Werdegang
David Ospina ist ein weiterer Vertreter der Riege der großen Routiniers bei dieser Weltmeisterschaft. Der 1,83 Meter große Keeper wurde am 31. August 1988 in Medellín, Kolumbien, geboren und begann seine Laufbahn in der Jugend von Atlético Nacional in Medellín.
2005 gelang ihm der Durchbruch in die Profimannschaft, 2006 setzte er sich als erster Torhüter durch. Ein Jahr später gewann er mit Atlético Nacional sowohl das Eröffnungsturnier als auch das Abschlussturnier der kolumbianischen Meisterschaft 2007. Mit 18 Jahren war Ospina damit bereits Teil einer erfolgreichen Titelmannschaft und galt in Kolumbien früh als eines der größten Torwarttalente des Landes.
Zur Saison 2008/09 wechselte Ospina in die französische Ligue 1 zum OGC Nizza. Auch Boca Juniors soll Interesse gezeigt haben, doch für den damals 20-Jährigen führte der nächste Schritt nach Europa. Die Ablösesumme betrug schätzungsweise rund zwei Millionen Euro.
OGC Nizza — der Schritt nach Europa
Sein Pflichtspieldebüt für Nizza feierte Ospina am 18. Oktober 2008 gegen die AS Monaco. Seit der Saison 2009/10 war er die Nummer eins beim OGC Nizza und etablierte sich zunehmend in Frankreich. Gerade bei einem Klub, der häufig über defensive Stabilität kommen musste, konnte Ospina seine Stärken zeigen: starke Reflexe, gutes Stellungsspiel und viel Ruhe auf der Linie.
In Nizza reifte Ospina zu einem verlässlichen Ligue-1-Torhüter. Seine Leistungen machten ihn auch international bekannter und öffneten ihm schließlich die Tür in die Premier League.
Arsenal — Konkurrenz mit Petr Čech
Zur Saison 2014/15 wechselte Ospina nach London zum FC Arsenal. Nach dem Jahreswechsel eroberte er sich zeitweise die Rolle der neuen Nummer eins bei den Gunners. In dieser Phase zeigte er, dass er auch in einem europäischen Topklub bestehen kann.
Zur Saison 2015/16 wurde jedoch Petr Čech zum neuen Stammtorhüter bei Arsenal. Čech galt weiterhin als einer der größten aktiven Torhüter seiner Zeit und verdrängte Ospina wieder auf die Ersatzbank. Für den Kolumbianer reichte es bei Arsenal danach nicht mehr dauerhaft für einen Stammplatz in der Premier League. Dennoch blieb er ein wichtiger Kaderspieler, vor allem in Pokalwettbewerben und auf internationaler Bühne.
Neapel — die stärkste Europa-Phase
Am 15. August 2018 einigte sich der italienische Erstligist SSC Neapel mit Arsenal auf eine einjährige Leihe mit Kaufoption. Ospina entwickelte sich schnell zu einer wichtigen Figur im Team von Trainer Carlo Ancelotti. Am 4. Juli 2019 zog Neapel die Kaufoption und verpflichtete Ospina dauerhaft vom FC Arsenal.
In Neapel erlebte Ospina eine seiner stärksten Phasen in Europa. Besonders in der Saison 2021/22 war er unter Trainer Luciano Spalletti über weite Strecken die Nummer eins. Er absolvierte über 30 Pflichtspiele und blieb 13-mal ohne Gegentor. Damit bewies er, dass er auch im fortgeschrittenen Torwartalter noch auf hohem Serie-A-Niveau bestehen konnte.
Al-Nassr und die Rückkehr nach Kolumbien
Nach seinem Abschied aus Neapel wechselte Ospina am 11. Juli 2022 zum saudi-arabischen Klub Al-Nassr. Damit war er einer der ersten namhaften Spieler, die bereits vor der großen internationalen Transferwelle in die Saudi Pro League wechselten.
Am 30. Juni 2024 kehrte David Ospina zu seinem Jugendverein Atlético Nacional zurück. Für den kolumbianischen Fußball war das ein besonderer Moment: Der einstige Jungkeeper kam als international erfahrener Rekordnationalspieler zurück nach Medellín. In der Copa Colombia 2024 führte Ospina sein Team zum Titelgewinn. Bis heute ist der fast 38-Jährige ein Held in seiner Heimat.
Frühes Debüt und der Weg zur WM 2014
Am 7. Februar 2007 kam Ospina im Freundschaftsspiel gegen Uruguay zu seinem ersten Einsatz in der kolumbianischen Nationalmannschaft. Damit begann eine außergewöhnlich lange Karriere im Nationaltrikot.
Ospina stand im Kader für die Copa América 2011, zog sich jedoch im Rahmen der Vorbereitung eine Gesichtsverletzung zu und musste verletzungsbedingt abreisen. An der Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien nahm er mit der kolumbianischen Nationalmannschaft teil und erreichte mit ihr das Viertelfinale. Ospina kam in allen fünf WM-Spielen Kolumbiens zum Einsatz.
Diese WM 2014 war für Kolumbien ein historisches Turnier. Mit Spielern wie James Rodríguez, Juan Cuadrado und weiteren prägenden Figuren begeisterte die Mannschaft international. Ospina gab diesem Team von hinten Stabilität und war ein wichtiger Teil einer der stärksten kolumbianischen Generationen.
Rekordnationalspieler und Copa-América-Momente
Auch für die Copa América Centenario 2016 in den USA wurde Ospina nominiert. Bei der Weltmeisterschaft 2018 in Russland gehörte er erneut zum kolumbianischen Aufgebot und absolvierte alle vier Spiele. Kolumbien erreichte das Achtelfinale, schied dort aber gegen England im Elfmeterschießen aus.
Bei der Copa América 2019 erreichte er mit seiner Mannschaft das Viertelfinale gegen Titelverteidiger Chile. Am 6. September 2019 bestritt Ospina beim Freundschaftsspiel gegen Brasilien sein 100. Länderspiel.
Ein weiterer besonderer Moment folgte bei der Copa América 2021. Am 4. Juli 2021 löste Ospina mit seinem 112. Länderspiel Carlos Valderrama als Rekordnationalspieler Kolumbiens ab. Im Viertelfinalspiel gegen Uruguay avancierte er zum Matchwinner, da er beim 4:2-Erfolg nach Elfmeterschießen zwei Elfmeter hielt.
WM 2026 — der letzte große Auftritt?
Insgesamt hat Ospina inzwischen rund 130 Länderspiele für Kolumbien bestritten und ist damit der Rekordnationalspieler seines Landes. Für die kolumbianische Nationalmannschaft ist er weit mehr als nur ein Torhüter: Er steht für Kontinuität, Erfahrung und eine Ära, in der Kolumbien wieder regelmäßig auf der großen internationalen Bühne vertreten war.
Bei der Weltmeisterschaft 2026 gehört Ospina erneut zu den großen Routiniers. Für den fast 38-Jährigen ist es wohl eine der letzten Chancen, noch einmal auf der größten Bühne dabei zu sein. Ob er als klare Nummer eins oder als erfahrener Führungsspieler in das Turnier geht, hängt von Form und Kaderkonstellation ab. Sein Status ist jedoch unbestritten: David Ospina ist einer der größten Torhüter in der Geschichte Kolumbiens.
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