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Home > Archiv > EM 2016 > EM-Kompakt > 05.07.2016 - Andreas Köpke DFB.de-Interview

Andreas Köpke mit Manuel Neuer beim Warmmachen (Foto: firo)

Im Interview mit DFB.de spricht DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke über die deutsche Torhüter-Historie, den Unterschied im spezifischen Torwarttraining zwischen früher und heute und über die Qualität der Ausbildung der deutschen Torwarttrainer.

Andreas Köpke über die herausragenden deutschen Torhüter der vergangenen Generationen: "Es liegt daran, dass gute Torhüter gute Torhüter nach sich ziehen. Es gab immer Vorbilder, an denen sich nachfolgende Generationen orientieren konnten. Ganz zentral natürlich Toni Turek, nach ihm Bert Trautmann, Hans Tilkowski, Sepp Maier, Toni Schumacher, mein Name gehört vielleicht auch dazu, später dann Oliver Kahn, Jens Lehmann und aktuell Manuel Neuer."

Andreas Köpke über die Forderung junger deutscher Torhüter: "Die generell sehr gute Förderung des Nachwuchses über die Stützpunkte des DFB und die Leistungszentren der Bundesligavereine ist wesentlich. Wenn ich mir heute anschaue, wie weit Torhüter der Altersklasse U 15 bereits sind - von der Fangtechnik, vom Stellungsspiel, vom Fußballerischen her -, dann ist das ein Wahnsinn."

Andreas Köpke über sein erstes Torwarttraining: "Das war 1986 in Nürnberg. Ich habe in meiner Entwicklung sehr von Manni Müller profitiert. Er konnte sich in mein Spiel hineinversetzen, er wusste, worauf er achten muss. Seine Übungen waren viel komplexer, seine Beobachtungen waren sehr wertvoll. Es war einfach gut, einen Ansprechpartner zu haben, jemanden, der sich in der Materie auskennt."

Andreas Köpke über die Voraussetzung als Torwarttrainer, selbst ein guter Torhüter gewesen zu sein: "Das Torwarttraining, das klassische Anleiten von Übungen, das kann vielleicht auch ein Trainer, der nicht selbst Torwart gewesen ist. Aber er kann viel weniger beurteilen, wann ein Torhüter richtig steht, wie er zum Ball geht, wie seine Fangtechnik ist, wie er sich abrollt. Diese Dinge sind entscheidend, deswegen glaube ich, dass man selbst Torhüter gewesen sein muss, um auf ganz hohem Niveau arbeiten zu können."

Torwarttrainer Andreas Köpke (rechts) mit Bundestrainer Joachim Löw (links) und Co-Trainer Thomas Schneider (Mitte) (Foto: firo)

Andreas Köpke über sonstige Voraussetzungen: "Sie müssen einen guten Draht zu ihren Torhütern entwickeln. Sie müssen zudem didaktisch gut sein, müssen Dinge gut vermitteln können. Es gehört einiges dazu, nicht jeder gute Torhüter ist per se geeignet, später ein guter Torwarttrainer zu sein."

Andreas Köpke über den Unterscheid des Torwarttrainings von früher zu heute: "Das Training ist viel variantenreicher geworden, schon weil sich das Torwartspiel verändert hat, die fußballerischen Elemente sind viel wichtiger geworden. Früher war das Training viel auf Explosivität und Sprungkraft ausgerichtet, wir waren viel in der Sandkiste. 90 Minuten, danach war man richtig platt. Heute haben wir diese Elemente auch noch, aber dosierter, gezielter. Wir haben auch ganz andere Trainingsmittel zur Verfügung."

Andreas Köpke über die heutigen Trainingsmittel: "Es ist grundsätzlich wichtig, dass man im Training variieren kann, das man immer wieder etwas anderes anbietet. Deswegen versuche ich immer wieder, neue Dinge auszuprobieren."

Andreas Köpke über die Torwarttrainer-Ausbildung in Deutschland: "Der DFB bietet Torwarttrainer-Leistungskurse an. Unser Ziel ist, dass Torwarttrainer in nicht ferner Zukunft eine Torwarttrainerlizenz vorweisen müssen, wenn Sie in der Bundesliga arbeiten wollen. Die Bedeutung von Torwarttrainern wird weiter steigen. Ich kann ich mir vorstellen, dass die Entwicklung dahingeht, dass es einen zweiten Torwarttrainer gibt. Schon jetzt habe ich viele Situationen erlebt, in denen dies sinnvoll gewesen wäre."

Andreas Köpke gibt jungen Torhütern noch einen Tipp: "Wichtig ist, dass die Torhüter in jungen Jahren Spielpraxis als Feldspieler erhalten. Natürlich müssen sie in Sprung- und Fangtraining geschult werden, aber nicht ausschließlich. Gerade in der Jugend ist es für Torhüter wichtig, dass sie ein Gefühl für den Raum bekommen, dass sie Spielverständnis entwickeln, dass sie lernen, Bälle mit beiden Füßen auch unter Druck verarbeiten zu können. Was das torwartspezifische Training betrifft, ist es von großer Bedeutung, dass die Torhüter altersgerecht trainieren. Ein 15 Jahre alter Torwart kann nicht mit denselben Umfängen und Inhalten trainieren wie ein Profitorwart."


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