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B. Pliquett: "Es fehlt an Menschlichkeit"

von  Tobias Schlitzke

B. Pliquett (foto firo)

Benedikt Pliquett spielte beim SSC Hagen Ahrensburg und dem VfL Oldesloe, bevor er 2000 für dreieinhalb Jahre zu den Amateuren des Hamburger SV wechselte. Nach fünf Monaten beim VfB Lübeck II wechselte der 199 cm große Torwart 2004 zum FC St. Pauli. Im Januar 2010 verlängerte Pliquett seinen Vertrag um zwei Jahre bis zum Ende der Saison 2011/12.Beim 1:0-Sieg des FC St. Pauli im Stadion des HSV am 16. Februar 2011 debütierte er in der höchsten deutschen Spielklasse.

torwart.de: Der Tritt gegen die Eckfahne hat große Wellen geschlagen: Hättest du das so gedacht?

Bene Pliquett: Keineswegs, da dies ja eine sehr gängige Jubelgeste ist. Ein Fotograf hat es gut getroffen und dann ziehen sich die Leute an sowas hoch und interpretieren da was rein.

torwart.de: Nun ist der Hype um deinen Auftritt etwas verblasst. Haben die Reaktionen dich etwas überrascht?

Pliquett: Ich spiele nicht Fußball um in der Presse zu stehen oder an irgendeinem Hype zu partizipieren.

torwart.de: Bekam dein Trikot dieses Spieltages einen besonderen Platz?

Pliquett: Nein.

torwart.de: Erwartest du noch einmal einen solchen Einsatz wie gegen den HSV?

Pliquett: "so" einen Einsatz wird es nie mehr geben, aber ich gehe stark davon aus, noch diese Saison zu weiteren Einsätzen zu kommen.

torwart.de: Kann diese Geste auch Vorbild für andere Trainer im Sinne ihrer Torhüter sein?

Pliquett: Ich glaube kaum, dass es so etwas nochmal gibt, da fehlt den meisten die Menschlichkeit. Hinzu kommt aber, dass der Trainer das ja auch nicht als nette Geste gemacht hat, sondern sich eine Reaktion davon erhofft hat und auch wusste, dass er sich auf mich verlassen kann.

torwart.de: Du bist seit vielen Jahren beim FC St. Pauli, aber nicht Stammkeeper. Wie konntest du dich immer wieder motivieren?

Pliquett: Ich liebe den Sport und den Verein und habe immer an mich geglaubt und will immer besser werden.

torwart.de: Du hast nie öffentlich Ansprüche gestellt. Wieso?

Pliquett: Weil ich kein kleines Mädchen bin, dem man die Puppe geklaut hat! Mir geht es ausschließlich darum mit meiner sportlichen Leistung zu überzeugen ohne mich verbiegen zu müssen und meinen Prinzipien treu zu bleiben.

torwart.de: Was bedeutet der FC St. Pauli für dich?

Pliquett: Viel. Ich wohne und lebe hier. Ich liebe den Verein mit all seinen Facetten.

torwart.de: Deine Torwarttechnik ist sehr unorthodox. Wer war dein Lehrmeister?

Pliquett: Ich würde nicht "unorthodox" sagen, mir wir nur immer wieder von den Trainern attestiert, dass ich in der Lage bin sehr schwere und wichtige Bälle zu halten, das kann schon mal "anders" aussehen. Dabei versuche ich aber immer sachlich zu sein und keine unnötigen Showflugeinlagen zu machen. Mein langjähriger TW-Trainer K-P Nemet ist mein "Lehrmeister". Er hat durch seine oft anderen Denkweisen auch ein super Einfluss auf mich gehabt.

torwart.de: Wie lange möchtest du noch aktiv spielen?

Pliquett: Bei meiner Einstellung denke ich, das ich noch so zwölf Jahre spielen kann.

torwart.de: Danke für das Gespräch.

Pliquett: Gerne.


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