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England

Jordan Pickford

NationalitätEnglandEngland
Geburtsdatum07.03.1994 (32)
VereinFC Everton (Premier League)
Größe185 cm
Gewicht77 kg
Länderspiele82
Vereinshistorie
Herren: FC Everton (2017-), AFC Sunderland (2016-2017), Preston North End (2015-2015), AFC Sunderland (2015-2015), Bradford City (2014-2015), Carlisle United (2014-2014), AFC Sunderland (2013-2014), Burton Albion (2013-2013), Alfreton Town (2013-2013), Darlington (2012-2012)
Nationalmannschaft: England (2016-), England U21 (2015-2017), England U23 (2016-2016), England U22 (2015-2015), England U19 (2012-2013), England U17 (2010-2011)
Marktwert19.764.991 €
AusrüsterPuma ›

Werdegang

Jugend und erstes Premier-League-Spiel

Jordan Pickford kam am 7. März 1994 in Washington im Nordosten Englands nahe Sunderland zur Welt. 2002 trat Pickford im Alter von acht Jahren dem AFC Sunderland bei und durchlief dort die Nachwuchsabteilung des Vereins. 2011 unterschrieb er seinen ersten Profivertrag.

Der Weg in den Profifußball verlief allerdings nicht direkt. Pickford sammelte zunächst über zahlreiche Leihgeschäfte Spielpraxis — unter anderem bei Darlington, Alfreton Town, Burton Albion, Carlisle United, Bradford City und Preston North End. Diese Stationen führten ihn durch unterschiedliche Ebenen des englischen Fußballs und wurden zu einer wichtigen Grundlage seiner Entwicklung.

Anfang 2016 wurde Pickford von Sunderland zurückgeholt, als die Mannschaft in der Premier League im Abstiegskampf steckte. Sein Debüt in der ersten Mannschaft gab er am 9. Januar 2016 bei der 1:3-Niederlage im FA Cup gegen Arsenal. Sein erstes Spiel in der Premier League absolvierte er am 16. Januar 2016 bei der 1:4-Niederlage gegen Tottenham Hotspur. In dieser Saison kam er zudem noch im letzten Ligaspiel gegen den FC Watford zum Einsatz.

In der Spielzeit 2016/17 avancierte Pickford zum Stammtorhüter in Sunderland und absolvierte 29 Premier-League-Spiele. Obwohl Sunderland am Saisonende abstieg, gehörte Pickford zu den wenigen Lichtblicken des Klubs. Seine Leistungen machten deutlich, dass er trotz des schwierigen Umfelds das Potenzial für eine größere Karriere besaß.

Wechsel nach Everton

Zur Saison 2017/18 wechselte Pickford für eine vereinsinterne Rekordablösesumme von rund 25 Millionen Pfund zum Ligakonkurrenten FC Everton und unterschrieb dort zunächst einen Fünfjahresvertrag.

Sein Ligadebüt für Everton gab er am 12. August 2017, als die Toffees Stoke City im Goodison Park mit 1:0 besiegten. Am Ende seiner ersten Saison, in der er alle 38 Ligaspiele absolvierte, wurde Pickford zu Evertons Spieler der Saison gewählt.

Auch in den folgenden Spielzeiten 2018/19 und 2019/20 machte Pickford jeweils alle 38 Premier-League-Spiele für Everton. Er wurde damit schnell zu einer festen Größe des Klubs. Während Everton sportlich immer wieder schwankte, blieb Pickford im Tor eine Konstante.

Zwischen Derby-Kritik, Abstiegskampf und Vertragsverlängerung

In der Saison 2020/21 startete Everton stark, gewann die ersten vier Ligaspiele und schien zunächst einen Schritt nach vorne zu machen. Im ersten Merseyside-Derby der Saison stand Pickford jedoch stark in der Kritik. Sein Tackling gegen Virgil van Dijk führte zu einer schweren Knieverletzung des Liverpool-Verteidigers. Die Szene prägte die öffentliche Wahrnehmung Pickfords in dieser Phase, auch wenn er sportlich weiter Evertons Nummer eins blieb.

In den folgenden Jahren geriet Everton sportlich mehrfach in schwierige Situationen. Der Klub kämpfte wiederholt gegen den Abstieg und blieb deutlich hinter früheren Ansprüchen zurück. Mit den Leistungen des Torhüters hatte diese prekäre Lage allerdings nur bedingt zu tun. Pickford war häufig einer der Spieler, die Everton mit Paraden im Spiel hielten und wichtige Punkte retteten.

Gerüchte über einen möglichen Wechsel gab es in dieser Zeit immer wieder. Inzwischen ist seine Zukunft aber deutlich klarer geregelt: Im Oktober 2025 verlängerte Pickford seinen Vertrag bei Everton bis 2029. Damit ist er nicht nur Englands Nummer eins, sondern auch langfristig eine der zentralen Figuren bei den Toffees.

Torwartprofil: Energie, linker Fuß und Turnierhärte

Pickford ist ein Torhüter, der stark über Explosivität, Reaktionsschnelligkeit und Energie kommt. Er ist kein stiller, unsichtbarer Keeper, sondern einer mit präsenter Körpersprache, viel Kommunikation und hoher emotionaler Spannung.

Auf der Linie gehört er zu den stärksten englischen Torhütern seiner Generation. Er reagiert schnell, ist mutig im Eins-gegen-eins und kann mit spektakulären Paraden Spiele offenhalten. Dazu kommt sein starker linker Fuß. Pickford kann lange Bälle präzise spielen und damit direkte Angriffe einleiten. Für England war diese Qualität über Jahre wichtig, weil die Mannschaft häufig aus einer stabilen Ordnung heraus agierte und über schnelle Verlagerungen gefährlich werden wollte.

Sein Temperament wird immer wieder diskutiert. Im Nationaltrikot hat Pickford aber über Jahre bewiesen, dass er gerade bei großen Turnieren funktioniert. Er ist ein Torhüter, der nicht immer leise wirkt, aber in entscheidenden Momenten häufig da ist

Nationalmannschaft

Debüt gegen Deutschland

Pickford durchlief seit der U16 alle englischen Juniorennationalmannschaften. Mit der U21-Auswahl nahm er an der U21-Europameisterschaft 2017 in Polen teil. Wenige Monate später folgte der Schritt in die A-Nationalmannschaft.

Am 10. November 2017 debütierte Pickford für England beim 0:0 gegen Weltmeister Deutschland im Wembley-Stadion. Er blieb ohne Gegentor und überzeugte mit mehreren starken Szenen. Der englische Verband beschrieb dieses Debüt später als wichtigen Moment seiner Entwicklung zur Nummer eins.

Große Sportler brauchen manchmal auch den richtigen Zeitpunkt. Bei Pickford kam er kurz vor der WM 2018. Gareth Southgate entschied sich für ihn als Nummer eins — und Pickford nutzte diese Chance.

Halbfinale bei der WM 2018

Pickford wurde in den 23-köpfigen Kader der englischen Nationalmannschaft für die FIFA-Weltmeisterschaft 2018 berufen. Er stand im Eröffnungsspiel gegen Tunesien in der Startelf, das England mit 2:1 gewann.

Im Achtelfinale gegen Kolumbien half Pickford England, nach einem 1:1-Unentschieden mit 4:3 im Elfmeterschießen zu gewinnen. Es war der erste Sieg Englands bei einer Weltmeisterschaft im Elfmeterschießen. Im Viertelfinale besiegte England Schweden mit 2:0, Pickford blieb ohne Gegentor und wurde zum Mann des Spiels gewählt.

Das erste WM-Halbfinale Englands seit 1990 ging anschließend mit 1:2 nach Verlängerung gegen Kroatien verloren. Dennoch war das Turnier für Pickford der Durchbruch im Nationaltrikot. Aus dem vergleichsweise jungen Keeper wurde Englands Turniertorhüter.

Vizeeuropameister 2021 und erneuter Finaleinzug 2024

Auch bei der EURO 2020, die 2021 ausgetragen wurde, spielte Pickford ein starkes Turnier. Er verhalf den Three Lions mit zahlreichen Paraden und stabilen Leistungen zum Einzug in das Finale im heimischen Wembley-Stadion. Dort musste sich England im Elfmeterschießen Italien geschlagen geben. Pickford hielt dabei sogar zwei italienische Strafstöße, doch die bittere Niederlage konnte er nicht verhindern.

Bei der Weltmeisterschaft 2022 blieb Pickford Englands Nummer eins. England erreichte das Viertelfinale, schied dort aber gegen Frankreich aus. Auch bei der EURO 2024 stand Pickford erneut im Tor der Three Lions und erreichte mit England wieder das Finale. Im Viertelfinale gegen die Schweiz wurde er im Elfmeterschießen erneut zum entscheidenden Faktor, als er den Strafstoß von Manuel Akanji hielt.

Damit hat Pickford im englischen Trikot etwas geschafft, was in der Vergangenheit selten selbstverständlich war: Er gab England bei Elfmeterschießen Vertrauen. Seit 2018 wurde er mehrfach in solchen Momenten zum entscheidenden Mann.

WM 2026 — dritte Weltmeisterschaft als Nummer eins

Für die Weltmeisterschaft 2026 wurde Pickford erneut in den englischen Kader berufen. Für ihn ist es bereits die dritte WM-Endrunde nach 2018 und 2022. Bei der Kaderbekanntgabe wurde er mit über 80 Länderspielen geführt und gehört damit zu den erfahrensten Spielern im englischen Aufgebot.

England geht unter Thomas Tuchel in das Turnier. Die Mannschaft verfügt über enormes individuelles Potenzial, aber auch über hohe Erwartungen. Pickford ist in diesem Umfeld eine der Konstanten. Während sich bei England viele Rollen verändern, bleibt seine Aufgabe klar: Er soll der Mannschaft Sicherheit geben, in Drucksituationen präsent sein und in K.o.-Spielen genau jene Nervenstärke abrufen, die ihn seit 2018 im Nationaltrikot auszeichnet.

Für Pickford ist die WM 2026 deshalb mehr als nur ein weiteres Turnier. Er ist inzwischen nicht mehr der junge Keeper, der sich beweisen muss, sondern ein erfahrener Turniertorhüter, dessen Status in England über Jahre gewachsen ist. Der große Titel fehlt noch — und genau dieser Titel ist der Maßstab für diese Generation.


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