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Deutschland – Elfenbeinküste 2:1

Manuel Neuer / Deutschland:

Nach einer halben Stunde ging die Elfenbeinküste etwas überraschend in Führung. Diomandé lief über links in Richtung der Grundlinie und gab dann scharf in die Mitte. Manuel Neuer war zunächst am ersten Pfosten und bewegte sich anschließend in die Mitte, wobei er sich dann spekulativ in die von ihm aus linke Ecke bewegte. In der Mitte konnte dabei aber Brown noch den Abschluss von Diallo stark blocken, wobei das Spielgerät zu Kessié prallte, der sofort abstauben konnte. Brown und Neuer waren beide noch am Boden und konnten nicht mehr abwehren.

Nach der Pause kam von der Elfenbeinküste kaum noch etwas, während die deutsche Mannschaft zunehmend auf den Ausgleich drückte. Bis zum Ende fanden die Ivorer kaum noch statt vor dem deutschen Tor. Die wenigen Möglichkeiten, die sich ergaben, verfehlten wiederum das Gehäuse. Neuer musste daher nicht mehr eingreifen.

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torwart.de-Bewertung Neuer Fofana
Ausstrahlung
Torverteidigung
Raumverteidigung
Spieleröffnung
Gesamt

Yahia Fofana / Elfenbeinküste:

Von Beginn an präsentierte sich die Elfenbeinküste als unbequemer Gegner. Ein erster Abschluss zu Beginn verfehlte das Gehäuse von Yahia Fofana. In der 10. Minute wiederum parierte der Torhüter stark und verhinderte damit den frühen Rückstand. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit wurden zwei deutsche Treffer aberkannt, jeweils aufgrund eines Foulspiels. Vielmehr hatte die Elfenbeinküste dann aber auch nicht zu überstehen.

In der 67. Minute erzielte Undav den verdienten Ausgleich für die deutsche Mannschaft. Amiri flankte vom rechten Strafraumeck in die Mitte, wo Undav einlief und aus 5 Metern den Ball unter die Latte ins Tor setzte. Fofana stand zunächst am ersten Pfosten, glich anschließend seine Position an und warf sich noch dem Torschützen entgegen, war aber letztlich aufgrund der kurzen Entfernung schlichtweg machtlos.

Kurz vor dem Ende scheiterte Brown mit einem Schuss aus halblinken 10 Metern an einer herausragenden Parade von Fofana, der blitzschnell unten war und den starken Schuss noch stärker zur Seite abwehren konnte. In der Nachspielzeit erzielte Undav noch den ganz späten Siegtreffer. Nmecha fand mit einem starken Pass Undav im Strafraum, der sich mit dem ersten Kontakt den Ball vorlegte, sich noch drehte und mit links in die Tormitte einschoss. Fofana spekulierte aufgrund der Aufdrehbewegung und bewegte sich sofort in Richtung der langen Ecke. Dadurch flog der Ball am Keeper vorbei in die Tormitte.

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Torwartvergleich Neuer Fofana
Gegentore12
Torschüsse gesamt916
Schüsse aufs Tor27
Geblockte Torschüsse54
Schüsse außerhalb Strafraum37
Schüsse innerhalb Strafraum69
xG1,231,83
xG auf das Tor1,112,33
Gegentore - xGOT0,110,33
Torwartparaden15
Schüsse gehalten %5071
Paraden durch Hechten03
Sweeper-Aktionen00
Lange Pässe426
Kurze Pässe1411
Flanken abgefangen02
Ballkontakte2550
Pässe/davon angekommen18/1837/22
Abwürfe53
Gefaustete Bälle00
Fehler vor Gegentor00

Deutschland hat seinen zweiten WM-Gruppenspiel im BMO Field in Toronto (43.036 Zuschauer, ausverkauft) mit einem mühsamen 2:1 gegen die Elfenbeinküste gewonnen und damit vorzeitig das Sechzehntelfinale gebucht. Das Ergebnis fiel erst in der 90.+4 Minute durch den Joker-Doppelpack von Deniz Undav – und kaschiert, dass die DFB-Elf beim ersten echten Turnier-Kaliber dieser WM lange mit ernsthaften Problemen zu kämpfen hatte.

Coach Emerse Faé hatte nach dem 1:0 gegen Ecuador fünfmal umgebaut und schickte eine körperlich intensive Elf ins Rennen, die Deutschland vom Anpfiff weg unter Druck setzte. Die Elefanten agierten im 4-3-3 mit Kessié und Sangaré im zentralen Mittelfeld und dem quirligen Yan Diomande als permanentem Unruheherd auf dem linken Flügel. Julian Nagelsmann setzte Deutschland im gewohnten 4-2-3-1 ein – mit Havertz als Spitze, Wirtz, Musiala und Sané darunter sowie dem Doppelsechs-Verbund Nmecha/Pavlovic.

Ein früher Havertz-Volley in der 1. Minute mit Chancencharakter und eine gute Startphase täuschten über die strukturellen Anfälligkeiten hinweg. Diomande dominierte das linke Halbfeld und ließ Joshua Kimmich im Eins-gegen-eins gleich mehrfach schlecht aussehen. In der 22. Minute wurde ein deutsches Tor aberkannt – Pavlovic hatte Keeper Fofana beim Herauslaufen gefoult. Das 0:1 in der 30. Minute war die logische Konsequenz: Diomande überspielte Kimmich erneut, Amad schloss ab, Brown blockte zwar noch, doch der Ball blieb gefährlich heiß im Strafraum – Kessié, der dem zu wenig gedeckt gebliebenen Mittelfeldmotor zu viel Raum zugestanden worden war, staubte humorlos ab. Bis zur Pause fehlte Wirtz die Durchschlagskraft, und Deutschland verlor nach dem Rückstand zunehmend den Faden.

Zur Halbzeitpause musste auch noch der Wechsel aus der Not verarbeitet werden: Schlotterbeck schied mit Beschwerden am linken Bein aus, Rüdiger übernahm. Die zweite Hälfte begann vielversprechend, kippte aber schnell: Kessié bekam erneut zu viel Raum (50., 54.), auch Inao Oulaï (51.) und ein Diomande-Volley (56.) ließen die deutsche Defensive unruhig wirken. Nagelsmanns Antwort war eindeutig: In der 60. Minute brachte er per Dreifachwechsel Leweling, Amiri und Undav für Sané, Pavlovic und Musiala. Die Maßnahme veränderte das Spiel sofort.

In der 64. Minute zeigte Fofana nach einer Kimmich-Ecke eine Unsicherheit, die Havertz sichtlich überrascht nicht mehr verwerten konnte. Die verpasste Chance rächte sich jedoch nicht: Amiri flankte in der 68. Minute aus dem rechten Halbfeld, Undav sprintete aus dem Halbraum in den Sechzehner und vollstreckte gegen den zu passiv gebliebenen Kessié zum 1:1. In der Schlussphase verpassten Pepé aus bester Position frei vor Neuer (88.), Brown (89.) und Amiri (90.+1) die Vorentscheidung auf beiden Seiten. Das letzte Wort gehörte erneut Undav: Nach Vorlage von Nmecha und einer zunächst gesetzten, dann vom VAR aufgehobenen Abseitsfahne von Konan vollendete er in der 90.+4 zum 2:1. Sein historisches Zwischenfazit nach zwei Joker-Einsätzen: zwei Vorlagen und drei WM-Tore – eine Marke, die bei deutschen Turnieren zuletzt André Schürrle bei der WM 2014 erreicht hatte.

Manuel Neuer war beim Gegentreffer machtlos und blieb bis zur riskanten Pepé-Situation in der 88. Minute nahezu ohne Eingriff (1 Parade). Herausragend war seine Spieleröffnung: sämtliche 18 gespielten Pässe kamen an – ein Zeichen für die Ruhe, die er dem deutschen Aufbauspiel in bedrängten Momenten gab. Yahia Fofana hielt die Elfenbeinküste über weite Strecken mit starken Paraden im Spiel: Fünf Abwehraktionen, drei davon durch Hechten, und ein sehr aktiver Beitrag mit 37 Pässen und zwei abgefangenen Flanken. Seine Unsicherheit nach dem Kimmich-Eckball hätte teurer werden können – sie blieb ein Schönheitsfehler in einer ansonsten ansprechenden Leistung.

Aufstellung Deutschland:

Manuel Neuer - Joshua Kimmich, Jonathan Tah, Nico Schlotterbeck, Nathaniel Brown - Felix Nmecha, Aleksandar Pavlovic - Leroy Sané, Jamal Musiala, Florian Wirtz, Kai Havertz

Trainer: Julian Nagelsmann

Einwechslungen:

  • 46. ↑ Antonio Rüdiger / ↓ Nico Schlotterbeck
  • 60. ↑ Jamie Leweling / ↓ Leroy Sané
  • 60. ↑ Nadiem Amiri / ↓ Aleksandar Pavlovic
  • 60. ↑ Deniz Undav / ↓ Jamal Musiala
  • 85. ↑ Leon Goretzka / ↓ Kai Havertz

Aufstellung Elfenbeinküste:

Yahia Fofana - Wilfried Singo, Odilon Kossounou, Emmanuel Agbadou, Ghislain Konan - Franck Kessié, Ibrahim Sangaré, Christ Inao Oulaï - Amad Diallo, Ange-Yoan Bonny, Yan Diomande

Trainer: Emerse Faé

Einwechslungen:

  • 75. ↑ Seko Fofana / ↓ Ibrahim Sangaré
  • 75. ↑ Simon Adingra / ↓ Amad Diallo
  • 75. ↑ Evann Guessand / ↓ Ange-Yoan Bonny
  • 82. ↑ Guéla Doué / ↓ Wilfried Singo
  • 85. ↑ Nicolas Pépé / ↓ Yan Diomande

Tore:

  • 30. 0:1 Franck Kessié (Rechtsschuss)

  • 68. 1:1 Deniz Undav (Linksschuss, Nadiem Amiri)

  • 90+4. 2:1 Deniz Undav (Linksschuss, Felix Nmecha)

Schiedsrichter: Juan Gabriel Benítez Mareco (Paraguay)

Offizielle Zuschauerzahl: 43036 (ausverkauft)

Stadion: Toronto Stadium (Toronto, Ontario)


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