Schon in der zweiten Minute brachte Sané die deutsche Mannschaft in Führung. Links im Strafraum behauptete Pavlovic mit einer technisch guten Annahme den Ball und gab anschließend in die Mitte, wo Sané aus 13 Metern flach in die linke Ecke abschloss. Galindez stand zunächst am ersten Pfosten, um einen etwaigen Abschluss direkt auf das Tor möglichst abzudecken. Aufgrund der Ablage zum Torschützen musste der Keeper nunmehr seine Position in die Mitte angleichen, wodurch er von dem Abschluss gegen die eigene Laufrichtung erwischt wurde und daher nicht mehr schnell genug mit einem explosiven Abdruck zum Ball kam.
In der 24. Minute hatte Havertz einen Kopfball aus 7 Metern zu verzeichnen, wobei er keinen Druck auf das Spielgerät brachte. Galindez konnte daher sicher zupacken. Mehr passierte vor dem Tor von Galindez bis zur Pause nicht. Auch in Halbzeit 2 blieb die deutsche Mannschaft in der Offensive blass. Lediglich in der 76. Minute musste der Keeper noch einmal bei einem Abschluss von Sané eingreifen und konnte erneut zupacken.
In der 9. Minute fuhr Ecuador infolge eines Ballverlusts von Nmecha einen Konter. Infolgedessen kam Angulo aus halblinks und versetzten 18 Metern zum Abschluss und setzte diesen flach in die rechte Ecke. Dabei tunnelte der Torschütze noch Pavlovic, sodass auch Manuel Neuer den Ball verspätet sah. Gleichzeitig schaffte es der Keeper im Anschluss lediglich, mit dem ballfernen Bein den Abdruck zu setzen, während er das ballnahe Bein bereits flach auf dem Boden ablegte. Dadurch fehlte ihm die entscheidende Reichweite, um vielleicht doch noch an den Ball heranzukommen. Ein konkreter Fehler lag allerdings nicht vor.
Danach wurde es deutlich ruhiger, sodass Neuer auch nicht mehr im Fokus stand. Dies änderte sich auch kaum nach der Pause. Nach einer Stunde konnte der Torwart einen Schuss von Valencia aus der zweiten Reihe gut abwehren. Wenig später hatte Neuer Glück, als ein Missverständnis mit Thiaw von den Ecuadorianern nicht genutzt werden konnte. In der 77. Minute traf Plata zum 2:1. Ein Eckstoß von rechts wurde auf den ersten Pfosten verlängert, wo Plata kurz hinter dem ersten Pfosten stand und den Ball an Neuer vorbei ins Tor spitzelte. Der Keeper wollte den Ball zwar noch abfangen, registrierte den Torschützen aber nicht wirklich, sodass er den entscheidenden Tick zu spät kam. Es war bereits die letzte Szene des Spiels.
Eine bittere Niederlage — und doch kein Schaden: Deutschland verlor das abschließende Gruppenspiel gegen Ecuador mit 1:2, zog aufgrund der anderen Resultate in der Gruppe aber dennoch als Gruppensieger in die K.-o.-Phase der WM 2026 ein. Für Ecuador bedeutet der Erfolg zwar den dritten Platz, doch das Team lieferte eine leidenschaftliche Leistung und bewies, dass die DFB-Elf auf diesem Leistungsniveau noch nicht stabil genug ist.
Deutschland startete im 4-2-3-1 mit Florian Wirtz auf der Zehner-Position und Leroy Sané als linkem Flügelstürmer. Die Anfangsphase schien zunächst perfekt zu laufen: In der 2. Minute vollendete Sané nach Vorarbeit von Wirtz per Linksschuss zum 0:1 — ein Traumstart. Allerdings profitierte Deutschland dabei nach übereinstimmenden Einschätzungen von einer strittigen Schiedsrichterentscheidung, die das Tor hätte verhindern können. Ecuador ließ sich davon nicht beirren: Nilson Angulo glich in der 9. Minute nach Zuspiel von Pedro Vite mit einem Rechtsschuss zum 1:1 aus — eine Antwort, die die Stimmung im Stadion sofort drehte.
Das 1:1 zur Halbzeit spiegelte das Kräfteverhältnis: Ecuador störte Deutschlands Aufbauspiel früh und aggressiv, das deutsche Pressing war unkoordiniert und die Ballverluste im Mittelfeld häufig. Wirtz blieb in dieser Partie unter seinen Möglichkeiten, Havertz im Sturmzentrum fand kaum Bindung zum Spiel. Ecuador dagegen zeigte, wie man ein physisch limitiertes Team mit Disziplin und Umschaltpressing in die Defensive drängt.
Im zweiten Durchgang setzte Bundestrainer Nagelsmann auf Wechsel — Undav für Havertz und Beier für F. Nmecha — doch die erhoffte Belebung blieb aus. In der 78. Minute schlug Ecuador eiskalt zu: Kevin Rodríguez initiierte den Angriff über die linke Seite und legte ab auf Gonzalo Plata, der per Linksschuss unhaltbar zum 2:1 traf. Deutschlands Restverteidigung war bei diesem Konter schlecht positioniert — die Zuordnung auf Rodríguez und der zu späte Zugriff auf Plata zeigten die taktischen Schwächen deutlich.
Manuel Neuer hatte beim Führungstor keine Schuld — beim Siegtreffer durch Plata war er einen Schritt zu spät; der Schuss aus halblinker Position fand eine Lücke im langen Eck. Mit einem GP-Wert von −0,4 blieb er insgesamt unter dem Erwartungswert. Für die K.-o.-Phase wird die defensive Absicherung vor Neuer das entscheidende Korrektiv sein müssen.
Hernán Galíndez im ecuadorianischen Tor zeigte dagegen einen konzentrierten Auftritt: Beide Paraden kamen aus direkter Nähe inside des Strafraums, sein GP-Wert von −0,01 zeigt, dass er exakt auf Erwartungsniveau agierte. Beim deutschen Führungstor war er chancenlos.
Deutschland qualifiziert sich mit dem Gruppensieg, trägt aber die Warnung mit, dass die offensiven Probleme — Ballverluste, mangelnde Tiefenläufe, Abhängigkeit von Einzelmomenten — im Sechzehntelfinale gegen einen körperlich und taktisch stärkeren Gegner empfindlicher bestraft werden könnten.
Manuel Neuer - Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Antonio Rüdiger, David Raum - Felix Nmecha, Aleksandar Pavlovic - Leroy Sané, Jamal Musiala, Florian Wirtz, Kai Havertz
Trainer: Julian Nagelsmann
Einwechslungen:
46. ↑ Angelo Stiller / ↓ Aleksandar Pavlovic
60. ↑ Deniz Undav / ↓ Kai Havertz
60. ↑ Malick Thiaw / ↓ Joshua Kimmich
64. ↑ Maximilian Beier / ↓ Felix Nmecha
73. ↑ Pascal Groß / ↓ Florian Wirtz
Tore:
2. 0:1 Leroy Sané (Linksschuss, Florian Wirtz)
9. 1:1 Nilson Angulo (Rechtsschuss, Pedro Vite)
77. 2:1 Gonzalo Plata (Linksschuss, Kevin Rodríguez)
Schiedsrichter: Mary Victoria Penso (United States)
Offizielle Zuschauerzahl: 80663
Stadion:New York New Jersey Stadium (East Rutherford, New Jersey)
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