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von Martin Thaler
 A. Luthe (foto firo)
Luthe wirft das Handtuch
„Böse Flüche können mir nichts anhaben, weil ich meine Unterwäsche auf links trage.“ Diese Reise in den Intimbereich von Adrian Mutu besagt vor allem eines: Fußballer sind ein abergläubisches Völkchen. Egal ob Schamanentanz in Afrika, die auf links getragene Schießer von Adrian Mutu oder die Kochkünste von Peter Neururer, der zu jeder Pressekonferenz die Journalistenmeute nicht nur mit verbalen Köstlichkeiten sondern auch mit Kartoffelsalat und Würstchen verköstigte – Fußball und Aberglaube gehen Hand in Hand. Da wäre es doch gelacht, wenn man nicht auch in der 2. Bundesliga einen Vertreter der zum sonderbaren Ritual neigenden Gattung Mensch finden würde. Und siehste: Andreas Luthe ist so einer. Der Keeper des VfL Bochum hält es dabei weniger mit Papstbildchen, Unterwäsche oder Weihwasser – sondern ein Handtuch, ein hellgrünes, ist diesmal Ursprung von Wohl oder Wehe für Luthe. Wer oder was aber mit dem Fetzen Stoff in spiritueller Verbindung steht und diesem seine magischen Kräfte gibt, bleibt unklar. „Das grüne Handtuch ist mein Glücksbringer. Mehr verrate ich aber nicht. Geheimnisse gebe ich nicht preis“, äußerte sich Luthe lediglich geheimnisvoll. Und ließ das Handtuch für sich sprechen. Im Spiel gegen die Alemannia aus Aachen sorgte das Frotee-Talisman für zwei, aus Aachener Sicht, verschossene Elfmeter. Einen konnte Luthe parieren, den anderen übernahm die Latte. So weit, so gut.
Aber tun wir dem VfL-Keeper damit nicht Unrecht? Muss wirklich ein Talisman zur Erklärung der großen Leistungssteigerung von Andreas Luthe herhalten? Nein! Denn Luthe präsentiert sich, anders noch als zu Mitte der Vorrunde, in bestechender Form. Nur 5 Gegentore gab es für Luthe und seine Jungs in den letzten 10 Spielen. Dabei hatte die Saison eher katastrophal für ihn begonnen. Als er im Trainingslager im heimeligen Greetsiel eine Vorwärtsrolle vollführte zog sich der 24jährige eine Bandscheibenverletzung zu – 2 Monate Zwangspause. Doch Mitkonkurrent Heerwagen patzte in der Zwischenzeit mehrfach. Die Konsequenz: nach seiner Genesung stand Luthe im Kasten. Und steigerte sich kontinuierlich. Trainer Friedhelm Funkel weiß genau was er an seiner „neuen“ Nummer 1 hat: „Andi hat das Zeug für die Bundesliga, strahlt Ruhe aus, ist im entscheidenden Moment aber auch dynamisch und aggressiv.“ Vielleicht gar ein wenig zu aggressiv? Bereits viermal in dieser kassierte der Keeper die gelbe Pappe. Auch gegen Aachen setzte es gelb, als er den Aachener Scrabbel-Traum Radjabali-Fardi von den Beinen holte. Luthe plädiert auf Unschuld: „Ich habe die Faust am Ball, treffe Radjabali nur mit dem Körper. Ziehe ich zurück, breche ich mir alle Knochen.“ Dem Schiedsrichter war es egal, er zückte den Karton. Und Luthe droht nun die Sperrung, sollte er noch einmal Gelb kassieren. Und gegen die strikten Statuten des DFB hilft auch das allergrünste Handtuch nicht.
 S. Jentzsch (foto firo)
Klartext!
Frank Rost hat es wieder getan. Nach dem desaströsen 0 – 6 gegen die wütenden Münchener Bayern öffnete der Hamburger Keeper seinem Frust Tür und Tor und sprach aus, was sich seiner Meinung nach sonst keiner traute: Klartext. Die Folge: 30.000 Euro Strafe durch den Verein. Und die Erkenntnis: Als Fußballprofi leiert man am besten nur die unverfänglichen Spielanalysen herunter, erzählt der ganzen Welt was das doch für ein toller Verein ist und das man selbst um 9.00 ins Bett geht. Sterbenslangweilig. Einen gelungenen Mittelweg fand allerdings die Augsburger Nummer 1 Simon Jentzsch, als er sich über die miserablen Platzverhältnisse an der „Alten Försterei“ beschwerte, wo er und sein Team gerade ein mageres 0 – 0 geholt hatten. „Ich wollte ein Stück Rasen mitnehmen, aber ich habe keins gefunden“, gab Jentzsch bissig zum besten. Eine Strafe setzte es für Jentzsch nicht. Vielmehr zeigten sich die Verantwortlichen bei Union Berlin einsichtig und spendierten eine Portion neuen Rollrasen. Bringt Simon Jentzsch jetzt aber auch nichts mehr.
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