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Home > Magazin > Magazin-kompakt - Archiv  > Saison 09/10 > 2.Bundesliga > Torwartecke (11.03.10)

Der Wochenrückblick von torwart.de

von Martin Thaler 


Christoph Semmler (foto firo)

Torwartprobleme?

Man kann über Oberhausen einiges hören, wobei sich die meisten Äußerungen auf „Oh Gott“, „Nichts wie weg“ und „Nie wieder“ beschränken. Auch der ortsansässige Fußballclub Rot-Weiß Oberhausen wird meist tendenziell ähnlich begutachtet. „Graue Maus“, „unansehnliches Spiel“, „Malocherfußball“ sind gängige Bemerkungen im Zusammenhang mit den Rot-Weißen. Nur über eine Torwart-Problematik war bislang nichts zu hören. Auf seine Keeper ließ man zwischen Rhein und Ruhr die Jahre über nichts kommen. Schließlich war man auf diesem Gebiet mit erstaunlicher qualitativer Konstanz gesegnet. Oliver Adler, Daniel Masuch, Christoph Semmler und Sören Pirson standen für zuverlässige Torhüter, Fehleinkäufe gab es nicht in Oberhausen. Doch dieser Nimbus scheint zu bröckeln, denn nun fängt auch hier Kritik sich zu regen an.

Der Grund? Sowohl Sören Pirson als auch Rekonvaleszent Christoph Semmler stehen nach einigen Patzern in der Kritik. Pirson erlaubte sich gegen Ende der Hinrunde einige Fehler, krönte diese gar noch mit einer Roten Karte gegen Augsburg. Der wiedergenesende Semmler kam in die Partie und musste innerhalb von zwei Minuten gleich zweimal hinter sich greifen, half bei einem Tor entscheidend mit. Auch in den folgenden Spielen strahlte Semmler nicht die Sicherheit aus, die Trainer und Mannschaft von ihm erwarteten. Ist es nun also vorbei mit der Qualität zwischen den Pfosten in Oberhausen? Torwarttrainer Manfred Behrendt schiebt der sich aufheizenden Gerüchteküche nun einen Riegel vor: „Fakt ist, man darf sich so etwas gar nicht erst einreden. [...]Wir haben mit Sören und Christoph zwei sehr gute Torhüter, das werden sie in den kommenden Wochen auch beweisen, davon bin ich völlig überzeugt.“ Vertrauen gegenüber seinen Jungs, deren beide Verträge gegen Saisonende auslaufen, ist also vorhanden. Und da sich Behrendt seine Arbeit auch nicht schlecht reden lässt, wird gleich ein verbaler Konter gefahren und der Blick auf die Konkurrenz gerichtet: „Ich werde doch nicht unruhig, nur weil mal einer unter einer Flanke herfliegt. Wenn ich andere Torhüter sehe, was bei denen alles durch den Fünfmeterraum segelt und keiner geht hin, das sind Torwartfehler.“

Genug Rückhalt also für Pirson und Semmler um sich aufs wesentliche zu konzentrieren: aufs Spiel! Damit auch sie ihren Platz in der langen Tradition der Oberhausener Torwartkunst finden. Die Messlatte liegt hierfür allerdings hoch. Vorgänger Oliver Adler wurde bei einer 2006 vom ZDF durchgeführten Wahl „Die besten Fußballer“ auf einen beachtlichen 55. Platz gewählt.

Tom Starke (foto firo)

Klare Ansage

Seit Wochen zeichnen sich die Gerüchte schon ab, auch hier wurden sie schon des öfteren erwähnt. Diese Woche wurde noch einmal ein weiterer Scheit ins Gerüchtefeuer gelegt: Tom Starke wird Duisburg angeblich im Sommer verlassen. Der 28jährige gehört zu den besten Keepern der 2. Liga, besticht aufgrund seiner Konstanz, ist zudem noch ablösefrei. Kein Wunder also dass er das Interesse einiger Vereine in der 1. Liga geweckt hat. Hannover 96 war angeblich im Winter interessiert, der VfB Stuttgart hat ein Auge auf Starke geworfen und nun denkt auch der 1. FC Köln über Starke als Nachfolger für ihren Torwart-Oldie Faryd Mondragon nach. Man kann sich sicher sein, dass über die Zeit noch ein paar Interessenten hinzukommen werden. Doch nun hat Starke erstmals Stellung zum Thema bezogen: „Jeder Fußballer, der sagt, er läuft lieber in der zweiten anstatt in der ersten Liga auf, hat seinen Job verfehlt. Es sollte der Anspruch eines jeden Fußballers sein, so hoch wie möglich zu spielen.“

Erste Liga lautet also Starkes persönliche Parole für das nächste Jahr. Wie dieses Ziel allerdings erreicht wird, lässt Starke noch offen. Natürlich sei Duisburg immer noch erster Gesprächspartner für ihn, doch gibt er auch ein wenig konstatiert zu erkennen: „Trotzdem müssen wir über das Thema Aufstieg zurzeit nicht reden.“ Die andere Option wäre natürlich ein Wechsel zu einem Erstligisten, doch gibt Starke hierbei zu bedenken: „Mein nächster Schritt heißt nicht, bei einem Bundesligisten als Ersatzmann auf der Bank zu sitzen. Diese Situation hatte ich lange genug in Leverkusen.“ In Köln hat Mondragon noch Vertrag bis 2011; auch er wird sich mit einem Platz auf der Bank auch nicht zufrieden geben. Ein Wechsel nach Köln also eher unrealistisch?

Wie Starkes Zukunft also genau aussehen wird, ist momentan noch nicht zu erkennen. Nur die Erkenntnis, dass er weiß was er will: in die Bundesliga.


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