Unai Simón hat sich bei dieser Weltmeisterschaft endgültig in die Geschichtsbücher gespielt. Spaniens Torhüter blieb beim 3:0-Erfolg gegen Österreich erneut ohne Gegentor und stellte damit einen neuen WM-Rekord auf: 519 Minuten in Serie ohne Gegentor bei WM-Endrunden. Damit übertraf der 29-Jährige die bisherige Bestmarke von Walter Zenga, die seit der WM 1990 Bestand hatte. Der frühere italienische Nationaltorhüter war damals 517 Minuten lang unbezwungen geblieben.
Bemerkenswert ist dabei nicht nur die Zahl, sondern auch die Entstehung dieser Serie. Simóns Lauf begann bereits bei der WM 2022 in Katar. Nach dem Gegentor durch Ao Tanaka bei der 1:2-Niederlage gegen Japan kassierte der Keeper in einer WM-Partie keinen Treffer mehr. Das Achtelfinale gegen Marokko endete damals 0:0, ehe Spanien im Elfmeterschießen ausschied. Bei der WM 2026 setzte Simón seine Serie fort: Gegen Kap Verde, Saudi-Arabien, Uruguay und nun Österreich blieb Spanien jeweils ohne Gegentor.
Für Simón ist der Rekord auch deshalb besonders, weil er lange nicht zu den ganz großen internationalen Namen auf der Torhüterposition gezählt wurde. Während David Raya in der Premier League im Fokus steht und Joan García als großes spanisches Torwarttalent gilt, blieb Simón unter Luis de la Fuente die klare Nummer eins. Der spanische Nationaltrainer lobte nach dem Österreich-Spiel ausdrücklich den Anteil seines Keepers, betonte aber zugleich die kollektive Defensivarbeit der Mannschaft.
Der bisherige Rekordhalter Walter Zenga hatte seine Serie 1990 im eigenen Land aufgebaut. Italiens Torhüter blieb damals in den ersten fünf WM-Spielen ohne Gegentor, ehe Claudio Caniggia im Halbfinale für Argentinien traf. Zengas Marke galt über Jahrzehnte als kaum erreichbar. Simón hat sie nun um zwei Minuten überboten – und kann sie im weiteren Turnierverlauf noch ausbauen.
Ein anderer Rekord bleibt davon allerdings unberührt: Die meisten Spiele ohne Gegentor bei Weltmeisterschaften halten weiterhin Peter Shilton und Fabien Barthez mit jeweils zehn Clean Sheets. Dahinter folgen unter anderem Jan Jongbloed, Emerson Leão, Sepp Maier und Cláudio Taffarel mit jeweils acht. Manuel Neuer, Gilmar und Iker Casillas stehen bei sieben WM-Spielen ohne Gegentor. Simón hat nun aber die längste Zu-Null-Serie der WM-Geschichte – und damit einen der prestigeträchtigsten Torwartrekorde des Weltfußballs übernommen.
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