| Home > Magazin > Magazin-kompakt 09/10 > 2.Bundesliga > Torwartecke (13.01.10)
von Tobias Schlitzke
 Gabor Kiraly (foto firo)
Eine knappe Entscheidung war dies Wahl des Torwart-Awardes in der 2.Liga. Letztlich setzte sich ein „Oldie“ knapp vor einem Jüngling durch. Gabor Kiraly (TSV 1860 München) platzierte sich vor Tobia Sippel (1.FC Kaislerslauten) und Dennis Eilhoff (Bielefeld) durch. Letztlich gab die enorme Persönlichkeit, die Kiraly auf die Löwen ausstrahlte, den Ausschlag.
Comeback des Jahres
Gabor Kiraly war den meisten Fußballfans in Deutschland nur noch durch seine Schlabberhosen bekannt. Viel mehr konnte kaum jemand mit dem Ex-Berliner anfangen. Bei Chrystal Palace zeigte der Schlussmann zwar immer noch solide Leistungen, doch war er außerhalb des Blickfeldes der Bundesliga. Umso überraschender war es deshalb, dass die Löwen trotz eines starken Philipp Tschauners, der im letzten Jahr zur Vorrunde auf Platz eins des Rankings lag, einen neuen Keeper verpflichteten. Die Mission war klar: Es sollte Ruhe und Stabilität in das Team der Löwen um die vielen Talente und Nachwuchsspieler kommen. Löwen-Coach Ewald Lienen forderte von seinem Torwart, dass er auf und neben dem Platz Akzente setzen sollte. Beides gelang ihm hervorragend. Nicht nur im DFB Pokal brachte er die Löwen mit tollen Paraden in die nächsten Runden. Auch während der Heimspiele brüllte der Stadionsprecher der Münchner Kiralys Namen vor Begeisterung des Öfteren in das Mikrophon. Die Fans lieben ihren Keeper. Auch die Münchner Medienlandschaft, bekannt für ihre Schärfe, verehrt den Torwart, der nach jedem Spiel sich sofort der Meute stellt. Kiraly, der selbst vom Aufstieg nichts wissen will, ist authentisch, konzentriert und freundlich. Das kommt in München auf und neben dem Platz an. Mission erfüllt!
Aufsteiger des Jahres
Der Name Michael Ratajczak war vor der Saison wohl nur wenigen Fortuna Fans bekannt. Mittlerweile lernten selbst die Fans der Gegner in der 2.Liga diesen Tormann zu fürchten. Durch eine Verletzung der etablierten Nummer eins, Michael Melka, kam der 27-jährige zum Zug und hielt sich im Tor. Unter anderem auch durch seine guten Leistungen steht Fortuna Düsseldorf nun im oberen Drittel der Tabelle und kann sogar auf die Aufstiegsplätze schielen. Und für den Torwart wäre es erstmals nach längerer Zeit ein Stammplatz bei einem Team.
 S. Jentzsch (foto firo)
Überraschung des Jahres
Der FC Augsburg hatte vor der Saison großes vor. Man wollte wieder im oberen Bereich mitspielen und kaufte dafür kräftig ein. Auf der Torhüterposition gelang dem Verein ein echter Coup. Simon Jentzsch wurde von Wolfsburg verpflichtet. Der Keeper, damals von Ex-Trainer Felix Magath rasiert, saß lange Zeit nur auf den Tribünen von Fußballstadien. Verhandlungen mit Clubs kamen zwar zu Stande, scheiterten wohl aber an den hohen Gehaltsforderungen. Nun aber ist Jentzsch wieder dort, wo er am liebsten ist: Auf dem Rasen.
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