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Niederlande – Marokko 1:1 2:3 i.E. (1:1)

Bart Verbruggen / Niederlande:

Nach einem zähen Beginn und der ersten niederländischen Chance hatten die Atlas-Löwen in der 20. und in der 21. Minute jeweils die ganz große Möglichkeit auf die eigene Führung. Allerdings parierte jeweils Bart Verbruggen auf der Linie herausragend und bewahrte seine Mannschaft damit letztlich auch vor dem Rückstand. Viel mehr passierte dann bis zur Pause allerdings nicht mehr. Auch nach der Pause war Verbruggen im Grunde genommen kaum zu bezwingen. Er parierte abermals stark gegen Achraf Hakimi in der 58. Minute und hatte wenig später Glück, als der marokkanische Kapitän einen Schuss aus spitzem Winkel an den Querbalken setzte.

In der Nachspielzeit erzielte Sofiane Diop den nicht unverdienten Ausgleich für den afrikanischen Vertreter. Eine Flanke von der linken Strafraumkante wurde vor das Tor geschlagen, wo Diop sich im Korridor zwischen Tormitte und dem zweiten Pfosten 5 Meter vor dem Tor durchsetzen konnte und den Ball mit einem wuchtigen Kopfball hoch in die linke Ecke setzte. Für den Keeper war dabei weder die Flanke zu erreichen noch der Kopfball selbst – er sprang vergeblich hinterher.

Somit kam es aber auch zur Verlängerung, in der es lediglich noch eine nennenswerte Möglichkeit gab, doch Soufiane Rahimi scheiterte an einer sensationellen Rettungstat im Eins-gegen-Eins des niederländischen Torhüters in der 97. Minute. Es kam schließlich zum Elfmeterschießen, bei dem Verbruggen einen Elfmeter parieren konnte und wenig später Pech hatte, als er sich mit der Hacke einen weiteren, bereits abgewehrt geglaubten Elfmeter noch ins eigene Tor schob. Da insgesamt drei Niederländer verschossen, schied Oranje letztlich denkbar dramatisch aus.

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torwart.de-Bewertung Verbruggen Bounou
Ausstrahlung
Torverteidigung
Raumverteidigung
Spieleröffnung
Gesamt

Yassine Bounou / Marokko:

In der ersten Halbzeit hatten die Niederländer lediglich zwei Torschussversuche, die jeweils allerdings nicht den Weg auf das Tor von Yassine Bounou fanden. Der Torhüter hatte zunächst nach rund 18 Minuten Glück, als eine Hereingabe von Crysencio Summerville noch abgeblockt werden konnte und ein Distanzschuss kurz vor der Pause über das Tor hinwegsegelte.

Auch im zweiten Abschnitt passierte zunächst vor dem marokkanischen Tor wenig. In der 72. Minute nahm Summerville aber über halbrechts Fahrt auf und drang in den Strafraum ein, wobei er 16 Meter vor dem Tor in die Mitte zu Cody Gakpo legte, der den Ball am herausstürmenden Keeper vorbei ins Tor schob. Bounou warf sich dem Ball zwar noch entgegen, kam aber den entscheidenden kleinen Moment zu spät, sodass er nicht mehr abwehren konnte.

Trotz großer Bemühungen fand Oranje in der Offensive im Nachgang nur selten statt. Dies änderte sich auch in der Verlängerung nicht, wodurch es schließlich zum Elfmeterschießen kam. Bei diesem parierte Bounou den letztlich entscheidenden Elfmeter von Summerville hoch in der linken Ecke, indem er sehr lange stehen blieb und im Stile eines Handball-Torhüters noch den linken Arm ausstreckte. Da Ismael Saibari anschließend den entscheidenden Elfmeter verwandeln konnte, zieht Marokko ins Achtelfinale ein.

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Torwartvergleich Verbruggen Bounou
Gegentore11
Torschüsse gesamt116
Schüsse aufs Tor52
Geblockte Torschüsse23
Schüsse außerhalb Strafraum42
Schüsse innerhalb Strafraum74
xG1,380,24
xG auf das Tor2,280,16
Gegentore - xGOT1,28-0,84
Torwartparaden51
Schüsse gehalten %10050
Paraden durch Hechten31
Sweeper-Aktionen00
Lange Pässe188
Kurze Pässe1315
Flanken abgefangen00
Ballkontakte3830
Pässe/davon angekommen31/1923/16
Abwürfe23
Gefaustete Bälle01
Fehler vor Gegentor00

Bounou rettet Summervilles Elfmeter – Marokko schlägt Niederlande im Shootout

Ein dramatisches Achtelfinalduell in Monterrey: Marokko setzte sich gegen die Niederlande mit 2:3 im Elfmeterschießen durch, nachdem die reguläre Spielzeit und die Verlängerung mit 1:1 geendet hatten. Das Spiel erzählte die Geschichte einer niederländischen Mannschaft, die über weite Strecken die bessere Elf war – und am Ende wegen eines Gegentors in der Nachspielzeit, einer Parade der Kategorie Weltklasse und einer dysfunktionalen Elfmeterrunde das Turnier verlassen musste.

Ausgangslage und Formationen

Bondscoach Ronald Koeman setzte auf ein 3-4-2-1 mit Bart Verbruggen im Tor, einer Dreierkette aus Jan Paul van Hecke, Virgil van Dijk und Nathan Aké, Wingbacks Denzel Dumfries und Micky van de Ven sowie Ryan Gravenberch und Frenkie de Jong im Zentrum. Als kreative Doppelzehn agierten Crysencio Summerville und Cody Gakpo, Brian Brobbey im Sturmzentrum. Marokko antwortete mit einem klassischen 4-2-3-1: Yassine Bounou im Tor, Achraf Hakimi auf rechts, Issa Diop und Chadi Riad in der Innenverteidigung, Noussair Mazraoui links. Davor schirmten Ayyoub Bouaddi und Neil El Aynaoui das Zentrum ab, Brahim Díaz als Zehner, Azzedine Ounahi und Bilal El Khannouss auf den Außenbahnen, Ismael Saibari als Spitze.

Erste Halbzeit: Marokko als gefährlichere Mannschaft

Entgegen der nominellen Stärke der Niederländer war Marokko in der ersten Halbzeit aktiver. El Aynaoui köpfte nach einer Ecke in der 20. Minute gefährlich auf Verbruggen – der Keeper reagierte sicher (xGOT: 0,36). Kurz darauf schloss Hakimi nach einem schnellen Gegenstoß aus dem Halbfeld ab; Verbruggen lenkte den flachen Schuss zur Seite (xGOT: 0,24). Hakimis gefährlichster Moment war der Pfostentreffer in der 52. Minute nach einem Einzeldribbling über rechts – die Niederlande hatte Glück. Ounahi scheiterte am Ende der ersten Halbzeit nach einem Konter per Direktschuss am Tor, El Khannouss brachte Verbruggen in der 58. Minute nochmals in Erklärungsnot (xGOT: 0,12). Auf der anderen Seite blieb Bounou zunächst nahezu beschäftigungslos – der einzige halbwegs ernsthafte NED-Abschluss vor der Pause war ein abgefälschter Versuch van de Vens nach einem Einwurfstandard (48.).

Zweite Halbzeit: Gakpo trifft, Diop trifft noch später

Koeman veränderte in der 71. Minute sein Team: Teun Koopmeiners und Wout Weghorst kamen für Aké und Brobbey. Die Wirkung war sofort spürbar: In der 72. Minute spielte Summerville einen Pass in die Schnittstelle, Gakpo nahm die Kugel mit und schloss flach ins kurze Eck – 1:0 (xGOT: 0,14). Ein Tor, das mehr Klasse als Wahrscheinlichkeit widerspiegelt.

Marokko reagierte mit Druck, Koeman brachte in der 86. Minute Jorrel Hato und Quinten Timber. Was folgte, war die grausamste aller Varianten: In der 90.+1. Minute flankte Einwechselspieler Chemsdine Talbi von der Seite, Issa Diop stand im Rückraum frei und vollendete per Kopf – 1:1 (xGOT: 0,74). Verbruggen hatte kaum eine Chance. Der Ausgleich war das direkte Ergebnis eines Zuordnungsfehlers in der Restverteidigung und unterstrich, wie gefährlich Marokko bei Standardsituationen geblieben war.

Verlängerung: Verbruggens Parade des Turniers

Früh in der Verlängerung stand der entscheidende Moment des Spiels – nicht das Elfmeterschießen, sondern die 97. Minute: Soufiane Rahimi, der für Ounahi eingewechselt worden war, nahm einen Abpraller im Sechzehner und schoss aus halblinker Position auf den kurzen Pfosten. Verbruggen warf sich mit dem Fuß dagegen – xGOT: 0,83. Eine Parade, die das Spiel für die Niederlande rettete und die Verlängerung überhaupt erst ermöglichte. Weitere hochkarätige Chancen blieben aus; beide Teams gingen ins Elfmeterschießen.

Elfmeterschießen: Chaos in beiden Strafräumen

Die Niederlande trat als erste Mannschaft an. Koopmeiners traf sicher (1:0), Marokkos El Aynaoui schoss an den Pfosten – Niederlande mit frühem Vorteil. Doch Justin Kluivert traf ebenfalls nur Aluminium (1:0), Soufiane Rahimi verwandelte zum 1:1. Im dritten Durchgang traf Wout Weghorst eiskalt (2:1), Chemsdine Talbi antwortete (2:2). Beim vierten Schuss scheiterte Quinten Timber – vorbei am Tor –, ehe Hakimi erneut Pech mit dem Pfosten hatte. Nach vier Runden: 2:2, drei verfehlte Schüsse auf jeder Seite.

Im fünften Durchgang trat Crysencio Summerville für die Niederlande an – xGOT: 0,99. Bounou warf sich nach links und hielt den Schuss mit einer Hand. Der Keepermoment des Elfmeterschießens. Ismael Saibari trat danach an und schoss sicher ein – 2:3, Marokko weiter.

Die Niederlande scheidet aus. Drei Aluminiumtreffer im Elfmeterschießen, ein Ausgleich in der letzten Minute der regulären Spielzeit und ein gehaltener Elfmeter, der keine 1-Prozent-Chance für den Schützen ließ: Das ist der Fingerabdruck eines Ausscheidens, das sich nicht verdient anfühlt – und deshalb schmerzhafter ist als alles andere.

Aufstellung Niederlande:

Bart Verbruggen - Jan Paul van Hecke, Virgil van Dijk, Nathan Aké - Denzel Dumfries, Ryan Gravenberch, Frenkie de Jong, Micky van de Ven - Crysencio Summerville, Cody Gakpo, Brian Brobbey

Trainer: Ronald Koeman

Einwechslungen:

  • 71. ↑ Teun Koopmeiners / ↓ Nathan Aké
  • 71. ↑ Wout Weghorst / ↓ Brian Brobbey
  • 86. ↑ Jorrel Hato / ↓ Micky van de Ven
  • 86. ↑ Quinten Timber / ↓ Ryan Gravenberch
  • 110. ↑ Marten de Roon / ↓ Frenkie de Jong
  • 113. ↑ Justin Kluivert / ↓ Cody Gakpo

Aufstellung Marokko:

Yassine Bounou - Achraf Hakimi, Issa Diop, Chadi Riad, Noussair Mazraoui - Ayyoub Bouaddi, Neil El Aynaoui - Brahim Díaz, Azzedine Ounahi, Bilal El Khannouss, Ismael Saibari

Trainer: Mohamed Ouahbi

Einwechslungen:

  • 75. ↑ Anass Salah-Eddine / ↓ Chadi Riad
  • 79. ↑ Gessime Yassine / ↓ Brahim Díaz
  • 79. ↑ Samir El Mourabet / ↓ Ayyoub Bouaddi
  • 86. ↑ Soufiane Rahimi / ↓ Azzedine Ounahi
  • 86. ↑ Chemsdine Talbi / ↓ Bilal El Khannouss

Tore:

  • 72. 1:0 Cody Gakpo (Rechtsschuss, Crysencio Summerville)

  • 90+1. 1:1 Issa Diop (Chemsdine Talbi)

Elfmeterschießen:

  • 1:0 Teun Koopmeiners (verwandelt)

  • 1:0 Neil El Aynaoui (nicht verwandelt)

  • 1:0 Justin Kluivert (nicht verwandelt)

  • 1:1 Soufiane Rahimi (verwandelt)

  • 2:1 Wout Weghorst (verwandelt)

  • 2:2 Chemsdine Talbi (verwandelt)

  • 2:2 Quinten Timber (nicht verwandelt)

  • 2:2 Achraf Hakimi (nicht verwandelt)

  • 2:2 Crysencio Summerville (nicht verwandelt)

  • 2:3 Ismael Saibari (verwandelt)

Schiedsrichter: Wilton Pereira Sampaio (Brasilien)

Offizielle Zuschauerzahl: 51243 (ausverkauft)

Stadion: Monterrey Stadium (Guadalupe)


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