Ein großer Name, ein eigener Weg
Luca Zidane wurde am 13. Mai 1998 in Südfrankreich geboren; viele Profile führen Marseille, die Geburtsstadt seines Vaters Zinedine Zidane, als Geburtsort. Der 1,83 Meter große Torhüter erhielt seine fußballerische Ausbildung bei Real Madrid. Dort kam er schon früh in die Nachwuchsakademie und wurde später über Real Madrid Castilla an den Profibereich herangeführt.
Natürlich stand sein Name dabei immer im Fokus. Als Sohn eines der größten Fußballer der Geschichte war Luca Zidane früh besonderen Erwartungen ausgesetzt. Gleichzeitig musste er sich auf einer Position behaupten, die kaum Fehler verzeiht. Gerade deshalb ist seine Karriere auch der Versuch, sich Schritt für Schritt vom berühmten Familiennamen zu lösen.
Ausbildung bei Real Madrid
Bei Real Madrid durchlief Zidane fast die komplette Nachwuchsausbildung. Von der Jugend führte ihn der Weg zu Real Madrid Castilla, der zweiten Mannschaft der Königlichen. Dort sammelte er erste Erfahrungen im Erwachsenenfußball und wurde an das Niveau des Profibereichs herangeführt.
Zur Saison 2017/18 gehörte er zeitweise zum Kader der ersten Mannschaft. Hinter Keylor Navas und Kiko Casilla war er allerdings nur die Nummer drei. Für die Profis von Real Madrid absolvierte Zidane lediglich zwei Ligaspiele. Der Durchbruch bei den Königlichen blieb ihm damit verwehrt.
Racing, Rayo, Eibar und Granada
Nach seiner Zeit bei Real Madrid folgten Stationen im spanischen Profifußball. Zunächst wurde Zidane an Racing Santander verliehen, später wechselte er zu Rayo Vallecano. Dort sammelte er wichtige Erfahrung in der zweiten spanischen Liga und gehörte 2021 zum Kader, der den Aufstieg in die La Liga schaffte.
Wirklich regelmäßige Spielpraxis erhielt er anschließend vor allem bei SD Eibar. Dort konnte er sich in der Segunda División stärker zeigen und als verlässlicher Torhüter weiterentwickeln. Seit 2024 steht Zidane bei Granada CF unter Vertrag und blieb damit im spanischen Profifußball aktiv.
Seine Karriere verlief damit nicht über die ganz große Bühne von Real Madrid, sondern über die harte Arbeit in Spaniens zweiter Liga. Gerade dort musste er sich ohne den Glanz des Familiennamens behaupten.
Torwartprofil
Zidanes Spiel basiert weniger auf spektakulären Aktionen als auf Antizipation, sauberem Stellungsspiel und einer ruhigen Ausstrahlung. Seine im Vergleich zu vielen modernen Torhütern eher durchschnittliche Körpergröße kompensiert er durch Beweglichkeit, schnelle Reaktionen und gutes Timing.
Besonders im Spielaufbau zeigt sich seine Ausbildung bei Real Madrid. Zidane fühlt sich am Ball wohl, beteiligt sich aktiv an der Spieleröffnung und kann auch unter Druck kontrollierte Lösungen finden. Diese Fähigkeiten machen ihn zu einem Torhüter, der gut in moderne, ballbesitzorientierte Systeme passt.
Französischer Nachwuchstorhüter
Im Nachwuchsbereich spielte Luca Zidane zunächst für Frankreich. Er lief für mehrere französische U-Nationalmannschaften auf und gehörte unter anderem zur U17-Auswahl, die 2015 Europameister wurde. Für die A-Nationalmannschaft der Équipe Tricolore reichte es später jedoch nicht.
Damit blieb seine internationale Zukunft lange offen. Durch die Herkunft seiner Familie hatte Zidane auch die Möglichkeit, für Algerien zu spielen.
Wechsel zu Algerien
Im Jahr 2025 entschied sich Zidane über seine algerischen Wurzeln für die Nationalmannschaft Algeriens. Die FIFA genehmigte den Verbandswechsel, wodurch er fortan für die Fennecs spielberechtigt war.
Für Algerien kam dieser Schritt zu einem passenden Zeitpunkt. Die Nationalmannschaft suchte auf der Torhüterposition nach Stabilität und neuen Optionen. Zidane brachte dafür ein interessantes Profil mit: Ausbildung bei Real Madrid, Erfahrung im spanischen Profifußball und Ruhe am Ball.
Ganz unumstritten ist seine Rolle zwar nicht, doch er wurde schnell zu einer wichtigen Option im algerischen Torhüterkreis. Auch beim Afrika-Cup 2025 spielte er bereits eine Rolle für Algerien.
Starker Test gegen die Niederlande
Kurz vor der Weltmeisterschaft 2026 rückte Zidane noch einmal besonders in den Vordergrund. Beim überraschenden 1:0-Testspielsieg gegen die Niederlande zeigte er eine starke Leistung und blieb ohne Gegentor.
Dieser Auftritt war ein wichtiges Signal vor dem Turnier. Zidane konnte zeigen, dass er auch gegen hochklassige Gegner ruhig bleibt und Algerien Stabilität geben kann. Gerade vor dem schweren WM-Auftakt war das für seine Position im Torhüterkreis ein wichtiger Moment.
WM 2026 — Auftakt gegen Argentinien
Bei der Weltmeisterschaft 2026 trifft Algerien in Gruppe J auf Argentinien, Österreich und Jordanien. Direkt zum Auftakt wartet mit Titelverteidiger Argentinien und Lionel Messi eine der größtmöglichen Prüfungen.
Für Luca Zidane ist dieses Turnier der bislang größte Moment seiner Karriere. Auf Klubebene spielte er meist abseits der absoluten Topbühne, nun steht er mit Algerien im Fokus einer Weltmeisterschaft. Die WM bietet ihm die Gelegenheit, sich endgültig unabhängig vom berühmten Familiennamen zu zeigen.
Mehr als nur der Sohn von Zinedine Zidane
Luca Zidane wird wohl immer mit seinem Vater verbunden bleiben. Doch als Torhüter hat er längst seinen eigenen Weg eingeschlagen. Er wurde bei Real Madrid ausgebildet, musste sich danach aber über kleinere Stationen, Leihen und die zweite spanische Liga behaupten.
Mit Algerien bekommt er nun die große Bühne, die ihm im Klubfußball bislang nur selten offenstand. Die WM 2026 ist deshalb nicht nur ein sportlicher Prüfstein, sondern auch eine Chance: Luca Zidane kann zeigen, dass hinter dem Namen Zidane nicht nur eine große Fußballgeschichte steht, sondern auch ein Torhüter mit eigener Entwicklung.
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