Alireza Beiranvand, der iranische Star im Interview (firo)
Iran blieb in der Gruppenphase der Weltmeisterschaft ungeschlagen und musste dennoch frühzeitig die Heimreise antreten. Besonders bitter: Die Mannschaft war dem erstmaligen Einzug in die K.-o.-Runde näher als je zuvor.
Einer der herausragenden iranischen Spieler war Alireza Beiranvand. Vor allem beim 0:0 gegen Belgien zeigte der Nationaltorhüter eine der stärksten Torwartleistungen der Vorrunde. Im exklusiven Interview mit torwart.de spricht Beiranvand über das schmerzhafte Ausscheiden, die Arbeit mit Torwarttrainer Alin Dincă, sein Verständnis des modernen Torwartspiels und seine Bewunderung für Manuel Neuer.
Teil 1: Alireza über das bittere WM-Aus des Iran nach der Vorrunde...
Alireza Beiranvand spielt dieses Jahr bereits seine 3. WM mit dem Iran (firo)
„Manchmal entscheiden kleinste Details“
torwart.de: Alireza, Iran ist nach drei intensiven Gruppenspielen unglücklich aus dem Turnier ausgeschieden. Wie schwer war dieser Moment für dich und die Mannschaft?
Alireza Beiranvand: Natürlich war das ein sehr schmerzhafter Moment. Wenn man sein Land bei einer Weltmeisterschaft vertritt, trägt man die Hoffnungen von Millionen Menschen mit sich. Als der Schlusspfiff ertönte und uns bewusst wurde, dass unsere Reise beendet war, überwog zunächst die Enttäuschung. Wir wussten schließlich, wie viel Arbeit wir in den vergangenen Monaten investiert hatten.
Gleichzeitig erinnert einen der Fußball manchmal daran, dass Einsatz allein nicht immer ausreicht. Wir haben in jedem Spiel gekämpft, sind als Mannschaft zusammengeblieben und haben niemals aufgegeben. Natürlich wollten wir als Spieler im Turnier bleiben, doch wir mussten auch die Realität des Fußballs akzeptieren. Manchmal entscheiden kleinste Details darüber, ob man weitermacht oder nach Hause fahren muss.
Ich persönlich versuche immer, mich darauf zu konzentrieren, was wir aus einer Situation lernen können, anstatt nur auf das zu schauen, was wir verloren haben. Jedes große Turnier lehrt einen etwas über sich selbst, über die Mitspieler und über das höchste Niveau des Fußballs.
Trotz der Enttäuschung bin ich stolz auf meine Mitspieler. Wir haben unter schwierigen Umständen Disziplin, Charakter und Widerstandskraft gezeigt.
torwart.de: Iran ist in der Gruppe ungeschlagen geblieben und trotzdem aus dem Turnier ausgeschieden. Wie bewertest du diese Weltmeisterschaft?
Alireza Beiranvand: Ich denke, beide Sichtweisen sind richtig. Das Verpassen der K.-o.-Runde schmerzt, weil wir davon überzeugt waren, dass wir die Qualität hatten, die nächste Runde zu erreichen. Ungeschlagen auszuscheiden zeigt zugleich, wie klein die Unterschiede auf diesem Niveau sein können.
Gleichzeitig haben wir bewiesen, dass der iranische Fußball auch gegen starke Gegner bestehen kann. Wir waren gut organisiert, diszipliniert und als Mannschaft geschlossen. Auf diesem Niveau entscheiden oft Details. Deshalb überwiegt zwar die Enttäuschung, aber wir nehmen auch viel Selbstvertrauen für die Zukunft mit.
torwart.de: Was hat im letzten Gruppenspiel gegen Ägypten gefehlt?
Alireza Beiranvand: Es gab nicht den einen entscheidenden Grund. Auf diesem Niveau wird das Weiterkommen durch Details entschieden: eine einzelne Entscheidung, ein Abschluss oder eine Defensivaktion.
Wir haben viele Phasen des Spiels gut kontrolliert, waren in den entscheidenden Momenten jedoch nicht effizient genug. Diese Erfahrungen werden uns helfen, uns weiterzuentwickeln.
Teil 2: Alireza über seinen großes Spiel gegen Belgien...
Gegen Belgien zeigte Beiranvand eine Glanzleistung zum sensationellen 0:0 für den Iran (firo)
„Mein Fokus liegt immer auf der nächsten Aktion“
torwart.de: Gegen Belgien hast du eine der stärksten Torwartleistungen der Vorrunde gezeigt. Wann hattest du das Gefühl, dass es dein Spiel werden könnte?
Alireza Beiranvand: Während eines Spiels denke ich nicht in dieser Weise. Mein Fokus liegt immer nur auf der nächsten Aktion. Ich habe mich sehr wohl und sicher gefühlt, weil die Kommunikation mit meinen Verteidigern hervorragend funktioniert hat.
Nach der ersten wichtigen Parade fand ich ganz natürlich immer besser in meinen Rhythmus. Mein Ziel war jedoch zu jeder Zeit, der Mannschaft zu helfen – und nicht, über persönliche Anerkennung nachzudenken.
torwart.de: Die Parade gegen Maxim De Cuyper – Technik, Antizipation oder Instinkt?
Alireza Beiranvand: Große Paraden entstehen nie nur aus Instinkt. Noch bevor der Schuss kommt, spielen die richtige Positionierung, das Lesen des Angriffs und das Erkennen der Körpersprache des Schützen eine entscheidende Rolle.
Wenn der Ball dann tatsächlich aufs Tor kommt, basiert die Reaktion auf Tausenden Wiederholungen im Training. Gute Vorbereitung schafft den Instinkt.
torwart.de: Wie hältst du gegen eine Mannschaft wie Belgien über 90 Minuten die Konzentration?
Alireza Beiranvand: Konzentration beginnt lange vor einem möglichen Torschuss. Es geht darum, das Spiel ständig zu beobachten, fortlaufend mit den Mitspielern zu kommunizieren und Situationen frühzeitig zu erkennen.
Eine kontrollierte Atmung, die richtige Positionierung und die Kommunikation mit meinen Mitspielern helfen mir dabei, mental jederzeit im Spiel zu bleiben. Auch die Erfahrung spielt eine wichtige Rolle: Mit der Zeit lernt man, sich nach jeder Aktion sofort neu zu fokussieren.
Teil 3: Alireza über die die Zusammenarbeit mit seinem Torwarttrainer Alin Dincă...
Der iranische Torwart-Trainer Alin Dinca (firo)
„Alin bereitet uns auf Situationen vor, bevor sie eintreten“
torwart.de: Was zeichnet Alin Dincă aus deiner Sicht als Torwarttrainer besonders aus?
Alireza Beiranvand: Ich glaube, eine der wichtigsten Eigenschaften eines Torwarttrainers ist die Fähigkeit, einen auf Situationen vorzubereiten, bevor sie tatsächlich eintreten. Genau das schätze ich an der Zusammenarbeit mit Alin Dincă besonders.
torwart.de: Wie läuft eure Vorbereitung auf einen Gegner konkret ab?
Alireza Beiranvand: Unsere Vorbereitung beginnt nicht erst am Spieltag, sondern bereits mehrere Tage zuvor mit einer detaillierten Analyse des Gegners. Wir untersuchen, wie einzelne Spieler abschließen, welchen Fuß sie bevorzugen, wie sie bei Flanken agieren, wie sie sich in Eins-gegen-eins-Situationen verhalten und sogar, wie sie unter Druck reagieren. Wenn man mit diesem Wissen auf den Platz geht, wird man seltener überrascht, weil viele mögliche Situationen bereits im Kopf vorhanden sind.
torwart.de: Worauf legt Alin im Training besonderen Wert?
Alireza Beiranvand: Auf dem Trainingsplatz legt Alin enormen Wert auf Details. Manchmal geht es nur um eine kleine Korrektur: den Winkel des Körpers, den ersten Schritt, die Ausgangsposition oder das Timing beim Herauslaufen. Auf internationalem Niveau können jedoch genau diese wenigen Zentimeter darüber entscheiden, ob man den Ball hält oder ein Gegentor kassiert.
Was ich ebenfalls sehr schätze, ist, dass wir nicht einfach nur für spektakuläre Paraden trainieren. Jede Übung verfolgt einen taktischen Zweck. Wir stellen Spielsituationen nach, diskutieren verschiedene Lösungsmöglichkeiten und analysieren, warum eine Entscheidung besser ist als eine andere. Dadurch entwickelt man nicht nur seine Technik weiter, sondern auch sein Verständnis für das Spiel.
torwart.de: Wie schafft er es, alle drei Torhüter einzubeziehen?
Alireza Beiranvand: Alin schafft eine Atmosphäre, in der jeder Torhüter einbezogen wird. Auch wenn nur einer von uns im Spiel beginnt, leisten alle drei Torhüter während der Woche ihren Beitrag. Wir fordern uns gegenseitig heraus, tauschen uns aus und entwickeln uns gemeinsam weiter. Ein gesunder Konkurrenzkampf ist wichtig, genauso aber auch der gegenseitige Respekt. Alin hat es geschafft, hier die richtige Balance herzustellen.
torwart.de: Welche Bedeutung hat seine Persönlichkeit für dich?
Alireza Beiranvand: Ich persönlich schätze außerdem seine Ruhe. Fußball auf höchstem Niveau bringt enormen Druck mit sich, besonders bei einer Weltmeisterschaft. Als Torwart braucht man Menschen um sich herum, die klar und ruhig bleiben. Alin besitzt diese Fähigkeit. Er weiß, wann er einen antreiben muss, wann eine Korrektur notwendig ist und wann es vor allem darum geht, Vertrauen zu vermitteln. Manchmal sind ein paar Worte im richtigen Moment mehr wert als eine komplette Trainingseinheit.
Im Laufe meiner Karriere habe ich mit verschiedenen Torwarttrainern gearbeitet, und jeder von ihnen hat mir etwas mitgegeben. Mit Alin habe ich das Gefühl, mich besonders in den Bereichen Entscheidungsfindung, Positionierung und taktisches Verständnis weiterentwickelt zu haben. Er sucht ständig nach neuen Ideen und modernen Trainingsmethoden, verliert dabei aber nie die Grundlagen unserer Position aus den Augen. Diese Verbindung aus Innovation und klassischen Torwartprinzipien ist aus meiner Sicht eine seiner größten Stärken.
Am Ende geht es im Fußball immer um Vertrauen. Ein Torwart muss seinen Verteidigern, seinen Mitspielern und seinem Trainer vertrauen. Wenn dieses Vertrauen vorhanden ist, spielt man freier und selbstbewusster. Ich glaube, dass mir unsere gemeinsame Arbeit nicht nur geholfen hat, ein besserer Torwart zu werden, sondern auch eine stärkere Führungsfigur für die Mannschaft.
Das iranische Torwart-Team rund um Alin Dinca und Alireza Beiranvand (firo)
torwart.de: Welche Rolle spielt der gemeinsame Austausch über Spielsituationen?
Alireza Beiranvand: Wir verbringen viel Zeit damit, über das Spiel zu sprechen. Nach dem Training gehen wir Situationen noch einmal durch, tauschen Meinungen aus und analysieren unterschiedliche Lösungsmöglichkeiten. Alin fördert diese Gespräche, weil er möchte, dass wir wie Torhüter denken und nicht nur wie Torhüter reagieren.
Für mich ist das einer der größten Unterschiede zwischen wirklicher Erfahrung und dem bloßen Älterwerden. Erfahrung bedeutet, zu verstehen, warum etwas passiert ist und wie man es beim nächsten Mal besser lösen kann.
torwart.de: Wie wichtig ist es, dass alle Torhüter gleichwertig behandelt werden?
Alireza Beiranvand: Ich schätze besonders, dass Alin jedem Torhüter mit demselben Respekt begegnet. Unabhängig davon, ob man die Nummer eins ist oder nicht, fühlt sich jeder in den Prozess eingebunden. Das schafft Vertrauen und sorgt dafür, dass das Trainingsniveau jeden Tag hoch bleibt.
torwart.de: Lernst du auch nach vielen Jahren als Nationaltorhüter noch Neues?
Alireza Beiranvand: Ich war immer davon überzeugt, dass ein Torhüter niemals aufhört zu lernen. Auch nach vielen Jahren in der Nationalmannschaft entdecke ich noch kleine Details, die mein Spiel verbessern können. Manchmal ist es eine andere Bewegung vor einem Schuss, eine bessere Ausgangsposition oder eine andere Art, die Körpersprache eines Angreifers zu lesen.
Oft sind es genau diese kleinen Details, die eine gute Parade von einer herausragenden Parade unterscheiden.
torwart.de: Welche Bedeutung hat die menschliche Seite der Zusammenarbeit?
Alireza Beiranvand: Die menschliche Seite ist für mich genauso wichtig wie die technische. Während Trainingslagern und Turnieren verbringen wir viele Wochen miteinander. Man braucht ein Umfeld, in dem die Menschen gerne arbeiten, offen miteinander sprechen können und sich jeder unterstützt fühlt.
Alin ist es gelungen, diese Balance herzustellen. Er verlangt jeden Tag ein hohes Niveau, versteht aber gleichzeitig auch die psychologische Seite des Torwartspiels. Diese Verbindung ist einer der Gründe, warum ich sehr gerne mit ihm arbeite.
Letztlich geht es beim Torwarttraining nicht nur darum, die Technik zu verbessern. Es geht auch darum, Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein und die Fähigkeit aufzubauen, unter Druck die richtige Entscheidung zu treffen. Ich glaube, dass unsere tägliche Arbeit genau diese Prinzipien widerspiegelt.
torwart.de: Warum ist die Atmosphäre innerhalb der Torwartgruppe so wichtig?
Alireza Beiranvand: Was viele Menschen nicht sehen, ist, wie viel Zeit Torhüter miteinander verbringen. In großen Teilen jeder Trainingseinheit arbeiten wir getrennt von der Mannschaft. Deshalb ist die Atmosphäre innerhalb der Torwartgruppe enorm wichtig. Wenn dieses Umfeld positiv ist, entwickeln sich alle weiter. Ist das nicht der Fall, wird Fortschritt deutlich schwieriger.
torwart.de: Wie schafft ihr es, miteinander zu konkurrieren, ohne euch als Gegner zu sehen?
Alireza Beiranvand: Eine von Alins größten Stärken ist, dass er eine Kultur geschaffen hat, in der wir jeden Tag miteinander konkurrieren, ohne uns gegenseitig als Feinde zu betrachten. Natürlich möchte jeder Torhüter spielen. Das ist völlig normal. Gleichzeitig verstehen wir aber, dass das Niveau der gesamten Gruppe wichtiger ist als jeder Einzelne. Wenn sich ein Torhüter verbessert, fordert das auch die anderen heraus, besser zu werden.
Goalkeeper coach
Alin Dincă
Born5. October 1980 · Romania
Current stationIran (since 03/2023)
Previously
Tractor FC (2020-23) · CSM Ceahlăul (2019-20) · Universitatea Cluj (2015)
Teil 4: Alireza über seine individuelle Torwartphilosophie...
„Die besten Torhüter verbinden beide Welten“
torwart.de: Wie wichtig ist das Umschaltspiel für deine Torwart-DNA?
Alireza Beiranvand: Sehr wichtig. Die erste Aufgabe eines Torhüters besteht natürlich darin, das eigene Tor zu schützen. Wenn er jedoch mit dem richtigen Abwurf oder Pass einen Konter einleiten kann, gibt er seiner Mannschaft eine zusätzliche Waffe.
Bei der Spieleröffnung geht es deshalb nicht nur um Technik, sondern vor allem um die richtige Entscheidung im richtigen Moment.
torwart.de: Werden klassische Torwartfähigkeiten heute unterschätzt?
Alireza Beiranvand: Es braucht eine gute Balance. Das Spiel mit dem Fuß ist wichtig, aber Torverteidigung, Positionierung, Strafraumbeherrschung und Kommunikation bleiben die Grundlagen der Position.
Die besten Torhüter sind diejenigen, die beide Bereiche miteinander verbinden.
Teil 5: Alireza über Manuel Neuer...
"Was mich besonders beeindruckt, ist nicht nur seine technische Qualität, sondern auch seine Konstanz über so viele Jahre."
„Neuer hat das Verständnis der Position verändert“
torwart.de: Was hat Manuel Neuer aus deiner Sicht für die Torwartposition verändert?
Alireza Beiranvand: Ich denke, Manuel Neuer hat die Art und Weise verändert, wie viele Menschen die Torwartposition verstehen. Vor seiner Generation wurden Torhüter vor allem anhand ihrer Paraden beurteilt. Neuer hat gezeigt, dass ein Torwart auch ein wichtiger Teil der taktischen Struktur einer Mannschaft sein kann, indem er den Raum hinter der Abwehr kontrolliert und sich aktiv am Spielaufbau beteiligt.
Was mich besonders beeindruckt, ist nicht nur seine technische Qualität, sondern auch seine Konstanz über so viele Jahre. Es ist eine Sache, ein oder zwei Spielzeiten auf höchstem Niveau zu spielen. Etwas ganz anderes ist es, über mehr als ein Jahrzehnt zu den besten Torhütern der Welt zu gehören und sich dabei ständig an die Entwicklung des Fußballs anzupassen.
torwart.de: Was bewunderst du besonders an seiner Spielweise?
Alireza Beiranvand: Ich habe immer seinen Mut bewundert. Er trifft in Situationen schwierige Entscheidungen, in denen viele andere Torhüter zögern würden. Ob beim Herauslaufen, beim Verteidigen großer Räume hinter der Abwehr oder im Spiel mit dem Fuß unter Druck – er hat dabei außergewöhnliches Selbstvertrauen gezeigt.
Dieses Selbstvertrauen ist keine Arroganz. Es entsteht aus Vorbereitung, Erfahrung und einem hervorragenden Verständnis des Spiels.
Gleichzeitig konzentrieren sich die Menschen manchmal so stark auf seine Spieleröffnung, dass sie vergessen, wie komplett er als Torhüter ist. Seine Positionierung, sein Timing, sein Verhalten im Eins-gegen-eins und seine Fähigkeit, in den größten Spielen entscheidende Paraden zu zeigen, sind genauso beeindruckend wie seine Arbeit mit dem Ball. Diese Grundlagen sind der Grund dafür, dass er sich so lange auf höchstem Niveau behaupten konnte.
torwart.de: Was kannst du persönlich aus seiner Karriere mitnehmen?
Alireza Beiranvand: Jeder Torhüter besitzt seine eigene Identität. Der Fußball wäre weniger interessant, wenn wir alle versuchen würden, genau gleich zu spielen. Ich habe immer versucht, meine eigenen Stärken weiterzuentwickeln und gleichzeitig von den besten Torhütern der Welt zu lernen.
Spieler wie Neuer zu beobachten, erinnert einen daran, dass es immer noch ein höheres Niveau gibt, das man erreichen kann, wenn man offen bleibt und weiterlernen möchte.
Eine wichtige Lehre aus seiner Karriere ist für mich, dass Entwicklung niemals aufhört. Selbst nachdem er alles gewonnen hatte, suchte er weiter nach Möglichkeiten, sich zu verbessern. Ich glaube, genau diese Mentalität unterscheidet wirklich große Torhüter von sehr guten. Talent ist wichtig, aber Neugier, Disziplin und die Bereitschaft, ständig weiterzulernen, ermöglichen es einem, über viele Jahre an der Spitze zu bleiben.
Teil 6: Alireza über die Rolle der Erfahrung im Torwartspiel...
„Talent allein reicht niemals aus“
torwart.de: Was verändert sich mit zunehmender Erfahrung?
Alireza Beiranvand:Erfahrung bringt Ruhe. Man erkennt Situationen früher, reagiert weniger emotional und entwickelt sich durch das eigene Verhalten zu einer Führungsfigur.
Der Druck verschwindet nie vollständig. Mit der Zeit lernt man jedoch, besser mit ihm umzugehen.
torwart.de: Was nimmst du aus dieser Weltmeisterschaft mit?
Alireza Beiranvand: Ich verlasse dieses Turnier mit Stolz auf unseren Einsatz, bin mir aber gleichzeitig bewusst, dass wir mehr hätten erreichen können.
Die Weltmeisterschaft hat uns noch einmal gezeigt, dass auf diesem Niveau jedes Detail entscheidend sein kann. Diese Erfahrungen und Erkenntnisse werden uns für die Zukunft stärker machen.
torwart.de: Welche Botschaft möchtest du jungen Torhütern mitgeben?
Alireza Beiranvand: Talent allein reicht niemals aus. Arbeitet jeden Tag an euch, akzeptiert Fehler als Teil des Lernprozesses, respektiert eure Trainer und Mitspieler und verliert niemals die Leidenschaft für das Torwartspiel.
Erfolg entsteht durch Disziplin, Bescheidenheit und Ausdauer.
torwart.de: Alireza wir bedanken uns recht herzlich für das Interview mit den hochspannenden Einblicken und wünschen Dir für die Zukunft alles Gute?
Alireza Beiranvand: Sehr gerne. Allen Torhütern wünsche ich auch das Beste.
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