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Südkorea

Kim Seung-gyu

NationalitätSüdkoreaSüdkorea
Geburtsdatum30.09.1990 (35)
VereinFC Tokyo (J1 League)
Größe189 cm
Gewicht84 kg
Länderspiele86
Vereinshistorie
Herren: FC Tokyo (2025–), Al Shabab (2022–2025), Kashiwa Reysol (2020–2022), Ulsan HD (2019–2020), Vissel Kobe (2016–2019), Ulsan HD (2008–2016)
Nationalmannschaft: Südkorea (2013–), Südkorea U23 (2010–2014), Südkorea U20 (2009–2011)
Marktwert428.072 €
Ausrüsteradidas ›

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Werdegang

Ein Leben zwischen Ulsan, Japan und Saudi-Arabien

Kim Seung-gyu zählt zu den erfahrensten Torhütern Südkoreas. Geboren wurde er am 30. September 1990 in Ulsan, einer Industriestadt im Südosten des Landes. Seine komplette fußballerische Ausbildung absolvierte er bei Ulsan Hyundai, dem Klub seiner Heimatstadt. Bereits mit 18 Jahren gehörte er zum Profikader.

Von 2008 bis 2015 bestritt Kim 114 Ligaspiele für Ulsan. In dieser Zeit gewann er mit dem Klub den koreanischen Pokal und die AFC Champions League 2012. Dazu kamen Vizemeisterschaften in der K League. Für Kim war diese Phase der solide Aufbau einer Karriere, die nie über große europäische Schlagzeilen verlief, aber über Jahre von Konstanz und Verlässlichkeit geprägt war.

Japan — Vissel Kobe und Kashiwa Reysol

2016 folgte der Schritt ins Ausland. Kim wechselte zu Vissel Kobe in die japanische J1 League. Dort etablierte er sich schnell und absolvierte in mehreren Spielzeiten über 100 Ligaspiele. 2019 kehrte er kurzzeitig nach Ulsan zurück, ehe er Anfang 2020 erneut nach Japan wechselte — diesmal zu Kashiwa Reysol.

Auch bei Kashiwa blieb Kim ein verlässlicher Stammtorhüter. In drei Spielzeiten kam er auf 72 Ligaspiele. Die Jahre in Japan stärkten seinen Ruf als ruhiger, erfahrener Keeper, der weniger über Spektakel als über Stabilität, saubere Entscheidungen und eine hohe Grundkonstanz kommt.

Saudi-Arabien, Verletzung und Rückkehr nach Japan

Im Sommer 2022 wechselte Kim zu Al-Shabab nach Saudi-Arabien. Dort sammelte er in drei Spielzeiten weitere internationale Erfahrung, wurde jedoch auch durch Verletzungen zurückgeworfen. Besonders eine längere Knieproblematik kostete ihn wichtige Zeit und machte seinen Weg Richtung WM 2026 schwieriger.

2025 folgte die Rückkehr nach Japan. Kim unterschrieb beim FC Tokyo, wo er wieder in der J1 League spielt. Der Wechsel war auch mit Blick auf die Nationalmannschaft wichtig: Nach den Verletzungsproblemen ging es darum, Spielrhythmus, Stabilität und Vertrauen zurückzugewinnen.

Mit rund 1,87 Meter bringt Kim die Physis eines klassischen Torhüters mit. Sein Profil ist nicht auf spektakuläres Mitspielen ausgerichtet, sondern auf Erfahrung, Stellungsspiel, Ruhe und Verlässlichkeit. Gerade diese Eigenschaften machen ihn für Südkorea wertvoll — besonders in einem Turnier, in dem Fehler auf dieser Position kaum zu korrigieren sind.

Nationalmannschaft

Der lange Weg zur Nummer eins

Sein Debüt für die südkoreanische A-Nationalmannschaft gab Kim Seung-gyu am 14. August 2013 in einem Testspiel gegen Peru. Die Partie endete 0:0 — Kim blieb also gleich bei seinem ersten Einsatz ohne Gegentor.

Bei der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien war er noch nicht die klare Nummer eins. Er gehörte zum Kader und kam im letzten Gruppenspiel zum Einsatz. Danach folgten Jahre, in denen er sich schrittweise im Nationalteam etablierte und schließlich zu einem der prägenden Torhüter Südkoreas wurde.

WM 2022 — Nummer eins mit Licht und Schatten

Bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar stand Kim als Nummer eins im Tor Südkoreas. Das Turnier verlief für ihn mit Licht und Schatten. Zum Auftakt blieb er beim 0:0 gegen Uruguay ohne Gegentor. Im zweiten Gruppenspiel gegen Ghana kassierte Südkorea bei der 2:3-Niederlage drei Gegentore, was auch Kritik an Kim auslöste.

Gleichzeitig blieb er Teil einer Mannschaft, die sich durch das 2:1 gegen Portugal noch für das Achtelfinale qualifizierte. Dort traf Südkorea auf Brasilien und schied nach einer 1:4-Niederlage aus. Für Kim war es dennoch ein wichtiges Turnier: Er hatte die Rolle als Nummer eins auf der größten Bühne ausgefüllt und wertvolle WM-Erfahrung gesammelt.

WM 2026 — die vierte Weltmeisterschaft

Bei der Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika steht Kim Seung-gyu vor seiner vierten WM-Teilnahme. Für den inzwischen 35-Jährigen ist es sehr wahrscheinlich das letzte große Weltturnier seiner Karriere. Entsprechend emotional ist die Vorbereitung: Während des Trainingslagers in Mexiko verpasste Kim die Geburt seiner Tochter. Er erklärte, dass er seiner Familie mit guten Ergebnissen etwas zurückgeben wolle.

Südkorea trifft in Gruppe A auf Mexiko, Südafrika und Tschechien. Kim bringt über 80 Länderspiele Erfahrung mit und gehört damit zu den routiniertesten Spielern im Kader. Gleichzeitig ist seine Rolle im Tor nicht völlig ohne Konkurrenz. Vor allem Jo Hyeon-woo bleibt ein ernsthafter Kandidat auf Einsatzzeit.

Für Südkorea zählt bei dieser WM nicht nur die individuelle Qualität der Offensivstars um Kapitän Son Heung-min, sondern auch defensive Stabilität. Genau hier kommt Kim ins Spiel. Er ist kein Torhüter, der über große Gesten oder spektakuläre Inszenierung kommt, sondern über Erfahrung, Ruhe und eine lange gewachsene Präsenz. Sollte er bei der WM zwischen den Pfosten stehen, wäre es der späte Höhepunkt einer Karriere, die über Ulsan, Japan und Saudi-Arabien zurück auf die größte Fußballbühne geführt hat.


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