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von Martin Thaler
 P. Klandt (foto firo)
Wiedersehensfreude
Viele besondere Momente im Wirken eines Fußballers sind verbunden mit der Rückkehr zu alten Wirkungsstätten bzw. dem Zusammentreffen mit alten Freunden oder Opponenten. Diese Spiele bzw. Momente verkörpern für die Spieler meist ein Höchstmaß an Emotionalität, einem Faktum, welches den Kern des Fußballs, wenn nicht des Sports im allgemeinen darstellt. Die Spieler versuchen diese Emotionalität natürlich in eine äquivalente Leistung umzusetzen, ein Anspruch, der leider nicht immer von Erfolg gekrönt ist.
Ein Wiedersehen der eher unangenehmeren Art hatte an diesem Dienstag FSV Frankfurt-Keeper Patric Klandt. Ging es im DFB-Pokal doch gegen die Knappen aus Schalke. Ausgerechnet Schalke. Verbindet Klandt mit den Gelsenkirchenern doch einen Knackpunkt seiner bisherigen Laufbahn. Ein erstes Zusammentreffen zwischen Klandt und den Jungs aus „Herne-West“ gab es nämlich bereits im September 2006, Klandt war zu diesem Zeitpunkt noch in Rostock aktiv und galt als große Torwart-Hoffnung unter Trainer Frank Pagelsdorf. Dieser wollte ihn zur zukünftigen Nummer 1 im Verein aufbauen, beobachtete seinen Schützling folglich umso intensiver, als dieser mit der zweiten Truppe von Hansa im Pokal gegen die Schalker antrat. Und sah, wie sein Mann für die Zukunft einen rabenschwarzen Abend erwischte. Mit 1 – 9 wurden die Amateure zurück in die Kabine geprügelt, Klandt patzte bei drei der neun Treffer entscheidend. Pagelsdorf hatte genug gesehen, vergaß seine Torwart-Pläne und beendete somit Klandts Karriere an der Ostsee. „Pagelsdorf hat mich danach links liegen lassen und nicht mehr mit mir gesprochen“, erklärte Klandt später diese dunkele Stunde seiner Karriere. Es sollte also „Wiedergutmachung“ betrieben werden gegen die momentan noch stark verunsicherte Schalker Elf. Ein Ziel, was leider nur teilweise erfüllt werden konnte. Zwar verlor man nach hartem Kampf mit 0 –1 und verpasste somit den Einzug in die 3. Runde, doch feierte Klandt mit nur einem Gegentor sein bestes Ergebnis gegen seinen persönlichen Angstgegner. Wenn doch nur Frank Pagelsdorf im Stadion gewesen wäre...
 D. Eilhoff (foto firo)
Wiedersehensfreude II
Ein weit fröhlicheres Zusammenkommen feierte hingegen der in den letzten Wochen arg gebeutelte Dennis Eilhoff, seinerseits Keeper bei Arminia Bielefeld. Beim Pokalkick in Kaiserslautern traf er den für die Gegenseite auflaufenden Martin Amedick wieder, einen Freund aus ganz alten Tagen, der über die Karriere von Eilhoff seit Kinderbeinen Bescheid weiß. Und der vielleicht sogar als Urheber der Profisportkarriere Eilhoffs angesehen werden kann. „Ich habe ihn dorthin geholt“, berichtete Amedick mit Bezug auf den Beginn von Eilhoffs fußballerischer Laufbahn beim SC Dellbrück. Seitdem begann der sportliche Aufstieg der beiden Ostwestfalen, „nur war mir Dennis fast immer einen kleinen Schritt voraus". Zusammen trugen sie später das Trikot der Arminen aus Bielefeld. Doch während Eilhoff seine Karriere in der ostwestfälischen Heimat weiterführen konnte, war Amedick gezwungen sich nach anderen Optionen umzuschauen und landete letztendlich beim 1. FC Kaiserslautern. Beim Bundesligisten ist nun er seinem alten Freund Eilhoff endlich mal einen Schritt voraus, was sich auch beim Pokalspiel letztlich wiederspiegelte. Mit 3 – 0 verabschiedeten sich die Ostwestfalen aus dem Pokalgeschehen und müssen sich nun wieder auf den immer ungemütlicher werdenden Ligaalltag konzentrieren. Vielleicht hatte wenigstens Freund Amedick ein paar herzliche Worte für Dennis Eilhoff parat, mit welchem er ihm klarmachen konnte, wie schnell sich im Fußball alles umkehren kann. Ihr beider Schicksal ist dafür ja ein guter Beweis.
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