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Emotionale Szenen um Guillermo Ochoa

“Mein erstes Spiel war im Aztekenstadion, mein letztes Spiel war im Aztekenstadion”

Autor: T. Rübe- 25.06.2026

Bereits vor dem letzten Gruppenspiel stand Mexiko als Teilnehmer der K.o.-Runde fest. Auch das Spiel gegen Tschechien verlief positiv für El Tri, denn bereits nach einer Stunde führte der Gastgeber gegen die enttäuschenden Tschechen mit 2:0. Die emotionalsten und größten Momente begannen dann allerdings in der Schlussphase: In der 77. Minute wurde Mexikos Torwart-Legende Guillermo Ochoa noch einmal eingewechselt. Es war sein 154. Länderspieleinsatz. Damit ist der Torhüter der älteste mexikanische Nationalspieler der Geschichte und die Nummer 3 auf der Liste der mexikanischen Rekordnationalspieler.

Dass diese Einwechslung für alle Beteiligten noch einmal etwas ganz Besonderes war, wurde bereits beim Wechsel selbst deutlich, als der 40-Jährige mit Tränen in den Augen das Spielfeld betrat und Raul Rangel bei dessen Abgang umarmte. In der Torverteidigung hatte der Keeper danach zwar wenig zu überstehen, konnte sich aber mit einem weiteren positiven Ereignis in seinem „Wohnzimmer“ einbringen: Mit einem langen Abschlag leitete er den dritten Treffer ein – und das im großen und ehrwürdigen Aztekenstadion in Mexiko-Stadt vor 80.000 begeisterten Zuschauern.

Nationaltrainer Javier Aguirre erklärte nach dem Spiel die Einwechslung Ochoas: „Memo musste unbedingt spielen. Er steht früh auf, geht ins Fitnessstudio, gibt nie auf und motiviert seine Teamkollegen. Er ist wirklich besser als je zuvor. (…) Er ist eine Legende des Weltfußballs – und er ist Mexikaner.“ 

Gleichzeitig stellte Aguirre klar, dass er Ochoa in diesem Spiel bei jedem anderen Spielstand ebenfalls noch einmal gebracht hätte. Für den Torhüter ist es die 6. und letzte WM-Teilnahme. Damit gehört er zusammen mit Lionel Messi und Cristiano Ronaldo zu den wenigen Spielern, denen dies je gelungen ist.

„Mein erstes Spiel war im Aztekenstadion, mein letztes Spiel war im Aztekenstadion. Es war ein wunderschönes letztes Kapitel meiner Karriere. Vielen Dank an alle“, ließ Ochoa nach seinem womöglich letzten Einsatz auf der großen Weltbühne seine Karriere Revue passieren. Bereits vor der WM hatte Ochoa angekündigt, seine lange und illustre Karriere nach dem Turnier zu beenden. Einer der Hauptgründe für das Karriereende war für den Torhüter der Umstand, dass er nicht mehr die mexikanische Nummer 1 ist.

Der Keeper hatte vor dem Turnier erklärt: „Wenn ich zum Einsatz komme, werde ich mein Bestes geben.“ Nun fügte er sichtlich bewegt hinzu: „Das Ergebnis war wunderbar, die Atmosphäre großartig. Die ganze Zuneigung ist da, und das ist das Wichtigste, was ich mitnehme: die Freundschaft, die Wertschätzung und all die positiven Dinge.“ Diese besondere Wertschätzung erlebte der Torhüter auch von der Mannschaft, die ihn nach dem Abpfiff noch einmal hochleben ließ. Zuvor hatte er selbst ein letztes Mal den Pfosten geküsst. Es war in jeder Sekunde zu spüren, wie emotional dieser Abschied für Ochoa war – einen Torhüter, der nicht nur in seiner Heimat, sondern weltweit zu den bedeutendsten Keepern des bisherigen 21. Jahrhunderts gehört.

 

Zum Profil von Guillermo Ochoa
Torwartanalyse Tschechien gegen Mexiko 0:3


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