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Kanada

Maxime Crépeau

NationalitätKanadaKanada
Geburtsdatum11.05.1994 (32)
VereinOrlando City SC (Major League Soccer)
Größe185 cm
Gewicht88 kg
Länderspiele30
Vereinshistorie
Herren: Orlando City B (2026–), Orlando City (2026–), Portland Timbers (2024–2025), Los Angeles FC (2022–2024), Los Angeles FC II (2023–2023), Vancouver Whitecaps (2018–2022), Montreal Impact (2018–2018), Ottawa Fury (2018–2018), CF Montréal (2013–2018), FC Montréal (2015–2016), MLS Homegrown Team (2016–2016), CF Montreal Reserves (2013–2014)
Nationalmannschaft: Kanada (2015–), Kanada U22 (2015–), Kanada U23 (2015–2021), Kanada U20 (2013–2013), Kanada U17 (2011–2011)
Marktwert1.015.415 €

Werdegang

Der späte WM-Moment

Maxime Crépeau gehört zu den erfahrensten Spielerin im kanadischen WM-Kader. Der 1,85 Meter große Keeper wurde am 11. Mai 1994 in Greenfield Park, im französichsprechenden Québec, geboren und wuchs in Candiac auf. Seine Karriere ist eng mit dem Aufstieg des kanadischen Fußballs verbunden: Crépeau durchlief die Nachwuchsstrukturen in Kanada, entwickelte sich über Jahre in der MLS und steht nun vor dem größten Moment seiner Laufbahn.

Für ihn hat die Weltmeisterschaft 2026 eine besondere Bedeutung. Schon 2022 war er auf dem Weg zur WM in Katar, doch wenige Tage vor dem Turnier erlitt er im MLS-Cup-Finale eine schwere Beinverletzung. Vier Jahre später ist er zurück — und diesmal nicht nur als Kaderspieler, sondern als Kanadas Nummer eins.

Montréal — Ausbildung im kanadischen Fußball

Crépeau begann seine Laufbahn in der Akademie von Montréal Impact, dem heutigen CF Montréal. Dort wurde er ausgebildet und sammelte seine ersten Erfahrungen im professionellen Umfeld. Schon früh galt er als eines der interessanteren Torwarttalente Kanadas.

Der Weg zum Stammtorhüter verlief jedoch nicht geradlinig. In Montréal musste Crépeau lange warten und kam zunächst nur begrenzt zum Einsatz. Für einen jungen Torhüter war diese Phase schwierig, aber prägend: Er trainierte auf hohem Niveau, lernte den Profialltag kennen und blieb im Kreis der kanadischen Nationalmannschaft präsent.

Um Spielpraxis zu sammeln, wurde er 2015 an FC Montréal und 2017 an Ottawa Fury ausgeliehen. Gerade die Zeit in Ottawa war wichtig, weil Crépeau dort regelmäßig spielte und sich als verlässlicher Torhüter zeigen konnte.

Vancouver — der Durchbruch in der MLS

Der entscheidende Schritt kam 2018 mit dem Wechsel zu den Vancouver Whitecaps. Dort entwickelte sich Crépeau zum MLS-Stammtorhüter. In Vancouver bekam er das Vertrauen, das ihm zuvor gefehlt hatte, und zahlte es mit starken Leistungen zurück.

Crépeau wurde 2019 und 2021 jeweils zum Whitecaps Player of the Year gewählt. Besonders die Saison 2021 war wichtig: Er spielte regelmäßig, hielt mehrfach die Null und etablierte sich endgültig als einer der stärkeren Torhüter der Liga.

In Vancouver entwickelte Crépeau sein Profil: reaktionsstark, lautstark, mutig im Strafraum und mit einer klaren Präsenz in Drucksituationen. Er wurde nicht nur zum Rückhalt seines Vereins, sondern auch zu einem ernsthaften Kandidaten für die kanadische Nationalmannschaft.

LAFC — Titel, Drama und die verpasste WM 2022

2022 wechselte Crépeau zu Los Angeles FC. Der Schritt war sportlich erfolgreich. LAFC gewann in diesem Jahr den Supporters’ Shield und den MLS Cup. Crépeau war Teil einer der stärksten Mannschaften der Liga und stand im MLS-Cup-Finale gegen Philadelphia Union im Mittelpunkt eines dramatischen Moments.

In der Verlängerung des Finals kam Crépeau weit aus seinem Tor und stoppte einen gegnerischen Angriff. Dabei zog er sich eine schwere Fraktur im rechten Bein zu und wurde zudem mit Rot vom Platz gestellt. LAFC gewann das Finale später im Elfmeterschießen, doch für Crépeau hatte der Titel einen hohen Preis: Die Verletzung bedeutete das Aus für die Weltmeisterschaft 2022 in Katar.

Der Moment wurde später noch eindrücklicher, weil Crépeau selbst beschrieb, dass er im Herauslaufen bereits spürte, zu spät zu kommen. Er habe gesehen, wie der Ball langsamer wurde, und gedacht, dass er dieses Duell nicht mehr gewinnen könne — doch die Bewegung war schon im Gang. Die Szene steht sinnbildlich für seine Karriere: Crépeau ist ein Torhüter, der Risiken nimmt, Verantwortung übernimmt und bereit ist, einen hohen Preis zu zahlen.

Für LAFC endete der Abend mit dem MLS-Cup-Titel. Für Crépeau persönlich endete er mit einer schweren Beinverletzung und dem geplatzten Traum von der WM 2022. Diese Szene wurde zu einem Bruchpunkt seiner Karriere — aber nicht zu ihrem Ende.

Portland und Orlando — zurück zur Stabilität

Nach seiner Genesung kehrte Crépeau bei LAFC zurück, wechselte aber zur Saison 2024 zu den Portland Timbers. Dort erhielt er wieder regelmäßige Spielpraxis und fand zurück in den Rhythmus. Für einen Torhüter, der nach einer schweren Verletzung Vertrauen in Körper, Timing und Entscheidungen zurückgewinnen muss, war diese Phase besonders wichtig.

Nach zwei Jahren in Portland wurde Crépeau Free Agent. Im Januar 2026 unterschrieb er bei Orlando City SC. Der Klub verpflichtete ihn als erfahrenen kanadischen Nationaltorhüter und als neue Option für die Torwartposition.

Für Crépeau war Orlando der nächste Schritt in einer Karriere, die nie völlig geradlinig verlief. Montréal, Vancouver, LAFC, Portland, Orlando — seine Laufbahn zeigt einen Torhüter, der sich immer wieder neu behaupten musste.

Torwartprofil: Energie, Mut und Führung

Crépeau ist ein Torhüter, der stark über Energie, Explosivität und Führungsqualität kommt. Er ist kein stiller Keeper, sondern ein Torhüter mit klarer Präsenz. Er kommuniziert viel, dirigiert seine Vorderleute und bringt eine emotionale Intensität mit, die gut zu Kanadas aggressiverem Spiel unter Jesse Marsch passt.

Seine Stärken liegen auf der Linie, im Eins-gegen-eins und in Drucksituationen. Crépeau reagiert schnell, ist mutig im Herauslaufen und bereit, Risiken zu nehmen. Genau dieser Mut machte ihn 2022 im MLS-Cup-Finale zum Titelhelden und Verletzungsopfer zugleich.

Mit dem Ball ist er solide und lösungsorientiert. Er ist kein reiner Aufbaukeeper wie manche europäische Spitzentorhüter, aber er kann das Spiel beruhigen, einfache Lösungen finden und mit langen Bällen Druck überspielen. Für Kanada ist vor allem seine Mentalität entscheidend: Crépeau bringt Turnierhärte, MLS-Erfahrung und die Fähigkeit mit, auch nach Rückschlägen zurückzukommen.

 

Nationalmannschaft

Vom Nachwuchs zur A-Nationalmannschaft

Crépeau war früh Teil der kanadischen Nachwuchsauswahlen. Bereits als Jugendlicher kam er in die Programme des kanadischen Verbandes. 2011 gewann er mit Kanada Silber bei der CONCACAF U17 Championship und gehörte anschließend zum kanadischen Kader bei der U17-Weltmeisterschaft. Später spielte er auch für Kanadas U20 und U23.

Sein Debüt für die kanadische A-Nationalmannschaft gab er am 5. Februar 2016 in einem Freundschaftsspiel gegen die USA. Danach blieb er über Jahre im erweiterten Kreis der Nationalmannschaft und arbeitete sich Schritt für Schritt näher an die Rolle als Stammtorhüter heran.

Die verpasste WM 2022

Bei der erfolgreichen Qualifikation für die Weltmeisterschaft 2022 gehörte Crépeau bereits zum Kreis der kanadischen Nationaltorhüter. Kanada qualifizierte sich erstmals seit 1986 wieder für eine WM, und Crépeau war eigentlich auf dem Weg nach Katar.

Dann kam das MLS-Cup-Finale 2022. Die schwere Beinverletzung nahm ihm die erste WM seiner Karriere. Für einen Torhüter, der sich über Jahre an diese Bühne herangearbeitet hatte, war das ein bitterer Einschnitt. Kanada spielte in Katar ohne ihn, während Crépeau seine Reha begann.

Diese Vorgeschichte macht seine WM 2026 besonders. Er kommt nicht einfach zu seinem ersten Turnier, sondern zu einem Turnier, das für ihn auch eine persönliche Rückkehr auf die verpasste Bühne ist.

Copa América 2024 — der internationale Durchbruch

Der wichtigste Nationalmannschaftsmoment vor der WM 2026 war die Copa América 2024. Kanada erreichte unter Jesse Marsch überraschend das Halbfinale. Crépeau spielte dabei jede Minute des kanadischen Turnierlaufs und war einer der auffälligsten Spieler der Mannschaft.

Besonders wichtig war das 0:0 gegen Chile in der Gruppenphase, bei dem Crépeau ohne Gegentor blieb. Auch im weiteren Turnierverlauf zeigte er, dass er gegen Topgegner bestehen kann. Kanada verlor später im Halbfinale gegen Argentinien, erreichte aber als Gastteam einen historischen Erfolg.

Dieses Turnier veränderte Crépeaus Status. Er war nicht mehr nur Teil eines Torhüterduells, sondern hatte bewiesen, dass er Kanada in großen Spielen tragen kann.

WM 2026 — Nummer eins im eigenen Land

Vor der Weltmeisterschaft 2026 entwickelte sich ein enger Konkurrenzkampf zwischen Crépeau und Dayne St. Clair. St. Clair kam als MLS Goalkeeper of the Year 2025 mit starken Argumenten, Crépeau brachte dagegen mehr Nationalteam-Erfahrung und die Copa-América-Leistungen mit.

Kurz vor dem Turnier entschied sich Nationaltrainer Jesse Marsch für Crépeau als Nummer eins. Damit geht der 32-Jährige als Stammtorhüter in Kanadas Heim-WM. Kanada trifft in Gruppe B auf Bosnien-Herzegowina, Katar und die Schweiz.

Vor der Heim-WM blickte Crépeau offen auf seinen Weg zurück. Es gebe Momente, die einen körperlich und mental an schwierige Orte bringen könnten, sagte er sinngemäß. Stolz sei er aber darauf, immer wieder zurückgekommen zu sein — egal, ob nach guten oder schlechten Erfahrungen. Genau diese Haltung macht seine Geschichte besonders: 2022 verpasste er die Weltmeisterschaft verletzt, 2026 steht er als Nummer eins Kanadas im eigenen Land auf der größten Bühne.

Für Kanada ist Crépeau mehr als nur ein Torhüter. Er bringt Erfahrung, Führungsstärke und eine besondere Geschichte mit. Vom gebrochenen Bein im MLS-Cup-Finale zur Nummer eins bei der Heim-WM — seine Karriere erzählt viel über Widerstandskraft. Wenn Kanada bei dieser Weltmeisterschaft Geschichte schreiben will, wird Crépeau im Tor eine zentrale Rolle spielen.


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