Von Beginn an war Frankreich spielbestimmend und ließ Marokko kaum in die Nähe des Tores von Mike Maignan kommen. Dieser war daher in der ersten Hälfte auch kaum gefordert und musste lediglich im Rahmen des Spielaufbaus mitwirken.
Auch nach der Pause änderte sich wenig am Spielverlauf. Frankreich dominierte nahezu nach Belieben und ließ die Atlaslöwen kaum zur Entfaltung kommen. Lediglich in der Schlussphase kam Marokko noch einmal vor das Gehäuse von Maignan. Nach einem zunächst kurz ausgeführten Freistoß kam es zu einem Schuss aus der Distanz, doch der Torhüter war auf dem Posten und parierte sicher.
Die erste Bewährungsprobe ergab sich für Bono schon in der 4. Minute, als er einen Schuss aus 20 Metern flach auf die linke Ecke wegtauchen konnte. Auch im Anschluss an den folgenden Eckstoß war der Torhüter gefordert, konnte aber bei dem Kopfball aus kurzer Distanz gut reagieren. In der 24. Minute bekam Frankreich einen Elfmeter zugesprochen. Bono erwies sich aber wieder einmal als hervorragender Elfmeterkiller und parierte auch den schwachen Versuch von Mbappé. In der 35. Minute reagierte der Keeper abermals exzellent bei einem Flachschuss aus 13 Metern.
Nach der Pause blieb Frankreich weiterhin dominant und ging nach einer Stunde in Führung, als Mbappé aus links versetzten 7 Metern den Ball in die lange Ecke schlenzte. Bono stand hierbei rund 3 Meter vor dem Tor und damit ziemlich hoch, sodass ihm etwas Reaktionszeit fehlte. Gleichzeitig sah der Torhüter den Ball erst verspätet, da noch ein Verteidiger vermeintlich in der Schussbahn stand. Daher streckte sich der Torhüter letztlich vergeblich. Wenige Minuten später erhöhte Dembelé mit einem Schuss aus zentralen 18 Metern flach auf die rechte Ecke zum 2:0. Wieder stand der Keeper hoch und tauchte auch technisch nicht ganz optimal ab, da sein Körperschwerpunkt zu weit hinten war. Somit ließ er den Ball unter der linken Hand hindurch ins Tor rutschen.
In den letzten Minuten der Partie hatte die Equipe Tricolore noch weitere Möglichkeiten, doch war jeweils wieder Bono zur Stelle und verhinderte mit guten Aktionen noch den dritten Gegentreffer.
Frankreich steht nach einem verdienten 2:0-Erfolg gegen Marokko im Halbfinale der Weltmeisterschaft 2026. In der Neuauflage des WM-Halbfinals von 2022 bestimmte die Équipe Tricolore im ausverkauften Stadion von Foxborough über weite Strecken das Geschehen. Marokko verteidigte lange diszipliniert und durfte sich vor allem bei Yassine Bono bedanken, ehe ein französischer Doppelschlag durch Kylian Mbappé und Ousmane Dembélé die Partie entschied.
Frankreich begann in einem offensiv ausgerichteten 4-2-3-1. Hinter Mbappé besetzten Dembélé, Michael Olise und Désiré Doué die drei offensiven Räume, während Manu Koné und Adrien Rabiot das Zentrum absicherten. Marokko stellte dem eine kompakte Ordnung mit einer dicht besetzten Mittelfeldzone entgegen. Brahim Diaz agierte als alleinige Spitze, war gegen Frankreichs Restverteidigung jedoch weitgehend isoliert.
Die Franzosen kontrollierten die Ballzirkulation, schoben ihre Außenverteidiger weit nach vorne und suchten mit schnellen Positionswechseln immer wieder die Halbräume. Nach Ballverlusten setzte das Team von Didier Deschamps sofort zum Gegenpressing an. Dadurch kam Marokko kaum in sein gewohntes Umschaltspiel und musste sich über lange Phasen auf die Verteidigung des eigenen Strafraums beschränken.
Die größte Gelegenheit der ersten Hälfte bot sich Frankreich in der 25. Minute. Nach einem Foul im Strafraum trat Mbappé zum Elfmeter an, platzierte seinen Abschluss jedoch weder hart noch präzise genug. Bono erkannte die Richtung früh, blieb lange stehen und hielt den flachen Versuch sogar fest. Der marokkanische Torhüter bewahrte seine Mannschaft damit vor einem Rückstand und bestätigte seine starke Turnierform. Frankreich ließ sich von der vergebenen Möglichkeit nicht aus dem Konzept bringen, fand vor der Pause gegen Marokkos tiefen Block aber keinen entscheidenden Abschluss mehr.
Nach dem Seitenwechsel erhöhte Frankreich den Druck. Die Abstände zwischen Marokkos Mittelfeld und Abwehr wurden größer, während die Entlastung nach Ballgewinnen weiterhin fehlte. In der 60. Minute nutzte Frankreich diesen zunehmenden Raum. Doué leitete den Angriff ein, Mbappé setzte sich im linken Halbraum durch und schlenzte den Ball sehenswert ins lange Eck. Bono war bei dem präzisen Abschluss ohne realistische Abwehrchance. Der Treffer war dennoch vermeidbar, weil Marokkos Defensivverbund Mbappé zu viel Raum für die Ballannahme und den Abschluss gewährte.
Nur sechs Minuten später fiel die Vorentscheidung. Olise brachte den Ball in die gefährliche Zone, ehe Dembélé die unzureichende marokkanische Zuordnung ausnutzte und zum 2:0 in der 66. Minute abschloss. Marokkos Restverteidigung war nach dem vorherigen Aufrücken nicht kompakt genug, zudem wurde Dembélé vor dem Strafraum nicht konsequent gestellt. Bono konnte den platzierten Schuss nicht mehr erreichen.
Marokko öffnete anschließend seine Grundordnung, entwickelte aber nur vereinzelt Gefahr. Einen Distanzversuch von Azzedine Ounahi parierte Mike Maignan sicher. Auf der Gegenseite verhinderte Bono gegen den eingewechselten Bradley Barcola einen höheren Rückstand. Bei einer späten Ecke verschätzte sich der Keeper zwar, doch Frankreich konnte die Situation nicht nutzen.
Frankreich gewann das Viertelfinale aufgrund seiner größeren Pressingresistenz, der klareren Strafraumbesetzung und der individuellen Qualität in der Offensive verdient. Mbappé prägte die Partie trotz seines vergebenen Elfmeters, während Olise als Verbindungsspieler zwischen Zentrum und Angriff überzeugte. Marokkos kompakte Defensive hielt lange stand, erhielt offensiv aber zu wenig Unterstützung. Frankreich trifft im Halbfinale auf den Sieger der Begegnung zwischen Spanien und Belgien.
Kommentare (0)
Keine Kommentare vorhanden!