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Christian Wetklo "Hautnah" bei torwart.de (22.04.06)

"Mainz ist wie eine große Familie"

von Tobias Schlitzke


Christian Wetklo Foto: Firo

In seiner Jugend spielte Christian Wetklo für den SC Buer-Hassel, mitten im Ruhrgebiet. Dann wechselte er 1995 zum FC Schalke 04 und vier Jahre später zu Rot-Weiß Essen. Seit 2000 steht der Torwart beim 1. FSV Mainz 05 unter Vertrag. Nach zwei Jahren bei den 05-Amateuren, in denen er mehrmals als Ersatzkeeper der Profis bei Zweitligaspielen auf der Bank saß, kam Wetklo im Sommer 2002 zu seinem ersten Pflichtspiel in der ersten Mannschaft. Im Interview mit torwart.de erzählt der charismatische Mann aus dem Ruhrpott nicht nur das, was Mainz ausmacht, sondern noch viel mehr.

torwart.de: Das Thema, was in den letzten Wochen fast jeden interessierte, war der Zweikampf zwischen Lehmann und Kahn. Wie lautet Deine Meinung zum Zweikampf und zu Oliver Kahns Entscheidung?

Christian Wetklo: Mir steht zu diesem Thema eigentlich kein großer Kommentar zu. Es war sicherlich keine leichte Entscheidung, die beiden waren leistungsmäßig sehr eng zusammen. Lehmann muss nun durch Leistung seine Nominierung zur Nummer Eins beweisen.

Oliver Kahns Entscheidung hat mich durchaus überrascht. Ich hätte nicht damit gerechnet und kann nur den Hut vor dieser Entscheidung ziehen. Es wird Kahns letzte WM sein und es ist durchaus bewundernswert, dass er sich mit 36 Jahren noch einmal auf die Bank setzt.

torwart.de: Die Mainzer waren vor der Saison für viele erneut ein klarer Abstiegskandidat. Wie bewertest Du die Saison bisher, nachdem die Mainzer auf Platz 14 – mit 5 Punkten Abstand auf Platz 16 – stehen?

Wetklo: Es ist sicher keine große Überraschung, dass wir uns im Abstiegskampf befinden. Hätten wir uns cleverer verhalten, hätten wir durchaus mehr Punkte einsammeln können. Einige Spiele haben wir echt unglücklich verloren. Doch unsere finanziellen Möglichkeiten sind begrenzt, sodass wir keine großen Ansprüche stellen können.

torwart.de: Vor kurzem musste Manuel Friedrich nach nur zehn Minuten verletzungsbedingt ausgewechselt werden. Danach wurde kritisiert, dass ihr nicht über genügend Führungsspieler verfügt. Wie siehst Du diese Problematik?

Wetklo: Wir haben sicher Spieler, die Führungsspieler sein können. Egal ob in der Abwehr, Mittelfeld oder im Sturm. Manu (Manuel Friedrich, Anm. d. Red.) macht seine Aufgabe ziemlich gut und er ist natürlich sehr wichtig für das Team. Wenn er ausfällt, ist es natürlich schmerzhaft für uns, da wir nur über wenig Alternativen in der Abwehr verfügen.

torwart.de: Dieses Jahr habt ihr beinahe für Furore im UEFA-Cup gesorgt, als ihr gegen Sevilla nur knapp ausgeschieden seid. Wie sind Deine Erinnerungen an diese Spiele?

Wetklo: Es ist immer schön, wenn man in der Bundesliga spielt und dann einmal die Chance bekommt auch international sein Können zu beweisen. Die Einsätze im UEFA-Cup waren für alle Spieler von uns eine sehr wichtige Erfahrung und gaben uns die Möglichkeit zu sehen ob wir auch international mithalten können. Sevilla steht jetzt im Halbfinale gegen den FC Schalke 04, ist also ein international ernstzunehmendes Team und hat ganz andere Ambitionen als wir. Man muss dabei auch bedenken, wie wir uns qualifiziert haben. Dies geschah nicht aufgrund unserer Platzierung, sondern aufgrund der Fair-Play-Wertung. Alles in allem sehe ich unseren kurzen Abstecher ins internationale Geschäft aber als sehr positiv an. Eine tolle Erfahrung!

torwart.de: Themawechsel. Du warst eine lange Zeit nur Nummer Zwei hinter Dimo Wache. Wie konntest Du dich trotzdem immer wieder für das Training motivieren?

Wetklo: Natürlich möchte man immer spielen. Unter der Woche muss man dann im Training Leistung bringen, da ein Einsatz immer unverhofft kommen kann. Gegen Bremen verletzte sich Dimo dann und meine Chance kam.

torwart.de: Vor kurzem hast Du deinen Vertrag verlängert. Im Winter gab es Spekulationen, dass Du den Verein verlassen möchtest. Wie kam es zu diesem plötzlichen Wandel?

Wetklo: Mein Vertrag lief am Ende dieses Jahres aus. Dann muss man sich immer Gedanken machen, was für einen am besten ist. Natürlich gab es damals Gespräch mit anderen Vereinen, denn wenn man all die Jahre nur auf der Bank sitzt, sucht man neue Perspektiven für sich selbst. Doch Mainz 05 signalisierte, dass er auf mich baue und so habe ich mich letztlich dafür entschieden meinen Vertrag zu verlängern.

torwart.de: Wie bewertest Du dein Verhältnis zu Dimo Wache? Gibt es eine offene Rivalität?

Wetklo: Wir haben ein gutes Verhältnis untereinander. Es gibt keine Rivalität zwischen uns. Er gibt mir Tipps, wenn ihm an meinem Torwartspiel etwas auffällt. Genauso aber kann ich ihm Tipps geben, wenn mir bei ihm etwas auffällt.

torwart.de: Jürgen Klopp gilt sicher als einer der beliebtesten Trainer in der Bundesliga. Was macht ihn so besonders?

Christian Wetklo: Seine Art und sein Umgang mit Menschen sind beeindruckend. Er ist immer sehr natürlich und geht gezielt auf die Stärken und Schwächen der Spieler ein und arbeitet individuell mit ihnen. Wir haben uns alle positiv unter ihm entwickelt. Zudem sind wir eine verschworene Gemeinschaft. Unser großes Plus ist der Teamgeist.

torwart.de: Wie geht man mit der aufkommenden Popularität um?

Wetklo: Hier in Mainz verhält es sich eigentlich ganz normal. Es hat sich nicht soviel geändert. Manchmal wird man beim Einkaufen angesprochen und gibt ein paar Autogramme. Wenn man gut gehalten hat und die Fans mich darauf nach einem Spieltag ansprechen, tut das immer gut.

torwart.de: Mainz gilt heute noch als „Karnevals-Verein“. Was macht die Mainzer eigentlich besonders aus?

Wetklo: Hier in Mainz ist alles wie eine große Familie. Egal ob in der Geschäftstelle oder die Fans, alles ist einzigartig. Auch bei den Amateuren, alles läuft sehr familiär ab.

Die Fans sind ohne große Ansprüche hier. Wenn wir daheim verlieren, sind die Fans sofort wieder für uns da, wenn wir sie brauchen. Sie sind realitätsnah und wir werden hier nicht ausgepfiffen. Das macht die Sache so besonders.

torwart.de: Auf der Homepage des FSV Mainz 05 kann man lesen, dass Du neben „Torwart“ auch „Stürmer“ unter Deinem Profil als Position angibst. Wie kam es dazu?

Wetklo: Ich wollte eigentlich schon immer Torwart sein. Mein Onkel war auch schon Torwart und ich fing früh in der F-Jugend mit dem Fußball an. Durch meine Größe wurde ich in der Jugend manchmal als Stürmer eingesetzt und spiele auch heute – wenn auch recht selten – im Training im Sturm.

torwart.de: Hattest Du eigentlich ein Vorbild in deiner Jugend?

Wetklo: Mein Vorbild war ab 1992 Andreas Köpke. Doch wenn man älter wird, verliert man mit der Zeit seine Vorbilder.

torwart.de: Ab wann hast Du realisiert, dass Du Profi werden kannst?

Wetklo: Man hat natürlich immer den Traum, Fußballprofi zu werden. Ab der B-Jugend hat man sich dann seine Ziele gesetzt. Du triffst auf andere Torhüter und siehst, dass du schon um einiges weiter als deine Konkurrenten bist. Doch es muss immer alles passen und man braucht auch ein wenig Glück.

torwart.de: Du bist in der B-Jugend nach Gelsenkirchen zu den „Schalkern“ gewechselt. Wie kam es dazu?

Wetklo: Wir haben in der Jugend häufig gegen Schalke 04 gespielt, dabei oft gewonnen und ich habe dabei sehr oft gut gehalten. Sie wollten mich schon länger haben, doch letztlich wechselte ich erst in der B-Jugend zu ihnen.

torwart.de: Wie würdest Du die Zeit auf Schalke beschreiben?

Wetklo: Ich durfte anfangs oft bei den Profis mittrainieren. 1998 wechselte Jens Lehmann dann nach Mailand und es wurden in Reck und Grodas zwei neue Keeper verpflichtet, Schober war ja bereits da.  So hatte ich es anfangs natürlich sehr schwer. Im selben Jahr spielte ich auch erstmals für die U-18 Nationalmannschaft.

Schalke konnte man damals nicht mit anderen Topclubs und Jugendinternaten vergleichen. Es spielten dort natürlich eine Menge Talente, aber es gab damals nahezu keine Chance in den Profibereich hineinzukommen. Deshalb entschloss ich mich zu einem Wechsel.

torwart.de: Was würdest Du als deine Stärken bezeichnen?

Wetklo: Ich denke, ich bin ein sehr kompletter Torwart. Ich komme gerne raus und mir fällt es leicht das Spiel zu eröffnen. Doch meine Stärken sollten andere beurteilen.

torwart.de: Welches Handschuhmodell trägst Du und was hältst Du von Fingersave-Handschuhe?

Wetklo: Ich trage Uhlsport Aqua-Soft und halte nicht viel von Fingersave-Handschuhen. Bei mir muss ein Handschuh kaum spürbar sein und Innennaht haben. Mein Modell kann man nicht im Laden kaufen, es ist eine Sonderanfertigung.

torwart.de: Zum Abschluss des Interviews - Was sind Deine sportlichen Ziele?

Wetklo: Natürlich wollen wir zuerst die Liga halten. Zudem möchte ich meinen Stammplatz behalten und noch ein paar Jahre in der Bundesliga spielen.


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