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Home > Magazin > Magazin-kompakt 11/12 > 2.Bundesliga > Torwartecke (11.08.2011)

Der Wochenrückblick von torwart.de

von Martin Thaler 

Oka Nikolov (foto firo)

Oka Nikolov vs. Thomas Kessler: In der Ruhe liegt die Kraft

Der Frieden ist trügerisch bei der Eintracht. Dabei lässt ein erster Blick gen Frankfurt eigentlich nur Gutes vermuten. Mit 7 Punkten aus drei Spielen liegt der Absteiger weitgehend im Soll seiner Ansprüche und grüßt vom 2. Platz hinab auf die unteren Tabellenränge. Genug Potential für Friede, Freude, Eierkuchen ist also vorhanden. Doch weit gefehlt: Denn im Frankfurter Tor gärt es gewaltig. Grund hierfür ist der Vertrauensentzug für Neuzugang Thomas Kessler, der nach seinem Patzer im ersten Saisonspiel gegen Fürth scheinbar massiv an Vertrauen bei Trainer Armin Veh verloren zu haben scheint. Seit dem Spiel der Eintracht gegen Kesslers Ex-Verein FC St. Pauli, in welchem er durchaus zu überzeugen wusste, ist Kesslers Platz nun durchweg auf der Reservebank zu lokalisieren.

Trainer Armin Veh will allerdings von einem dauerhaften Wechsel nichts wissen, vielmehr sieht er den Wechsel als Eröffnung eines dauerhaften Wettstreits von Kessler und Eintrachts Torwart-Dino Oka Nikolov. "Warum soll ich den Torhüter nicht mal wechseln? Beide sind gute Leute. Aber in einem Spiel passt vielleicht besser der; im nächsten Spiel der andere. Ich sehe da kein Problem", ließ Veh wissen. Wohl aber Thomas Kessler, der prompt - nachdem in den letzten Wochen der Sieger dieses Wettkampfs stets Oka Nikolov hieß - das Licht der Öffentlichkeit suchte, um seinen Klagen gegenüber Veh Nachdruck zu verschaffen. Allerdings lediglich in Person von Berater Thorsten Koll, der gegenüber der BILD-Zeitung erklärte: "In den Gesprächen wurde uns zugesagt, dass Thomas die Nummer 1 wird und Nikolov dahinter." Aufgrund dieses vermeintlichen Vertrauensbruchs sei man schwer enttäuscht, insbesondere aufgrund der Tatsache, dass Thomas Kessler lediglich zwei Spiele zugestanden worden waren, um den Trainer von seinen Qualitäten zu überzeugen.

Thomas Kessler momentan enttäuscht (foto firo)

Während man also beim Konkurrenten nervös wird, ist Oka Nikolov die Ruhe selbst. Schließlich hat sich das Frankfurter Urgestein bislang immer und gegen jeden Konkurrenten durchgesetzt. Ob gegen Dirk Heinen, Markus Pröll oder Ralf Fährmann - der Sieger hieß stets Nikolov. Zudem ist Nervosität für den 37-jährigen Schlussmann ein absolutes Fremdwort, Ruhe und Gelassenheit dafür seine Markenzeichen. Dies attestierte ihm zumindest sein ehemaliger Torwarttrainer Andreas Menger: "Der Oka macht sich nicht verrückt. Das ist ein Markenzeichen und bringt diese Kontinuität. Bei anderen brennen gerne mal die Sicherungen durch." Und auch Nikolov selbst betrachtet seine Gelassenheit vor allem pragmatisch: "Es bringt ja nichts, sich aufzuregen. Du musst im Training Gas geben." Eine Ruhe, die wohl auch aus einem gefestigten Standing bei Verein und Anhängern entspringt. Schließlich muss Nikolov es keinem mehr beweisen, das hat er schon oft genug getan. Man weiß, was man im Verein an ihm hat. Und so sah sich selbst Kessler-Berater Koll dazu gezwungen, in seiner Medienschelte Oka Nikolov positiv hervorzuheben: "Nikolov hat sich ganz fair verhalten, als er erfuhr, dass Thomas zur Nummer 1 wird." Aus diesem Grunde will man ihm gegenüber auch so verfahren, auch wenn es wieder einmal Nikolov sein sollte, der sich am Ende durchsetzt. Doch noch ist der Kampf zwischen den Pfosten nicht entschieden…


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