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Pavlos Wiegels: „Im Futsal ständig unter Spannung“

von T. Schlitzke


Pavlos Wiegels (Foto: DFB)

Pavlos Wiegels ist mittlerweile der erste Nationaltorhüter der deutschen Futsal-Auswahl. Bei den beiden ersten offizieleln Futsal-Länderspiel der DFB-Geschichte stand der 22-Jährige im Tor. Torwart.de sprach mit dem Berliner über die Unterschiede zum Fußball und die Chancen des Sports!

torwart.de: Pavlos, wie bist du zum Futsal gekommen?

Pavlos Wiegels: Ich habe bei Viktoria Berlin in der U23 gespielt, als mich der Betreuer der dortigen Futsalmannschaft kontaktiert hatte. Der Torwart war rotgesperrt und so bin ich dann ohne jegliche Vorkenntnisse eingesprungen. Wir waren dann auch in dieser Saison relativ erfolgreich (u.a. Halbfinale DM gegen Schwerte) und so bin ich dran- und dringeblieben

torwart.de: Wieso hat es bei dir nicht ganz nach oben gereicht?

Wiegels: Ich habe schon früh im Fußball gemerkt, dass es nicht bis in die Bundesliga reicht. Ich war einfach nicht konstant genug - anders als im Futsal hat man im Fußball als Torwart oftmals über längere Zeit nichts zu tun. Im Futsal stehe ich immer unter Spannung, das ist genau das Richtige für mich. Außerdem habe ich mit 1,82m nicht unbedingt ein Gardemaß, wenn man mich mit den Profitorhütern vergleicht.

Infos zu Pavlos Wiegels:
  • Nationalität: deutsch
  • Geburtstag: 24.07.1994
  • Größe (cm): 182
  • Länderspiele Futsal-Nationalmannschaft: 2

torwart.de: Was ist der besondere Reiz für dich am Futsal?

Wiegels: Es gibt viel mehr Torszenen in denen man sich auszeichnen kann. Mehr Eins-Gegen-Eins Situationen und mehr Schüsse aus der zweiten Reihe. Als Torwart muss man immer wachsam sein, denn es könnte jederzeit dazu kommen, dass man eingreifen muss. Im Futsal ist der Torwart ähnlich wie beim Handball unheimlich wichtig. An manchen Tagen kann man als Torwart ein Spiel im Alleingang entscheiden.

torwart.de: Wie unterscheidet sich das Torhüterspiel von dem im normalen Fußball?

Wiegels: Man hat ganz andere Bewegungsabläufe als im Fußball. Es wird viel weniger gesprungen und dafür umso mehr mit den Beinen gearbeitet. Man versucht immer auf den Beinen zu bleiben, um sich nicht aus dem Spiel zu nehmen.

torwart.de: Was können Futsaltorhüter besser als "normale Keeper"?

Wiegels: Meiner Meinung nach Eins-Gegen-Eins Situationen. Im Fußball sehe ich oft wie Torhüter beim Eins-Gegen-Eins getunnelt werden, wenn sie den Winkel verkürzen, dass sollte dir als Futsaltorhüter nicht passieren, denn es ist in dieser Situation die einzige Möglichkeit für den Angreifer ein Tor zu erzielen. Das wird auch jeden Tag trainiert.

torwart.de: Wie oft trainiert ihr und gibt es spezielles Torhütertraining?

Wiegels: Wir trainieren jeden Tag. Zusätzlich habe ich zwei bis dreimal TW-Training. Ich habe das Glück, dass ich mit Jesus Lopez Garcia einen ehemaligen LNFS (1. spanische Futsal-Liga) Torhüter als Trainer habe, der mir aus seiner Erfahrung als Profi viel beibringen kann.

torwart.de: Ist die Verletzungsgefahr in der Halle größer als im Feld?

Wiegels: Nein da man ohne Stollen und immer auf ebenem Untergrund spielt.

torwart.de: Du trägst keine Handschuhe. Wie kannst du das erklären?

Wiegels: Da scheiden sich die Geister: Manche Futsal-Torhüter tragen Handschuhe und manche nicht. Ich trage keine Handschuhe, da ich so ein viel besseres Ballgefühl habe und meine Mitspieler zielgenauer anwerfen kann.

torwart.de: Was machst du, wenn du kein Futsal spielst?

Wiegels: Ich studiere im 2. Jahr VWL in Berlin! Das ist meien Hauptbeschäftigung.

torwart.de: Wie war die Erfahrung für dich beim World University Championships (WUC) in Goiânia?

Wiegels: Überragend es war das erste Mal für mich dass ich mich mit internationalen Gegnern messen und auch deren Niveau hautnah mitbekommen konnte (vor allem Russland und Brasilien). Außerdem hat man den Stellenwert den Futsal in Brasilien zu sehen bekommen, was beeindruckend war. Im Viertelfinale haben wir vor ca. 3000 Zuschauern gespielt, da geht einem als Sportler einfach das Herz auf und das macht mir auch Hoffnung für die Zukunft des Futsals in Deutschland .

torwart.de: Aktuell ist Futsal Keeper für dich ein "Hobby". Glaubst du, dass du eines Tages davon leben kannst?

Wiegels: Dafür trainiere ich Tag für Tag. Ich werde weiter dranbleiben und mit etwas Glück kann ich die Früchte meiner Arbeit irgendwann ernten.

torwart.de: Wie sehr freust du dich über die Nominierung zur Nationalmannschaft?

Wiegels: Sehr es ist eine große Ehre für mich im Kader für das 1. Länderspiel zu sein und den Adler auf der Brust tragen zu dürfen. Ich bin der Meinung das dieses Spiel für den deutschen Futsal einen historischen Wert haben kann und auch nochmal einen wichtigen Push in die richtige Richtung gibt.

torwart.de: Wie siehst du das Niveau in Deutschland im Vergleich zu anderen Nationen?

Wiegels: Das Niveau in Deutschland ist noch ausbaufähig. Der richtige Schritt wäre die Gründung einer Futsal Bundesliga, da würde man jedes Wochenende spiele auf hohem Niveau zu sehen bekommen und die Vereine könnte damit auch die so wichtigen Sponsoren an Land ziehen.

torwart.de: Danke dir!

Wiegels: Gerne und bis bald!

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