst ansprechenden Leistungen im Stande ist, hat er ja nun hinlänglich bewiesen...
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