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Torhüter-Analyse zur 2. Runde im DFB-Pokal

Autor: T. Rübe / M. Schäfer - 30.10.2026

Marcel Schuhen, Julian Krahl und Lio Rothenhagen hatten großen Anteil am Weiterkommen ihrer Mannschaften. Für Loris Karius und Karl Hein endete die zweite Pokalrunde dagegen mit folgenschweren Fehlern. In Paderborn prägten beide Torhüter eine Partie, die erst kurz vor Schluss entschieden wurde.

Karius unterläuft die entscheidende Ecke

Der FC Schalke 04 schied mit einem 0:2 bei Dynamo Dresden aus. Die Knappen entwickelten zu wenig Torgefahr, und der sonst so sichere Loris Karius leistete sich beim zweiten Gegentor einen entscheidenden Fehler.

Beim 0:1 durch Covic war ihm kein klarer Vorwurf zu machen. Der Angreifer schloss aus kurzer Distanz und halbrechter Position verdeckt ab. Karius reagierte spät und konnte den flachen Ball mit dem ausgestellten rechten Bein nicht mehr aufhalten.

Anders lag der Fall beim 0:2 kurz vor Schluss. Karius kam bei einer Ecke von rechts aus seinem Tor, unterlief aber die hohe Hereingabe. Er fand keinen passenden Absprungpunkt und kam nicht an den Ball. Hinter ihm köpfte Daferner aus kurzer Distanz zum Endstand ein.

Atubolu hält Frankfurt im Spiel und lässt einen Ball abprallen

Noah Atubolu zeigte beim 3:1 der Eintracht in Hamburg zwei Gesichter. Vor der Pause bewahrte er seine Mannschaft mit mehreren guten Aktionen vor einem Rückstand und hielt das 0:0 zur Halbzeit fest.

Beim Hamburger Anschlusstreffer in der 79. Minute patzte er dagegen. Patson Daka schoss aus halbrechter Position flach aufs Tor. Atubolu stand sehr breit und kam aus dieser Stellung nicht mehr sauber zur Seite. Er ließ den Ball nach vorne abprallen, und Moffi staubte zum 1:3 ab.

Trotz des Weiterkommens blieb für Atubolu damit ein vermeidbares Gegentor. Seinen wichtigen Paraden vor der Pause stand eine unsaubere Technik beim Hamburger Treffer gegenüber.

Hein spekuliert beim Freistoß auf eine Flanke

Werder Bremen hatte in Dortmund einen 0:2-Pausenrückstand aufgeholt, bevor Karl Hein in der Nachspielzeit entscheidend patzte. Sabitzer verwandelte einen Freistoß aus rund 20 Metern und halblinker Position direkt zum 3:2.

Heins Position und sein erster Schritt zeigten, dass er mit einer Flanke rechnete. Trotz Drei-Mann-Mauer stand er auffällig weit Richtung langer Pfosten und bewegte sich bei der Ausführung nach vorne. Als Sabitzer direkt auf die kurze Ecke schoss, musste Hein seine Bewegung korrigieren.

Mit seitlichen Schritten wollte er in die bedrohte Ecke, geriet dabei aber aus dem Gleichgewicht und bekam keinen kraftvollen Abdruck mehr hin. Er fiel eher zum Ball, statt sich aktiv in die Flugbahn zu strecken. Die fehlende Reichweite war die Folge seiner Position und seiner Bewegung davor.

Schuhen sichert Darmstadts Überraschung in Elversberg

Darmstadt 98 gewann bei der SV Elversberg mit 2:0. Die Lilien nutzten ihre wenigen Chancen konsequent, die Gastgeber blieben trotz zahlreicher Abschlüsse ohne Tor.

Daran hatte neben der fehlenden Präzision der Elversberger vor allem Marcel Schuhen Anteil. Der Darmstädter Torhüter parierte mehrfach auf der Linie und fing wichtige hohe Hereingaben ab. So verhinderte er nicht nur direkte Torchancen, sondern beendete auch Angriffe, bevor weitere Abschlüsse entstehen konnten.

Schuhen gab seiner Mannschaft die nötige Sicherheit, um die Führung gegen die über weite Strecken aktiveren Gastgeber über die Zeit zu bringen.

Bredlow und Schubert prägen das Spiel in Paderborn

Beim 1:0 des VfB Stuttgart in Paderborn stand zunächst Fabian Bredlow im Mittelpunkt. Der VfB-Torhüter, der im Pokal den Vorzug vor Seimen bekam, verhinderte in der ersten Hälfte mehrfach einen Rückstand. Vor allem bei zwei Blockaktionen verkürzte er die Distanz zum Angreifer und brachte seinen Körper hinter den Ball.

Mit dem Platzverweis gegen Paderborns Curda in der 37. Minute kippte die Partie. Die Gastgeber kamen kaum noch zu zwingenden Chancen, Stuttgart machte zunehmend Druck. Jetzt rückte Markus Schubert im Paderborner Tor in den Mittelpunkt.

Vor allem Demirović scheiterte mehrfach an ihm. Nach gut einer Stunde parierte Schubert innerhalb weniger Minuten zweimal gegen den Stuttgarter Angreifer. Auf kurze Distanz stand er mutig, bot mit seiner breiten Blockstellung viel Fläche und reagierte schnell.

Erst kurz vor Schluss war er geschlagen. Undav erreichte am ersten Pfosten eine Hereingabe von links und drückte den Ball aus wenigen Metern über die Linie. Schubert kam noch entgegen und war am Ball, konnte das Tor aber nicht verhindern.

Reichert verhindert trotz fünf Gegentoren eine frühere Entscheidung

Jan Reichert gehörte bei Nürnbergs 2:5 in Leverkusen zu den auffälligsten Spielern seiner Mannschaft. Schon vor Tapsobas Anschlusstreffer zum 1:2 kurz vor der Pause vereitelte er mehrere Chancen, besonders stark bei einer Direktabnahme von Tella.

Auch nach dem Seitenwechsel hielt Reichert den Club mit weiteren Paraden im Spiel. Leverkusen glich zwar aus, ging aber erst in der 70. Minute per Elfmeter in Führung.

Die fünf Gegentore werden Reicherts Leistung deshalb nicht gerecht. Vor allem auf der Linie verhinderte er weitere Treffer und hielt das Spiel länger offen, als der Endstand vermuten lässt.

Reimann bei Bayerns Kombinationen oft ohne Zugriff

Auch Dominik Reimanns Leistung lässt sich nicht am Ergebnis ablesen. Beim 1:6 der Magdeburger in München zeigte er mehrere gute Paraden, wurde von seiner Defensive aber immer wieder vor kaum lösbare Aufgaben gestellt.

Die Bayern spielten Angriffe mehrfach bis in den Torraum aus. In Unterzahl musste Reimann den Ballführenden und den möglichen Querpass zugleich im Blick haben. Kam der Ball dann zum freien Mitspieler, blieb ihm kaum Zeit, seine Position anzupassen.

Nach der Pause baute Olise den Vorsprung per Elfmeter zum 3:1 aus. Danach nutzten die Münchner ihre Überlegenheit zu weiteren Treffern.

Auf der Gegenseite war auch Jonas Urbig gefordert. Kurz vor der Pause hatte der Bayern-Torhüter Glück, als Magdeburg beim Stand von 1:2 nur den Pfosten traf und den möglichen Ausgleich verpasste.

Krahl hält Kaiserslautern den Weg ins Achtelfinale frei

Julian Krahl war beim 2:0 des 1. FC Kaiserslautern in Hannover der entscheidende Rückhalt. Die Gastgeber kamen zu zahlreichen Abschlüssen, scheiterten aber immer wieder am Lauterer Torhüter. Krahl kam auf zehn Paraden, sieben davon im Hechtsprung.

Schon vor der Pause war er mehrfach gefordert. Er parierte flache Schüsse ebenso wie einen gefährlichen Freistoß und hielt die knappe Halbzeitführung fest. Dabei half ihm teilweise, dass Hannover seine Abschlüsse nicht präzise genug platzierte.

Nach dem Seitenwechsel blieb Krahl zuverlässig. Kaiserslautern hielt die Gastgeber nun öfter auf Distanz und machte mit dem zweiten Tor in der Schlussphase alles klar. Die Grundlage dafür hatte der Torhüter mit seinen Paraden gelegt.

Rothenhagen entscheidet das Duell der Pokaltorhüter

Im Duell zwischen Holstein Kiel und Hoffenheim nutzten beide Ersatztorhüter ihre Chance. Lio Rothenhagen und Luca Philipp hatten großen Anteil daran, dass es nach 120 Minuten beim 1:1 ins Elfmeterschießen ging.

Der 20-jährige Rothenhagen war im Spiel seltener gefordert, verhinderte aber unter anderem in der 50. Minute eine mögliche Hoffenheimer Führung. Seinen großen Moment hatte er im Elfmeterschießen: Er parierte den fünften Hoffenheimer Versuch von Mats Rots und schoss Kiel damit ins Achtelfinale.

Auch Philipp überzeugte auf der Gegenseite. Mit einer starken Aktion in der Schlussphase und weiteren Paraden in der Verlängerung hielt er Hoffenheim im Spiel. Im Elfmeterschießen hielt er allerdings keinen Versuch. Ein Kieler Fehlschuss reichte der TSG nicht, Rothenhagens Parade entschied die Partie.


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