Kap Verde rund um Vozinha können mit einem Sieg gegen Saudi-Arabien nun über Platz 2 in der Gruppe träumen (firo)
Im Hard Rock Stadium von Miami (64.003 Zuschauer) hat Uruguay gegen Kap Verde erneut nicht gewonnen und bleibt nach zwei Spieltagen mit zwei Punkten im Mittelfeld der Gruppe. Die Celeste drehte einen Rückstand noch vor der Pause – nur um durch einen schweren Fehler im zweiten Durchgang wieder eingeholt zu werden. Der zweifache Torschütze Maxi Araujo war das Gesicht des Abends, konnte das Unentschieden aber nicht verhindern.
Coach Marcelo Bielsa rotierte zweifach gegenüber dem 1:1 gegen Saudi-Arabien: Sanabria und Canobbio begannen für Vina und Darwin Núñez. Kap Verdes Coach Pedro Brito wechselte ebenfalls dreifach, setzte auf Telmo Arcanjo, Garry Rodrigues und Benchimol in der Startelf. Uruguay agierte von Beginn an im 4-2-3-1 mit klarer Ballbesitzorientierung (65 %), Kap Verde lauerte tief im 4-1-4-1 auf Konter. Der Außenseiter hatte das frühe Pressing der Celeste zunächst gut im Griff, fand offensiv aber kaum statt.
Das änderte sich schlagartig in der 21. Minute: Kevin Pina zog nach einem Foulelfmeter... nein – nach einem herausgeholten Freistoß aus 30 Metern direkt ab, der Ball schlug durch eine Zwei-Mann-Mauer ins rechte Eck – Muslera streckte sich vergeblich, unhaltbar war der Schuss nicht. Das 0:1 für den Underdog. Uruguay biss sich in der Folge an Kap Verdes kompaktem Block die Zähne aus, Benchimol traf die falsche Entscheidung im Gegenzug (33.). Die Wende kam in der Schlussphase der ersten Halbzeit durch eine Einzelaktion und einen Abwehrfehler: Eine Kopfballchance von Maxi Araujo leitete den Doppelschlag ein (40.), ehe Kap-Verde-Verteidiger Sidny sich an den eigenen Innenpfosten köpfte – Araujo drückte den Ball über die Linie (44.). Nur Minuten später flankte Araujo auf Canobbio, der per Kopfball die Führung vollendete (45.+6). Torwechsel am laufenden Band.
Nach dem Seitenwechsel verwaltete Uruguay die knappe Führung, ohne zwingend zu werden. Kap Verde wartete geduldig – und bekam seinen Moment durch Gegners Fehler geschenkt: Oliveras Querpass geriet zum Fehlpass, der drei Minuten zuvor eingewechselte Helio Varela nahm den Ball stark mit und traf zum 2:2 (61.). Ein Joker-Moment, der das Spiel kippte. Kap Verde hatte nun kurz Oberwasser, Jamiro Monteiro feuerte gefährlich aus der Distanz (64.). Ein zweiter Treffer von Maxi Araujo wurde wegen knappem Abseits aberkannt (68.). In der Schlussphase drängte Uruguay auf den Siegtreffer – Rodriguez (86.), Fede Valverde (90.) und Canobbio (90.+3) näherten sich dem 3:2 an, ohne zu treffen. Bentancur rettete in letzter Sekunde gegen Nuno da Costa (90.+6).
Fernando Muslera hatte beim Freistoßtreffer von Kevin Pina keine glänzende Figur gemacht – der Ball war nicht unhaltbar. FotMob weist zudem einen Fehler vor Gegentor aus (der Olivera-Fehlpass war es, nicht Muslera – ein Datenpunkt, der hier zu hinterfragen ist). Zwei Paraden bei einem xGOT von 1,26 und einem Goals-prevented-Wert von -0,74 spiegeln eine unterdurchschnittliche Vorstellung. Vozinha hatte bei zwei Gegentreffern und einem xGOT von 1,65 kaum Eingriffsmöglichkeiten – sein Team erzielte die Tore, er blieb im Hintergrund.
Beide Teams stehen nach zwei Spieltagen bei zwei Punkten. Uruguay trifft am Samstag auf Spanien, Kap Verde auf Saudi-Arabien – die Konstellation hält noch alle vier Teams im Rennen.
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