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Thomas Schlieck "Hautnah" bei torwart.de (14.01.13)

"Hinter RB Leipzig steckt eine extrem große Vision!"


Thomas Schlieck zählt zu den renommiertesten Torwarttrainern im deutschen Profifußball. Im vergangenen Oktober beendete er seine Tätigkeit als Torwartkoordinator beim FC Schalke und wechselte zu RB Leipzig. torwart.de unterhielt sich mit Thomas Schlieck über die Beweggründe für seinen Wechsel, seine neuen Aufgaben und über das Torwartkonzept von Red Bull Global Soccer, das Thomas Schlieck gemeinsam mit Hans Leitert weiterentwickelt.

torwart.de: Thomas, Du bist seit Oktober 2012 für RB Leipzig tätig. Welche neue Aufgaben hast Du beim ambitionierten Klub von Red Bull übernommen?

Thomas Schlieck: Meine neue Stelle bei RB Leipzig nennt sich „Head of Goalkeeping“ und umfaßt die Leitung des Torwartbereichs bei RB Leipzig. Meine Schwerpunkte werden dabei sein: die Begleitung und Fortbildung aller in Leipzig arbeitenden Torwarttrainer, die Optimierung des Torwarttrainings in den einzelnen Alters- und Leistungsstufen des Klubs, Entwicklung von individuell zugeschnittenen Trainingsplänen für die Torhüter, die Profilerstellung von unseren Torhütern nach internen Vorgaben, Trainings- und Spielanalysen sowie die Sichtung der Torhüter von der Profimannschaft bis zur U8. Das Training der Torhüter der Profimannschaft, die momentan in der Regionalliga spielt, wird von Perry Bräutigam durchgeführt.

torwart.de: Unter welchen Rahmenbedingungen baust du die neuen Strukturen für den Torwartbereich in Leipzig auf?

Thomas Schlieck: RB Leipzig ist neben Salzburg, New York, Brasilien und Ghana der fünfte Red Bull Fußballstandort. Ziel ist es, dass alle Standorte nach dem gleichen Konzept arbeiten. Das gilt auch für die Torhüterbereiche aller Standorte. Das Konzept für die Torhüter orientiert sich an den Vorstellungen von Hans Leitert („7 Prinizipien des Torwartspiels“), der bereits im dritten Jahr als Head of Goalkeeping Development Global Soccer standortübergreifend für Red Bull arbeitet. Ein erstes Ziel meiner Arbeit wird sein, dass der Torhüterbereich von RB Leipzig im Sinne des standortübergreifenden Konzepts aufgebaut wird.

torwart.de:Welche Erwartungen hast du an die Zusammenarbeit mit Hans Leitert?

Thomas Schlieck: Hans Leitert und ich kennen uns schon sehr lange und unsere Auffassungen und Arbeitsweisen sind nahezu deckungsgleich. Die Zusammenarbeit ist sehr angenehm und produktiv. Wir stehen im täglichen Kontakt. Wir sind ein starkes Team und haben beste Voraussetzungen optimale Strukturen für die Torhüter in den Red Bull Standorten zu schaffen.

torwart.de:Kannst Du uns ein Beispiel für das übergreifende Torwartkonzept von Red Bull geben?

Thomas Schlieck: Wir haben z.B. einheitliche Werkzeuge und Instrumente für die Trainingsdokumentation, die Trainings- und Spielanalyse und für die Profilerstellung von Torhütern entwickelt. Jeder Torwarttrainer der Red Bull Klubs muss diese Werkzeuge in seiner Arbeit im Torwartbereich einsetzen und verstehen.

torwart.de:Welchen Beitrag werden die einzelnen Torwarttrainer bei der Umsetzung der Strukturen leisten?

Thomas Schlieck: Ein entscheidender Faktor bei der Umsetzung des standortübergreifenden Konzepts ist die Qualität unserer Torwarttrainer. Wir werden dabei breite Anforderungsprofile definieren und die passenden Kandidaten finden.

torwart.de:Nach welchen Vorgaben werden die Torwarttrainer rekrutiert?

Thomas Schlieck: Es gibt eine ausführliche Torwarttrainer-Stellenbeschreibung, die für alle Red Bull Standorte gilt und unsere Anforderungen an unsere Torwarttrainer definiert. Bei der Besetzung der Torwarttrainerstellen arbeiten wir sehr akribisch. Die Bewerber müssen mehrtägige Assessement Center durchlaufen. So stellen wir sicher, dass die Torwarttrainer in der Lage sind, im Sinne des vorgegebenen Konstruktes zu arbeiten.
Neben der Torwarttrainertätigkeit auf dem Platz mit höchstem Qualitätsanspruch erwarten wir von den Torwarttrainern, dass sie auch im Bereich der Auswertung und Analyse von Daten hohe Kompetenzen aufweisen, um die richtigen Schlüsse für das eigentliche Training zu ziehen und das individuell zugeschnittene Training für die einzelnen Torhüter zu definieren. Torwarttrainer mit sportwissenschaftlicher und sportpädagogischer Ausbildung sehen wir u.a. als geeignete Kandidaten für die Torwarttrainerstellen.

torwart.de: Welche Vorgaben für Trainingsübungen und die einzelnen Torwarttechniken werden definiert?

Thomas Schlieck: Prinzipiell haben unsere Torwarttrainer relativ freie Hand. Die Trainingsinhalte müssen sich grundsätzlich sehr stark am Spiel orientieren. Der Torwarttrainer muss in der Lage sein, Spielsituationen in kreativen Trainingsformen zu simulieren. Für die einzelnen Torwarttechniken gibt es grundsätzliche Bewegungsbilder und –muster. Wir legen aber nicht jeden Torhüter unter eine Schablone und schreiben ihm vor, wie jeder einzelne Bewegungsablauf durchzuführen ist.

torwart.de: Was bedeutet dieses Konzept konkret für die Arbeit mit den Torhütern?

Thomas Schlieck: Von jedem Torhüter wird ein komplettes Profil erstellt, welches sich aus drei Bereichen zusammen setzt: technisch/taktisches Torwartprofil, psychologische und physische Aspekte. Daraus können wir ableiten, in welchem Bereich Defizite bestehen und diese dann durch gezieltes Training aufarbeiten. Dadurch erarbeiten wir also sehr individualisierte Trainingspläne für die Torhüter. Außerdem können wir die Entwicklung der Torhüter in einem bestimmten Zeitraum analysieren. Die Torhüterprofile werden auch mit anderen Red Bull Standorten verglichen. Es wird also bis ins kleinste Detail herunter gebrochen.

torwart.de: Worin unterscheidet sich die Arbeit bei Red Bull von deinen vorigen Stationen Schalke und Bielefeld?

Thomas Schlieck: Hans Leitert und ich sind davon überzeugt, dass diese analytischen Dinge gepaart mit der Arbeit auf dem Platz die Zukunft des Torwarttrainings und des Torwartspiels bestimmen. Dafür braucht man sehr modern denkende und kreative Köpfe. Bei uns ist dafür ein optimales Umfeld vorhanden, was es so bei den bisherigen Stationen nicht gab. Wir können auch im Austausch mit den verschiedenen Standorten Synergieeffekte erzielen, was bei einem einzelnen Klub schwer machbar ist.

torwart.de: Was war für dich der Anreiz, die Stelle anzunehmen?

Thomas Schlieck: Hinter dem Konzept Red Bull in Leipzig steckt eine extrem große Vision. Diese Vision im Zusammenhang mit den sonstigen Voraussetzungen mit Leben zu füllen ist eine sehr reizvolle Aufgabe.
Die infrastrukturellen Möglichkeiten mit der Red Bull Arena, Trainingsplätzen, etc. sind bundesweit nahezu einmalig. Mit den verschiedenen Spezialisten im gesamten Club ist es sehr interessant, tagtäglich zusammen zu arbeiten und die einzelnen Teilbereiche optimal miteinander zu verzahnen. Ein ganz besonderer Reiz ist es, mit Hans Leitert, einem der weltweit besten Fachmänner im Torwartbereich zusammenzuarbeiten und ein innovatives und weltweit einmaliges Konzept zu realisieren. Ich freue mich auf die kommenden Jahre bei den Roten Bullen.

torwart.de: Welches Resümee ziehst du aus der Zeit bei Schalke 04?

Thomas Schlieck: Es war hochinteressant, einen Einblick in den zweitgrößten Verein in Deutschland zu bekommen. Ich konnte sehr viele Erfahrungen mitnehmen und habe einiges dazu gelernt. Auch habe ich viele Kollegen kennen und schätzen gelernt.

torwart.de: Thomas, wir wünschen Dir alles Gute und viel Erfolg bei deinen neuen Herausforderungen.

Thomas Schlieck: Vielen Dank.


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