Das Torwart- und Fußballportal
  TORWART.DE ONLINE-SHOP Torwarthandschuhe von adidas, Reusch, Uhlsport, NIKE, Puma, Jako, Derbystar, Sells, Selsport, McDavid, Under Armour, HO Soccer, Lotto!
torwart.de-Shop:Torwarthandschuhe, Torwartausrüstung
torwart.de-Shop:Torwarthandschuhe, Torwartausrüstung
 




Home > Archiv > 3. Magazin kompakt-Archiv > 3.1 Magazin-kompakt 10/11 > 3.Liga > Regensburg: K. Kronholm

"Hautnah" bei torwart.de

K. Kronholm: "Ich habe genug vom Couch tragen"

von Tobias Schlitzke


Kenneth Kronholm damals bei Rostock (Foto: Firo)

Als sein Vertrag in Rostock im Sommer 2009 auslief, wechselte Kronholm zum Regionalligisten Eintracht Trier, mit dem er 2009/10 nach 22 Einsätzen den letzten Platz der Staffel-West belegte. Da jedoch drei Mannschaften dieser Staffel keine Lizenz für die Folgespielzeit 2010/11 erhielten, verblieb Trier trotz des sportlich schlechten Abschneidens in der vierten Spielklasse. Kronholm schloss sich zur Folgesaison jedoch dem Fünftligisten SV Waldhof Mannheim an, bei dem er hinter Markus Kolke lediglich Ersatz-Torhüter wurde. Im Januar 2011 wechselte Kronholm daraufhin nach Absolvierung eines Probetrainings zum Drittligisten Jahn Regensburg. torwart.de sprach mit Kronholm über den Verlauf seiner Karriere.

torwart.de: Neun Vereine in sieben Jahren. Du scheinst das Reisen zu mögen.

Kenneth Kronholm:Nein, nein. Das waren immer gewisse Situationen, die einen Vereinswechsel gebracht haben. Es ist aber nicht so, dass ich jedes Jahr einen Verein wechseln will.

torwart.de: Hattest du denn „Pech“?

Kronholm: Es liegt ja auch immer an einem selbst. Ob du nun Leistung bringst, oder ob du Nummer zwei sein willst. Pech war es nicht. Ich war nie verletzt. In Trier, gut, die hatten finanzielle Probleme. Weil ich dort eine hohe Auflaufprämie hatte, stand ich somit auf der Abschussliste. Aber das war eher eine Ausnahme.

torwart.de: Hattest du denn eine schlechte Karriereplanung?

Kronholm: Vielleicht war es ein Fehler in die Regionalliga zu gehen. Die Bedingungen waren zwar gut, aber es war halt nicht wie in Rostock oder Frankfurt. Ich hatte da vor allem mit meinem Kopf und den Gedanken zu tun. Es machte dort jeder was man wollte. Es herrschte zum Beispiel eher eine Feierlaune in Trier. Das war nicht mein Ansporn.

torwart.de: Dennoch. Daran lag es ja nicht nur.

Kronholm: In Wolfsburg war es meine Jugend, da hatte ich eine super Jugendzeit. Aber ich durfte dann bei den Amateuren nicht spielen. Ich war als junger Spieler einfach zu ungeduldig. So bin ich zu schnell nach Jena gewechselt und der Vertrag war auch nur ein halbes Jahr dort. Im darauffolgenden Sommer ergab sich außer Worms dann leider nichts.

torwart.de: In Düsseldorf schaute es dann aber sehr gut aus.

Kronholm: Düsseldorf war am besten für mich. Dort passte eigentlich alles. Ich wurde dort auch im Winter dann die Nummer eins. Mein größter Fehler war, dass ich dann von Düsseldorf wieder weg bin. Vielleicht war es auch der Einfluss des Beraters, der mich gleich zu großen Vereinen bringen wollte. Aber auch das kreide ich mir an.
torwart.de: Fast wärst du dann nach England gegangen.

Kronholm:Ja, das stimmt. FC Barnsley wollte mich haben. Sie hatten aber dann Heinz Müller verpflichtet. Der Plan war, dass sie mich als Nummer zwei verpflichten und noch eine Weile beobachten wollten. Dann blieb ich aber lieber in Frankfurt in der Regionalliga um etwas zu spielen.

torwart.de: Somit klappte es also wieder nicht mit dem „Durchbruch“.

Kronholm:Ich machte immer den zweiten vor dem ersten Schritt. So wie gerade gesagt bei Düsseldorf: Weil ich in Düsseldorf bereits zweite Liga spielen konnte, dachte ich, ich kann mehr.

torwart.de: Woran lag es noch, dass du nie heimisch wurdest?

Kronholm: Ich war früher nicht selbstkritisch. Geduld spielt auf dieser Position eine große. Das habe ich nicht gehabt.

torwart.de: Hatten diese ständigen Wechsel auch eine Auswirkung auf deine Leistungen?

Kronholm: In Düsseldorf konnte ich ganz gut halten. Das hatte nichts mit meiner Leistung zu tun gehabt, sondern mit dem Kopf. Von deiner Leistung habe ich gesagt, ich muss mehr Geld verdienen und höher spielen. Die Leistung war davon nicht betroffen. Ich bereue es wirklich, dass ich mich nicht für Düsseldorf entschieden hätte. Ich könnte heute noch in Düsseldorf spielen.


torwart.de: Was war eigentlich damals in Rostock los?

Kronholm: Ich war drauf und dran an Jörg Hahnel vorbei zu ziehen. Hahnel war krank und hatte Angina und konnte eine Woche nicht spielen. Einen Tag vor dem Spiel kam Hahnel dann zurück und sagte er will spielen. Ich hatte mich total die ganze Woche über total reingehängt. Eine Woche später machte er einen Fehler und war nach dem Spiel sofort wieder krank. Auch seine ganze Einstellung war nicht profihaft. So ging ich davon aus, dass ich spielen werde. Ich im Gegensatz hatte sogar Patellasehnenprobleme und ließ mich fitspritzen. Aber stand dennoch nicht im Tor.

torwart.de: Und dann kam es zum Abschied?

Kronholm:Eine Chance bekam ich ja nicht. So ging ich auf Perry Bräutigam zu und meinte, dass ich mich fitmachen werde für einen neuen möglichen Verein. Und dann war ich in der Reha. Somit war das eher ein Abschied auf Raten.

torwart.de: Konntest du dich eigentlich auch immer schnell einleben?

Kronholm: Das ging eigentlich relativ schnell, dass ich mir ein Umfeld aufbauen konnte. Ich kam sofort mit den Leuten klar. Bei jedem Verein. Einzig in Rostock mit Jörg Hahnel, aber das war eine Ausnahme.

torwart.de: Ging dir das ständige Umziehen nicht auf die Nerven?

Kronholm: Doch, die Möbel, den Strom anmelden, die Couch hoch tragen und die Couch wieder runter tragen. Mittlerweile suche ich nur noch möblierte Zimmer. In Regensburg bin ich im Hotel, später will ich in ein mobilisiertes Zimmer.

torwart.de: Gibt es den Traum von den Profiligen noch bei dir?

Kronholm: Auf jeden Fall. Jeder, der mich kennt, der spürt das auch. Ich habe zuletzt in der Oberliga gespielt, aber ich habe auch noch den Traum von der Profiliga. Solange ich fit bin, möchte ich das durchziehen. Ich möchte nie mit dem Profisein/werden abschließen.

torwart.de: Wolltest du nicht irgendwann mal alles hinschmeißen?

Kronholm: Jetzt im Sommer, wo der Torwartmarkt so voll war. Selbst Michael Rensing hatte ja keinen Verein. Da hatte ich kaum mehr Hoffnung gehabt. Es gab eventuelle Zusagen, aber da ging die Moral schon runter. Ich bin alle Vereine durchgegangen. Die einen konnten niemanden bezahlen, die anderen hatten schon zwei Keeper.

torwart.de: Was hält deinen Glauben denn aktiv?

Kronholm: Trotz allem: Der Kirschbaum ist das beste Beispiel. Erst ging er nach Vaduz, dann in Cottbus und nun ist er oben dabei und bringt gute Leistungen. Ich bin immer noch optimistisch.

torwart.de: War es finanziell nicht eine enge Zeit in der Oberliga?

Kronholm: Ich musste jetzt durchaus zurückstecken in diesem halben Jahr. Das war aber nicht wichtig, dass ich großartig Geld verdienen muss.

torwart.de: Hast du dir auch ein Umfeld neben dem Fußball aufgebaut?

Kronholm:Ja, schon. Ich habe viele Leute kennen gelernt. Auch im Beraterkreis. Ich denke schon, dass es da eventuelle Möglichkeiten neben dem Fußball gäbe.

torwart.de: Du bist Amerikaner. Wäre das nicht etwas für dich?

Kronholm: Im April war ich dort drüben. Aber bin nur dort geboren. Es war sehr positiv. Trotz allem: Deutschland ist das Nonplusultra für mich.

torwart.de: Wie soll es hier nun weiter gehen?

Kronholm: Michi Hofmann ist 38. Ich hoffe einfach nur, dass ich mich in diesem halben Jahr beweisen kann. Egal was im Sommer passieren wird, ich möchte nur Gas geben. Ich wurde zumindest als Absicherung geholt. Aber mehr kann ich auch noch nicht sagen. Für mich ist es eine neue Chance mich zu beweisen.

torwart.de: Danke für das Gespräch.

Kronholm: Kein Problem.


© 1999-2012 torwart.de - Impressum
TIP A FRIEND _Seite empfehlen SITEMAP TORWART.DE _Sitemap _Druckansicht _oben