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Home > Magazin > Magazin-kompakt 11/12 > 2.Bundesliga > Torwartecke (29.09.2011)

Der Wochenrückblick von torwart.de

von Martin Thaler 

P. Klandt (foto firo)

Erst kürzlich kam hier, auf torwart.de, Patric Klandt, seinerseits Keeper beim hessischen FSV Frankfurt, zu Wort. Anlass hierzu gab seine momentan angespannte sportliche Situation, geprägt von ungewohnten Konzentrationsschwächen, mangelndem Selbstvertrauen sowie den drohenden Vertragsverhandlungen der nächsten Zeit. Der Frankfurter Rundschau gegenüber hatte er seine – im Vergleich zum Vorjahr - nachlassenden Leistungen bereits mit dem Zauberwort „Druck“ erklärt. Und zwar dem Druck, nicht zu wissen, ob er nach 2 – 3 Patzern immer noch im Tor der Frankfurter stehen würde. Es fehle einfach an langfristiger sportlicher Sicherheit, begründet vor allem durch seine anstehenden Vertragsverhandlungen.

Abgesehen davon, dass auch eine langfristige Vertragsbindung nicht immer zu sportlichen Höchstleistungen führt (Beispiele finden sich wohl in sämtlichen Kadern der 1. und 2. Liga), sind Klandt’s Aussagen mehr als nur Leisetreterei und ein verstecktes Signal an den Verein, endlich Fakten zu schaffen. Das Interview Klandts ist darüber hinaus ein Versuch, den Druck, der auf ihm lastet, zu entschärfen. Die Presse, die sonst – abseits des persönlichen Erwartungsdruck – Hauptverantwortliche sind für die Erzeugung von medialem, externem Druck auf die Spieler sind, bekommen somit – durch Klandts Offenheit – die gegenteilige Funktion zugeschrieben: nämlich die eines Ventils. Die Medien und Fans wissen nun Bescheid über die Situation Klandts, Fehler von diesem werden nun entschuldbar, weil eben erklärbar. Durch diese Linderung des externen Drucks hofft Klandt, dann auch selbst wieder zu alter Stärke zurückfinden zu können.

Doch warum ist Klandt für den Faktor „Druck“ so anfällig? Andere Keeper in vergleichbaren Situationen, wie beispielsweise Aues Martin Männel, scheinen von einem auslaufenden Vertrag eher noch angespornt zu werden, wie insbesondere die Leistungen von Männel der letzten Wochen eindrucksvoll unter Beweis stellen. Ist Klandt folglich einfach nur übermäßig sensibel?

Eine Erklärung hierfür könnte in den guten Leistungen Klandts der Vorjahre begründet liegen. Denn seit seinem Wechsel aus Rostock zu den Hessen gilt Klandt mit seiner sicheren, unkomplizierten Art als Musterprofi oder aber als absoluter „Glücksfall“ für die Frankfurter. Schnell verfassten die lokalen Medien einen wahren Kanon an Hoheliedern auf den gebürtigen Frankfurtern, erklärten ihn zu einem der besten Vertreter seiner Zunft im Unterhaus. Mit diesem Lob wuchsen zeitgleich jedoch auch die Erwartungen, der Druck von außen wie auch innen wuchs. Thomas Brdaric hatte einst dem Magazin 11 Freunde verraten: »Druck erhöht sich proportional zu deinem Bekanntheitsgrad. Je prominenter du bist, desto mehr Druck lastet auf dir.« Erfolg ist demnach ein janusköpfiger Freund. Patric Klandt muss sich entscheiden, ob er diesem Freund langfristig gewachsen ist.


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