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Schweiz

Gregor Kobel

NationalitätSchweizSchweiz
Geburtsdatum06.12.1997 (28)
VereinBorussia Dortmund (Bundesliga)
Größe195 cm
Gewicht88 kg
Länderspiele20
Vereinshistorie
Herren: Borussia Dortmund (2021–), VfB Stuttgart (2020–2021), TSG Hoffenheim (2020–2020), VfB Stuttgart (2019–2020), FC Augsburg (2019–2019), TSG Hoffenheim II (2017–2019), TSG Hoffenheim (2016–2019), TSG Hoffenheim II (2015–2017)
Nationalmannschaft: Schweiz (2017–), Schweiz U21 (2017–2019), Schweiz U19 (2015–2016), Schweiz U17 (2014–2014)
Marktwert41.061.449 €
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Werdegang

Der Sohn des Eishockeyprofis

Gregor Kobel wurde am 6. Dezember 1997 in Zürich geboren. Sein Vater Peter Kobel war Eishockeyprofi — unter anderem in der Schweiz, wo er für mehrere bekannte Klubs aktiv war. Wer Gregor Kobels Spielweise kennt, findet darin zumindest eine interessante Parallele: Reaktionsschnelligkeit, Explosivität und Ruhe unter Druck gehören zu seinen größten Stärken.

Mit rund 1,95 Meter bringt Kobel zudem die körperlichen Voraussetzungen mit, die einen modernen Top-Torhüter auszeichnen. Schon als Kind stand er im Tor. Seine Ausbildung begann beim Grasshopper Club Zürich, wo er über Jahre hinweg im Nachwuchsbereich spielte.

Grasshopper, Hoffenheim und die ersten Bundesligaschritte

2014 wechselte Kobel nach Deutschland zur TSG Hoffenheim. Dort lief er zunächst in den Nachwuchs- und Reservemannschaften auf, ehe er schrittweise an den Profibereich herangeführt wurde. Erste Einsätze für die Profis sammelte er im DFB-Pokal, später folgte auch sein Bundesligadebüt.

Der entscheidende Entwicklungsschritt kam im Januar 2019: Hoffenheim verlieh Kobel an den FC Augsburg. Dort wurde er mitten in einer schwierigen Saison sofort gebraucht. Kobel kam auf 16 Bundesligaspiele und sammelte wichtige Erfahrungen im Abstiegskampf. Für einen jungen Torhüter war diese Phase eine echte Feuertaufe — und zugleich der Beweis, dass er auch unter Druck bestehen konnte.

Stuttgart — der Aufstieg als Wendepunkt

Im Sommer 2019 folgte die nächste Leihe: Der VfB Stuttgart, gerade in die 2. Bundesliga abgestiegen, suchte nach dem Abgang von Ron-Robert Zieler einen neuen Stammtorhüter. Kobel setzte sich durch und wurde zur Nummer eins.

Die Saison wurde zum Wendepunkt seiner Karriere. Stuttgart schaffte als Tabellenzweiter der 2. Bundesliga den direkten Wiederaufstieg, Kobel war dabei ein wichtiger Rückhalt. Im Sommer 2020 verpflichtete ihn der VfB fest. Auch in der darauffolgenden Bundesliga-Saison bestätigte er seine Entwicklung: Kobel kam auf 33 Ligaspiele und zeigte, dass er nicht nur ein talentierter Torhüter, sondern ein stabiler Bundesliga-Keeper war.

Borussia Dortmund — der Schritt in die Spitze

Im Sommer 2021 folgte der Wechsel zu Borussia Dortmund. Der BVB verpflichtete Kobel für eine Ablöse im Bereich von rund 15 Millionen Euro. Sportdirektor Michael Zorc lobte damals seine Zielstrebigkeit, seinen Ehrgeiz, seine Konstanz und sein Torhüterprofil.

In Dortmund entwickelte sich Kobel vom vielversprechenden Bundesliga-Torhüter zu einem der stärksten Keeper der Liga. Saison für Saison übernahm er mehr Verantwortung. Er wurde nicht nur auf der Linie zu einem wichtigen Rückhalt, sondern auch in der Führung der Defensive immer prägender.

Die Saison 2025/26 war statistisch besonders stark: Kobel blieb in der Bundesliga 15-mal ohne Gegentor — Ligabestwert und zugleich ein besonderer Wert in der Dortmunder Torwartgeschichte. Seine Abwehrquote lag laut Bundesliga-Daten bei rund 72 Prozent. Dortmund stellte die beste Defensive der Liga und wurde Vizemeister. Kobel war einer der entscheidenden Gründe dafür.

Auch außerhalb des Platzes wuchs sein Standing. Medienberichten zufolge beschäftigten sich internationale Topklubs mit ihm, unter anderem wurde Chelsea mit Kobel in Verbindung gebracht. Der Schweizer entschied sich jedoch für Dortmund und verlängerte seinen Vertrag bis 2028. Seine Verbindung zum BVB passt auch emotional: Kobel ist ein Torhüter, der über Intensität, Ehrgeiz und Identifikation kommt — Eigenschaften, die in Dortmund besonders geschätzt werden.

Nationalmannschaft

Das lange Warten hinter Yann Sommer

Seit der U15 durchlief Gregor Kobel die Nachwuchs-Nationalmannschaften des Schweizer Fußball-Verbands. Der Weg zur A-Nationalmannschaft war dennoch lang. Über Jahre stand mit Yann Sommer einer der besten Schweizer Torhüter der Geschichte vor ihm.

Sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gab Kobel am 1. September 2021 beim 2:1 gegen Griechenland. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich im deutschen Profifußball bereits etabliert, musste in der Schweiz aber weiter geduldig bleiben.

Bei der Weltmeisterschaft 2022 in Katar gehörte Kobel zum Schweizer Kader und kam beim 3:2-Sieg gegen Serbien zu seinem ersten WM-Einsatz. Auch bei der Europameisterschaft 2024 war er dabei, zunächst aber weiterhin als Stellvertreter von Yann Sommer.

Nach Sommers Rücktritt aus der Nationalmannschaft im August 2024 änderte sich die Rollenverteilung. Nationaltrainer Murat Yakin machte Kobel zur klaren Nummer eins. Damit begann für ihn ein neues Kapitel: vom lange wartenden Herausforderer zum festen Rückhalt der Schweiz.

WM 2026 — Kobels erstes großes Turnier als Nummer eins

Bei der Weltmeisterschaft 2026 geht Kobel erstmals als Nummer eins der Schweiz in ein großes Turnier. Für ihn ist das ein besonderer Karrierepunkt: Im Verein gehört er längst zu den besten Torhütern der Bundesliga, nun soll er diese Rolle auch im Nationalteam auf der größten Bühne bestätigen.

Die Schweiz trifft in Gruppe B auf Kanada, Katar und Bosnien-Herzegowina. Die Nati gilt in dieser Gruppe als Kandidat auf das Weiterkommen, muss ihre Favoritenrolle aber bestätigen. Für Kobel wird das Turnier auch deshalb spannend, weil er nun nicht mehr der Vertreter von Yann Sommer ist, sondern selbst im Zentrum der Erwartungen steht.

Seine Stärken passen zu dieser Rolle: Kobel bringt Größe, Explosivität, starke Reflexe und eine hohe Präsenz im Strafraum mit. Gleichzeitig hat er in Dortmund gelernt, mit Druck, großen Spielen und hohen Erwartungen umzugehen. Die WM 2026 ist für ihn deshalb mehr als nur ein weiteres Turnier — sie ist die Bühne, auf der er endgültig auch im Nationaltrikot sein eigenes Kapitel schreiben kann.


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