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Home > Magazin > Magazin-kompakt - Archiv  > Saison 09/10 > 2.Bundesliga > Torwartecke (04.02.10)

Der Wochenrückblick von torwart.de

von Martin Thaler 


Dieter Paucken, hier im Dress des 1. FC Köln (foto firo)

Mit Paucken und Trompeten

Dieter Paucken, seinerseits Torwart bei der TuS Koblenz, ist momentan unter vielen Titeln und Bezeichnungen zu finden. Neben genre-typischen Lobpreisungen wie „sicherer Rückhalt“, „toller Sportsmann“ und „absoluter Profi“ darf sich Paucken allerdings auch mit Bezeichnungen schmücken wie „anachronistischer Gegenbeweis“. Wie bitte? Was sich hier kompliziert anhört, bedeutet lediglich Ausnahmeerscheinung. Und zwar in dem Sinne, dass sich Paucken bei seinem Heimatverein durchsetzen konnte. Gerade dies gilt in der heutigen globalisierten Welt des Fußballs als absolute Seltenheit. Bei den meisten Vereinen steht nicht einmal ein einziger Spieler im Kader, der auch hier geboren wurde. Selbst in den Jugendmannschaften wird ein Großteil der Spieler schon aus der ganzen Republik zusammengekauft, Einheimische bleiben Mangelware.

Auch bei Paucken war der Weg von der Koblenzer A-Jugend hin zum Platz in der Profimannschaft eine kleine Odyssee, welche ihn durch halb Deutschland führte. So versuchte er sich in Mainz, beim FC Engers, in Köln und beim SV Roßbach, hatte ein Probetraining in Barnsley, zwischenzeitlich aber sogar einmal beschlossen, dem Fußballgeschäft vollständig den Rücken zurückzukehren. Nach langer Abwesenheit aber kehrte der verlorene Sohn zu Beginn dieser Saison wieder nach Koblenz zurück, etatmäßig als dritter Keeper und somit zuständig für das Tor der Reservemannschaft.

Doch sein Ziel, das Tor der Profis zu hüten, so nahe vor Augen, war für Paucken ein solcher Motivationsfaktor, dass er sich jetzt nicht mit dem 3. Platz der Koblenzer Torwart-Hierarchie zufrieden geben konnte. Und seine Chance kam, als sich Stammkraft David Yelldell Ende 2009 einen Innenbandanriss am Knie zuzog. Durch überdurchschnittliche Leistungen in der Vorbereitung und im Training hatte er Ersatzkeeper Marcus Rickert ins dritte Glied verwiesen. Nun hatte er den gesamten Januar über Zeit zu zeigen, was er konnte. Und er konnte: gegen Frankfurt hielt er sein Team lange im Spiel, gegen 1860 hielt er für die Koblenzer das Unentschieden fest, lediglich gegen Bielefeld lieferte er eine schwächere Partie ab. Doch seit dem letzten Wochenende weiß man in Koblenz auch, dass man mit Paucken Erfolg haben kann. Mit 1 – 0 gewann die Rheinstädter gegen Fortuna Düsseldorf, Paucken entschärfte mehrere Hochkaräter der Fortunen. Seine Leistung hatte sich endlich in Punkten ausgezahlt, Paucken wurde prompt von den Fans mit großem Abstand zum Mann des Spiels gewählt.

Und was kommt nun? Yelldell sollte bald wieder genesen sein und wird den Platz im Koblenzer Tor für sich fordern, Paucken wird wohl wieder auf die Ersatzbank wandern. Oder doch vielleicht in den Sturm? Schließlich gelang Paucken zu seiner Zeit in Köln ein spektakuläres Fallrückziehertor, welches verdientermaßen zum Tor des Monats September 2006 gekürt wurde. Eine Ehre, die vor ihm noch kein anderer Torwart zuteil wurde. Das verdeutlich wieder einmal Pauckens Wesen: er ist einfach eine Ausnahmeerscheinung.

Thorsten Stuckmann (foto firo)

Lärm auf der Tribüne

Was ist bloß mit der Alemannia los? Ziellos dümpelt der ambitionierte Zweitligist durch die 2. Liga, erst am Wochenende gab es eine empfindliche 0 – 3 Schlappe gegen den 1. FC Kaiserslautern. Und die Fans? Die haben sich angeblich auf Torwart Thorsten Stuckmann eingeschossen. Die Bild-Zeitung vermeinte ein stetiges Rumoren auf der Tribüne zu vernehmen, sobald „Stucki“ an den Ball kam. Dezent wurde der Rumor-Artikel mit „Was treiben Alemannias Fans mit Stucki?“ garniert. Ja was treiben sie denn? Sie rumoren also! Sollen sie ehrfurchtsvoll schweigen oder gar jedes Mal applaudieren, wenn Stuckmann den Ball nach vorne passt? Fans rumoren nun mal, immer und über alles. Ob der Einwurf zu lang war, die Bratwurst zu lauwarm oder das Tor zu schön, zu meckern gibt es immer etwas. Und das gegenüber Stuckmann von Seiten der Fans keinerlei Animositäten ausgehen, erweist ein Blick in die gängigen Fanforen der Alemannia. Hier wird Stuckmann als einer der besseren Spieler des Kaiserslautern-Spiels gelobt, Kritik ist nicht zu finden. Lediglich an der katastrophalen Abwehrleistung der Aachener. Somit wären dann eigentlich „Was treibt die Abwehr mit Stucki“ bzw. „Was treibt die Bild mit Stucki“ die passenderen Überschriften gewesen.


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