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Marokko

Yassine Bounou

NationalitätMarokkoMarokko
Geburtsdatum05.04.1991 (35)
VereinAl-Hilal (Saudi Pro League)
Größe195 cm
Gewicht78 kg
Länderspiele89
Vereinshistorie
Herren: Al-Hilal (2023-), FC Sevilla (2020-2023), FC Sevilla (2019-2020), Girona (2016-2019), Real Saragossa (2014-2016), Atlético Madrid (2013-2014), Atlético Madrid B (2012-2014), Wydad Casablanca (2010-2012)
Nationalmannschaft: Marokko (2013-), Marokko U23 (2012-2012), Marokko U20 (2012-2012)
Marktwert2.381.774 €
AusrüsterElite

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Werdegang

Bono — nicht der Sänger, sondern Marokkos Nummer eins

Yassine Bounou ist bei dieser Weltmeisterschaft die marokkanische Nummer eins. International ist der Torhüter vor allem unter seinem Spitznamen Bono bekannt — was bisweilen zu kuriosen Verwechslungen führt, schließlich trägt auch der Sänger der irischen Rockband U2 diesen Namen. Im Fußball steht Bono jedoch längst für einen der besten afrikanischen Torhüter seiner Generation.

Der am 5. April 1991 in Montréal in Kanada geborene Keeper besitzt marokkanische Wurzeln und wuchs später in Marokko auf. Der 1,92 Meter große Torhüter begann seine fußballerische Ausbildung bei Wydad Casablanca und entwickelte sich dort zu einem vielversprechenden Talent.

Erste Anfänge in Casablanca

Mit dem Fußballspielen begann Bounou im Nachwuchs von Wydad Casablanca. Der Klub gehört zu den großen Namen des marokkanischen Fußballs, und für einen jungen Torhüter bedeutete diese Umgebung früh Druck, Erwartung und Konkurrenz.

Schon mit 20 Jahren stand Bounou mit Wydad im Finale der CAF Champions League 2011 gegen Espérance Tunis. Nach einem 0:0 im Hinspiel verlor Wydad das Rückspiel in Tunis mit 0:1. Für Bounou war es dennoch eine frühe Erfahrung auf kontinentaler Bühne. Auch wenn er für seinen Ausbildungsverein insgesamt nur vergleichsweise wenige Profispiele absolvierte, war diese Phase wichtig: Sie öffnete ihm den Weg nach Europa.

Atlético Madrid und Saragossa — Lernen ohne Abkürzung

Zur Saison 2012/13 wechselte Bounou zu Atlético Madrid. Dort kam er vor allem in der zweiten Mannschaft zum Einsatz und absolvierte zahlreiche Spiele in der drittklassigen Segunda División B. In der ersten Mannschaft konnte er sich nicht durchsetzen. Vor ihm standen damals etablierte Torhüter, allen voran Thibaut Courtois.

Sportlich war diese Zeit nicht der große Durchbruch, aber sie brachte Bounou in ein europäisches Spitzenumfeld. Er lernte den spanischen Fußball kennen, trainierte auf hohem Niveau und musste gleichzeitig akzeptieren, dass sein Weg nicht direkt nach oben führen würde.

Es folgte die Leihe zu Real Saragossa. Auch dort begann Bounou nicht sofort als klare Nummer eins, arbeitete sich aber im Laufe der Zeit nach vorne. In Saragossa sammelte er wichtige Spielpraxis in der zweiten spanischen Liga und machte den nächsten Schritt vom Talent zum verlässlichen Profi.

Girona — der eigentliche Durchbruch

Nach zwei Jahren in Saragossa kehrte Bounou nicht nach Madrid zurück, sondern blieb in Spanien und wechselte zum FC Girona. Dort gelang ihm der eigentliche Durchbruch. In Girona konnte er sich als Stammtorhüter etablieren und wurde zu einem der wichtigsten Spieler der Mannschaft.

Mit Girona schaffte er den Aufstieg in die La Liga. In der spanischen ersten Liga bestätigte er anschließend, dass er auch auf höherem Niveau bestehen kann. Zwar konnte Girona den späteren Abstieg nicht verhindern, doch Bounou hatte sich in Spanien einen Namen gemacht. Aus dem Torhüter, der bei Atlético nicht zum Zug gekommen war, wurde ein Keeper, der sich über Umwege in La Liga durchgesetzt hatte.

Sevilla — Europa-League-Held und internationaler Spitzentorhüter

2019 wechselte Bounou zum FC Sevilla. Zunächst war er in der Liga hinter Tomáš Vaclík nur die Nummer zwei. Gleichzeitig bekam er in der Europa League seine Einsätze — und nutzte sie eindrucksvoll. 2020 gewann Sevilla die Europa League. Bounou stand im Finale gegen Inter Mailand im Tor und hatte zuvor in der K.o.-Phase entscheidenden Anteil am Titelgewinn.

In der folgenden Saison setzte er sich endgültig auch in La Liga durch. Bounou wurde Sevillas Nummer eins und entwickelte sich zu einem der besten Torhüter Spaniens. Sein Spiel war geprägt von Ruhe, Reichweite, starken Reflexen und einer besonderen Fähigkeit, in großen Momenten präsent zu sein.

Einen weiteren Höhepunkt erreichte er in der Saison 2021/22, als er die Zamora-Trophäe als bester Torhüter der spanischen Liga gewann. Für Sevilla war das historisch: Noch nie zuvor hatte ein Torhüter des Klubs diese Auszeichnung erhalten. Spätestens zu diesem Zeitpunkt war Bounou in der internationalen Spitzengruppe angekommen.

2023 gewann er mit Sevilla erneut die Europa League. Im selben Jahr wurde er bei der Yashin Trophy Dritter und belegte beim Ballon d’Or Rang 13. Das unterstrich seinen Status: Bounou war nicht mehr nur ein sehr guter La-Liga-Keeper, sondern einer der sichtbarsten Torhüter der Welt.

Al-Hilal — der Wechsel nach Saudi-Arabien

Im Sommer 2023 wechselte Bounou zu Al-Hilal in die Saudi Pro League. Die Ablöse lag Medienberichten zufolge bei rund 21 Millionen Euro. Der Wechsel war Teil der großen Transferbewegung nach Saudi-Arabien, bei der zahlreiche internationale Stars in die Liga gingen.

Bei Al-Hilal wurde Bounou sofort Stammspieler. 2024 gewann er mit dem Klub die saudische Meisterschaft. Später kamen weitere nationale Titel hinzu. Sein Vertrag läuft inzwischen langfristig bis 2028. Auch wenn der Wechsel sportlich anders bewertet wird als seine Zeit in Spanien, blieb Bounou ein Torhüter mit internationalem Gewicht — besonders durch seine Rolle in der marokkanischen Nationalmannschaft.

Torwartprofil: Ruhe, Reichweite und große Momente

Bounou ist ein Torhüter, der über Ruhe, Reichweite, Reaktionsschnelligkeit und eine enorme Präsenz in entscheidenden Momenten kommt. Mit 1,92 Meter bringt er die körperlichen Voraussetzungen eines modernen Keepers mit, wirkt aber nie allein über Größe. Seine Stärke liegt darin, Situationen früh zu lesen und dann im richtigen Moment explosiv zu reagieren.

Besonders auffällig ist seine Gelassenheit. Bounou wirkt selten hektisch. Er kann Druckphasen überstehen, bleibt im Eins-gegen-eins lange stabil und strahlt auch in K.o.-Spielen Sicherheit aus. Genau diese Qualität machte ihn für Sevilla und Marokko so wertvoll.

Dazu kommt seine besondere Qualität bei Strafstößen. Schon bei Sevilla war er in K.o.-Spielen ein wichtiger Faktor. Bei der WM 2022 wurde er endgültig zu einem Torhüter, der große Spiele nicht nur begleitet, sondern entscheiden kann.

 


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