Für Florian Wiegele geht mit der Teilnahme an der WM in Nordamerika ein Traum in Erfüllung, denn lange Zeit war für den Torwart, der am 21.03.2001 in Graz geboren wurde, die Nationalmannschaft nicht der vorgezeichnete Weg. Er gehört zu den Torhütern, die sich ihren Weg in den Profifußball über Geduld und kontinuierliche Entwicklung erarbeitet haben. Nachdem er bei Sturm Graz im Herren-Bereich zunächst keinen Fuß fassen konnte, wechselte er zum viertklassigen SV Lebring, bei dem er 47 Partien in der Landesliga absolvierte.
2022 wechselte der 2,05 m große Hüne zum Regionalligisten FC Gleisdorf 09.Nach einer Saison in der dritten österreichischen Liga ging es zum Zweitligisten DSV Leoben, wo er 12 Spiele absolvierte. Wieder dauerte es nur ein Jahr, ehe der Torhüter den nächsten Entwicklungsschritt nahm und zu Viktoria Pilsen nach Tschechien wechselte. 2025 ging es dann per Leihe zurück in die Heimat zum Grazer AK, wo er sich märchenhaft in den Fokus von Bundestrainer Ralf Rangnick spielte. Dort überzeugte er in 15 Bundesligaspielen auf Anhieb und machte auf sich aufmerksam. Nach der Rückkehr nach Pilsen avancierte er ab November 2025 zum Stammtorhüter und bestritt auch sechs Partien in der UEFA Europa League – darunter Spiele gegen den SC Freiburg (1:2) und den FC Porto (1:1).
Im Laufe seiner Karriere entwickelte er sich zu einem modernen Torhüter mit guter Athletik und einer ruhigen Spielweise. Seine Stärken liegen vor allem im Stellungsspiel und in der Fähigkeit, auch unter Druck konzentriert zu bleiben. Darüber hinaus verfügt er über ein sauberes Passspiel, das ihm im modernen Fußball zusätzliche Bedeutung verleiht. Wiegele zählt nicht zu den lautesten Persönlichkeiten auf dem Platz, überzeugt aber durch Zuverlässigkeit und eine professionelle Herangehensweise an seine Aufgabe. Dies spiegelt sich auch in seinem kompletten Werdegang wieder.
Florian Wiegele ist in der Nationalmannschaft ein echter Newcomer mit einer märchenhaften Geschichte. Bereits ab Februar 2016 durchlief er verschiedene österreichische Jugendnationalmannschaften, im März 2020 gab er gegen Slowenien sein Debüt im U-19-Team.
Den Sprung ins A-Team schaffte er im März 2026, als Teamchef Ralf Rangnick ihn überraschend für die WM-Testspiele gegen Ghana und Südkorea nominierte. Rangnick lobte dabei ausdrücklich sein „spannendes Profil". Beim Testspiel gegen Ghana feierte Wiegele zur Halbzeit sein Länderspieldebüt – und schrieb damit sofort Geschichte: Mit 2,05 Metern ist er nicht nur der größte österreichische Nationalspieler aller Zeiten (der bisherige Rekord lag bei 2,02 Metern, gehalten von Ex-Stürmer Stefan Maierhofer), sondern auch der größte jemals für eine WM nominierte Spieler überhaupt. Den bisherigen WM-Rekord hielt der Niederländer Andries Noppert mit 2,03 Metern, der bei der WM 2022 sogar Stammkeeper der „Elftal" war.
Wenige Monate nach seinem Debüt steht Wiegele im WM-Kader für Nordamerika 2026 – ein Aufstieg, der in seiner Rasanz kaum zu überbieten ist. Bei der WM bildet er gemeinsam mit Alexander Schlager (Red Bull Salzburg) und Patrick Pentz (Brøndby IF) das Torhütertrio Österreichs. Die Nummer eins wird aller Voraussicht nach Schlager sein, doch Wiegele wurde zwischenzeitlich sogar als mögliche Stammkraft gehandelt. Im Flankenspiel und bei Standards ist seine außergewöhnliche Reichweite ein klarer Vorteil – und sein Selbstvertrauen wächst mit jeder Einheit im Nationalteam: „Es ist eine große Ehre und nicht selbstverständlich."
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