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Home > WM 2018 > Schliecks-WM-Kolumne > Kolumne IV - Den Nachwuchs im Auge behalten

Thomas Schlieck schaut sich für torwart.de die WM aus einem besonderen Blickwinkel an...

Südkoreas Nummer 1 Jo Hyeon-uh mit einer feinen Leistung gegen Deutschland (foto firo)
Andy Köpke bemängelte bereits die fehlende Klasse in der nachrückenden Torwartgeneration (foto firo)
Manuel Neuer war nach dem 0:2 die Enttäuschung sichtlich anzusehen (foto firo)
Florian Müller (Mainz) gilt als Hoffnungsträger (foto firo)

"Den Nachwuchs nicht aus den Augen verlieren!"

Blicken wir nochmals auf das Spiel unserer Nationalmannschaft gegen Südkorea zurück. Nach dem zweiten Vorrundenspiel gegen Schweden habe ich auf eine Initialzündung für das Freisetzen von weiteren Kräften für einen erfolgreicheren Turnierverlauf gehofft. Das Spiel gegen Südkorea zeigte schnell, dass dieser Effekt nicht eintreten würde.

Alles, was den Erfolg im Fußball ausmacht, ließ die Mannschaft vermissen. Die über Siege im Sport mit entscheidenden Tugenden, wie Einstellung und Mentalität, Siegeswille und -überzeugung, Zielstrebigkeit ließ die Mannschaft über fast alle Spieler und Mannschaftsteile vermissen. Situative Tempowechsel, eine hohe Laufbereitschaft und Fähigkeiten des Umschaltens mit und ohne Ball, das zielgerichtete Herausspielen und Verwerten von klarsten Torchancen waren in allen drei Spielen kaum oder gar nicht vorhanden. Gegen die tief stehenden und sehr gut organisierten Abwehrreihen der Mexikaner, Schweden und Südkoreaner blieben unsere Auftritte nur Stückwerk und waren wenig überzeugend. Das frühe Ausscheiden nach der Vorrunde war die logische Konsequenz und verdient.

Unsicherheit bei Neuer beim Freistoß

Im Spiel gegen Südkorea bleiben drei Szenen von Manuel Neuer in Erinnerung. Bei einem Freistoß der Südkoreaner aus zentraler Position zeigte Neuer eine Unsicherheit als er den halbhohen Ball nicht festhalten konnte und gefährlich nach vorne abprallen ließ. Konsequent und exzellent war jedoch, wie er seinen eigenen Fehler mit einer schnellen Reaktion auf den freien Ball bereinigte und den Ball vor dem heranstürmenden südkoreanischen Stürmer ins Toraus beförderte.

Beim späten 0:1 von Südkorea war Neuer jedoch machtlos. Allerdings fiel auf, dass die deutsche Mannschaft bei dieser Ecke sehr schlecht organisiert war. Die flach gespielte Ecke der Asiaten fiel durch eine Fehlerkette der deutschen Defensive Südkoreas Kim vor die Füße, der Neuer keine Chance ließ.

Neuers Ausflug Spiegelbild für kopf- und konzeptloses Spiel der Deutschen

Vor dem 0:2 schaltete sich Neuer in die Offensivbemühungen der deutschen Mannschaft mit ein. Durch den von ihm eingeleiteten Ballverlust kamen die Südkoreaner durch einen weiten Pass unbedrängt vor das deutsche Tor. Der ehemalige Hamburger Son ließ sich diese Möglichkeit nicht nehmen. Der gut gemeinte Ausflug Neuers in die südkoreanische Hälfte wurde bitter bestraft und ist ein Spiegelbild dafür, wie kopf- und ziellos die deutsche Mannschaft bei dieser WM insgesamt agierte.

Insgesamt zeigte Neuer eine durchwachsene WM. Die fehlende Spielpraxis war ihm in manchen Spielsituationen noch anzumerken. An die großartigen Leistungen der WM 2014 konnte er nicht anknüpfen. Seine Rolle als Kapitän machte er ordentlich. Wenngleich es für ihn sicherlich nicht einfach war, sowohl Kapitän zu sein als auch die eigene Form in kurzer Zeit auf das höchst mögliche Level zu bringen. Trotzdem wird Manuel Neuer unbeschadet aus dem schlechten WM-Turnier herausgehen.

Löw muss einiges korrigieren und hinterfragen.

Jogi Löw gab in dieser Woche bekannt, dass er Trainer der Nationalelf bleiben wird. So haben die Mannschaft und der Trainerstab die Möglichkeit, bereits im September das negative Auftreten und den Imageverlust, der durch die schwache WM-Leistung eingetreten ist, zu korrigieren und bereits vor dem Start der UEFA Nations League gegen Frankreich einiges zu hinterfragen und zu korrigieren.

Manuel Neuer hat als Nummer eins von Deutschland mit 32 Jahren noch einige Jahre vor sich. Er wird für den Neuaufbau benötigt und ist mit seiner Persönlichkeit als Kapitän ein wichtiger Fixpunkt. Zusätzlich zu Manuel Neuer wird sich mit Marc-André ter Stegen, Kevin Trapp und Bernd Leno, die ab der neuen Saison alle nicht mehr in der Bundesliga spielen werden, im engeren Kreis der Nationaltorhüter nicht viel ändern. Im Spitzenbereich sind wir damit sehr gut aufgestellt.

U21 ohne Nummer 1 in der Bundesliga

Sehr aufmerksam muss man allerdings die Entwicklung beim deutschen Torwartnachwuchs im Auge behalten. Vor wenigen Jahren hatten wir mit Marc-André ter Stegen, Bernd Leno, Kevin Trapp und Timo Horn bereits vier Stammtorhüter in der Bundesliga, die in der U21 spielten.

Wie auch von Bundestorwarttrainer Andy Köpke bereits vor einigen Tagen angemerkt, spielen die Torhüter der aktuellen U21 momentan nicht in der Bundesliga. Lediglich Florian Müller (Mainz) hat in der kommenden Saison die Möglichkeit, die Nummer 1 in der Bundesliga zu werden.

Nachwuchsarbeit muss intensiviert werden

Neben den vielen Baustellen, die wir bei der A-Nationalmannschaft haben, dürfen wir den Blick auf die Herausforderungen beim deutschen Nachwuchs von der U15 bis zur U21 nicht vernachlässigen. Der Grundstein für weitere WM- und EM-Titel für die deutsche Nationalmannschaft wird schon heute im Nachwuchsbereich gelegt.


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