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Sascha Amato (Darmstadt 98): "In der U17 macht man den größten Sprung!"

von Tobias Schlitzke


S. Amato (Foto: Firo)

Wie schaut die Jugendarbeit im deutschen Fußball in Bezug auf Torhüter aus? Diese Fragen haben wir Sascha Amato gestellt. Der Fachmann war mehrere Jahre bei Darmstadt 98 für die Torhüter im Jugendbereich zuständig und erzählt im Interview mit torwart.de spannende Hintergründe!

torwart.de: Du warst bis vor kurzem Jugendkoordinator bei Darmstadt 98. Wie sah deine Tätigkeit dort genau aus?

Sascha Amato: Ja, ich war bis zum August 2017 Torwartkoordinator und für das NLZ zuständig ab der U10 bis zur U19. Meine Aufgaben auf dem Platz waren Torwarttraining für den Leistungsbereich von U 15 bis zur U19. Den Grundlagenbereich deckte mein Kollege Oliver Blome ab. Ich selbst habe aber auch im Grundlagenbereich auch Einheiten geleitet und besucht, um die Entwicklung im jüngeren Bereich mit zu verfolgen. Hierfür standen Oli und ich immer im Austausch und somit hatte ich hier einen guten Überblick bei den Jüngeren. Des Weiteren war ich zuständig für Sichtung und Talentförderung. Leider musste ich aus beruflichen Gründen meinen Vertrag Auflösen, da ich nicht mehr alle Anforderungen gerecht werden konnte.

torwart.de: Wer gab die Torwartphilosophie vor?

Amato: Es gab bei meinem Amtsantritt schon im Verein ein vorhandenes Torwartkonzept! Dieses wurde aber von mir überarbeitet und nach meiner Philosophie angepasst. Schwerpunkte hier waren die Beinarbeit, taktisches Verhalten, Positionsspiel sowie die Fußtechniken. Ich denke, dass von den Grundthemen sind viele gleich sind. Daher liegt es an jedem Torwarttrainer seinen eigenen Stil zu interpretieren und mit Überzeugung zu vertreten.

torwart.de: Wie sah der Kontakt zum Profiteam aus?

Amato: Der Kontakt zur Profiabteilung führte mehr über unseren Sportlichen Leiter Ramon Berndroth. Er stellte sicher, dass wir die Anforderungen von oben auch nach unten weiter gaben. Im Großen und Ganzen hatten wir aber immer einen aktiven Austausch und wussten, was bei den Profis geschieht und auch dort war es den Verantwortlichen klar, wie wir arbeiten und was unsere Resultate waren.

torwart.de: Du hast diverse Jugendteams bei Darmstadt trainiert. In welchem Jahrgang siehst du die größten Sprünge bei den Torhütern?

Amato: Im U17 Bereich sehe ich die größten Sprünge. Die meisten Spieler kommen ja um die U14-U15 zum Verein. Um die U17 waren die meisten Jungs zwei Jahre im NLZ und man kann dann durchaus einen Leistungsschub erkennen, wenn wir ihnen unsere Inhalte vermitteln können. Daher ist das Alter auch optimal, um in ein solches NLZ zu kommen!

torwart.de: Welche Torhüter hattest du trainiert und wie haben sie sich heute entwickelt?

Amato: U19 bis U15 - mit dem ein oder anderen ehemaligen U 19 Torwart bin ich hin und wieder in Kontakt und Verfolge ihren weiteren Werdegang. Nur ganz wenige schaffen es in den Profibereich, somit bin ich mit der Entwicklung meiner Jungs zufrieden, die sich in der Oberliga oder Regionalliga wiederfinden. Ich denke, dass das schon ein Erfolg darstellt, wenn man weiß, wie schwierig das Geschäft ist.

torwart.de: Wie unterscheidet sich das Training in den jeweiligen Jahrgängen untereinander?

Amato: Das Training ist auf alle Fälle unterschiedlich. U15 und U16 wird noch intensiv im technischen Bereich gearbeitet. Es gilt vor allem die Grundlagen aufzubauen. Zudem wird erstmals auch im taktischen Bereich gearbeitet, z.Bsp. das Positionsspiel entwickelt. In der U17 und U19 wird es dann komplexer und auch von der Intensität höher trainiert. Damit müssen die Jungs dann auch klar kommen.

torwart.de: Wie oft konntest du die Jugendlichen trainieren?

Amato: Da waren unsere Möglichkeiten in Darmstadt leider etwas begrenzt. Dadurch hatten die Torhüter von U 15 bis zur U19 zweimal die Woche TW-Training. Aus meiner Sicht ist das zu wenig - gerade im U 17 und U 19 Bereich! Hier wäre es wünschenswert einen festen TW-Trainer pro Mannschaft, der mindestens drei Einheiten leitet und die Spielbetreuung abdeckt.

torwart.de: Wie häufig hattet ihr Kontakt mit den Eltern?

Amato: Es gibt Kontakt mit den Eltern im regelmäßigen Rahmen der Feedback-Gespräche. Das ist elementar für die Weiterentwicklung der jungen Spieler.

torwart.de: Wie sehr half dir dein Trainerschein dabei? Wie sehr half dir deine eigene Praxiserfahrung?

Amato: Natürlich ist jeder Trainerlehrgang wichtig und hilfreich, aber was in der Theorie gelehrt wird, ist nicht immer in der Praxis auch so umsetzbar. Du nimmst Tipps und Hilfestellungen gerne mit, aber musst dich auf jeden Torhüter einlassen denn jeder TW ist individuell mit seinen Stärken und Schwächen. Es ist natürlich für einen TW-Trainer erheblich leichter, wenn er auch selbst im Tor gespielt hat! Da man weiß wie seine Torhüter ticken und kann aus seiner eigenen Erfahrung sprechen.

torwart.de: Woran erkennst du Talente? Was zeichnet ein Talent aus?

Amato: Für mich zeichnet sich ein Talent aus, indem es Vorgaben sehr schnell wahrnehmen und umsetzen kann. Die maximale Weiterentwicklung ist dann eine logische Folge und der Erfolg stellt sich dann automatisch ein.

torwart.de: Viele Torhüter im jungen Alter setzen auf Krafttraining. Was hälst du davon?

Amato: Ich bin da kein Freund davon, dass die Torhüter im jungen Alter selbständiges Krafttraining machen. Mittlerweile gibt es in jedem NLZ einen Athletiktrainer, der das Krafttraining altersgemäß steuert. Spezifisches Krafttraining für Torhüter haben wir erst ab der U 17 gemacht.

torwart.de: Du hast mal mit ODP US Youth Soccer Europe zusammen gearbeitet. Was hat es damit aufsich?

Amato: ODP Europe ist eine Auswahl von Kinder, deren Eltern amerikanische Staatsbürger sind und hier in Deutschland oder Europa leben und arbeiten. In Deutschland und in verschiedenen Ländern von Europa gibt es Stützpunkte wie unsere DFB Stützpunkte - natürlich nur in kleinerer Ausführung. Von diesen Stützpunkten werden die Jungs und Mädchen gesichtet und für verschiedene Auswahlmaßnahmen eingeladen. Die Besten aus den verschiedenen Teams von U13 bis zur U19 werden dann weiter empfohlen für Auswahlmaßnahmen in den USA. Ich war dort fast drei Jahre tätig bis 2016 und musste dies aber aufgrund meiner Tätigkeit in Darmstadt einstellen.

torwart.de: Welche weiteren sportlichen Ziele hast du selbst?

Amato: Ich würde gerne ab Sommer wieder eine sportliche Aufgabe übernehmen!

torwart.de: Danke dir!

Amato: Gerne!

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