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Home > Archiv > 1.6 WM 2006 - Deutschland > Deutsche WM-Torhüter > Schumacher, Harald

Toni Schumacher feierte seinen 50. Geburtstag - (07.03.04)

Ein Vorbild für alle

von Marcel Schäfer


Am vergangenen Samstag, den 6. März feierte Harald "Toni" Schumacher seinen 50. Geburtstag. Nach dem 60. Geburtstag von Sepp Maier in der vergangenen Woche feierte eine weitere deutsche Torwartlegende einen runden Geburtstag.

Toni Schumacher wurde am 6. März 1954 in Düren geboren. "Ich war gebaut wie eine Colaflasche" sagte Toni Schumacher einst. Er spielt dabei auf seine X-Beine an, die mit ein Grund waren, weshalb Toni Schumacher als kleiner Junge ins Tor gestellt wurde. Als Torhüter des FC Köln wurde er in den 70er Jahren aufgrund seines Körperbaus noch oftmals belächelt.

>Mit 19 Jahren wechselte Schumacher als Jugendnationalspieler von Düren zum 1. FC Köln. Nebenbei absolvierte er damals noch eine Berufsausbildung zum Kupferschmied. Bereits 1972 wurde aus Harald Schumacher der "Toni" Schumacher. In der Kölner Mannschaft spielte damals bereits ein Harald - Harald Konopka. Da bereits in den 60er Jahren ein anderer Toni Schumacher im Kölner Tor stand, wurde durch das Kölner Urgestein und Schumachers Mitspieler, Heinz Simmet, kurzerhand bestimmt, dass ein Schumacher im Kölner Tor nur "Toni" heißen könne. So wurde kurzerhand aus dem Harald eine Toni Schumacher II.

>Bereits mit 20 Jahren machte Schumacher sein erstes Bundesligaspiel. Er vertrat damals den Stammkeeper Gerd Welz, der jedoch nach seiner Verletzung die Stammposition wieder zurück erobert hatte. Am Ende der Saison 1973/4 war es dann soweit: Schumacher hat sich zum Stammkeeper beim FC hochgearbeitet.

>1977 wurde zum Wendepunkt in Schumachers Karriere. Bisher hatte er zwar solide Leistungen gezeigt, jedoch der ganz große Torhüter war Schumacher damals noch nicht. Hennes Weisweiler, einer der großen deutschen Trainer, wechselte zum FC Köln und hatte dabei große Ziele. Er war der Meinung, dass er das große Ziel Meisterschaft, nur mit einem überragenden Torhüter schaffen könne. Von den FC-Verantwortlichen forderte er, Schumacher los zu werden und dafür Norbert Nigbur zu verpflichten. Die Verhandlungen mit Norbert Nigbur, der damals bei Hertha BSC spielte, scheiterten. Hennes Weisweiler wurde mit dem 1. FC Köln und einem Toni Schumacher im Tor daraufhin deutscher Meister und Pokalsieger. Ein Großteil der Erfolge wurde nur Dank Toni Schumachers Leistungen erzielt. In den darauffolgenden 6 Jahren spielte Schumacher ununterbrochen für den FC Köln. Lediglich eine interne Sperre durch den Verein im Jahre 1983 verhinderte einen Bundesligarekord von mehr als 214 Spielen in Folge.

Seine Karriere als Nationaltorhüter begann 1979. Sepp Maier hatte 1978 einen schweren Autounfall und mußte seine Karriere beenden. Sein Nachfolger, Norbert Nigbur, litt damals unter erheblichen Meniskusproblemen, so dass der Weg für den Toni in die Nationalmannschaft freu wurde.Schumacher spielte bis 1987 in der deutschen Nationalmannschaft. Bereits 1980 wurde er Europameister in Italien. 1982 und 1986 erreichte er mit der deutschen Fussballnationalmannschaft die Vizeweltmeisterschaft. Für viele Experten galt Schumacher auf der internationalen Bühne als weltweit bester Torhüter. Beide Fussball-Weltmeisterschaften stellen wesentliche Eckpunkte in Schumachers Karriere da.

Das Halbfinalspiel der WM 1982 war durch eine nicht zu überbietende Dramaturgie, mit dem Hauptakteur Schumacher, gekennzeichnet. Beim Stande von 1:1 fliegt der Ball hoch in den Rücken der deutschen Abwehr. Der Franzose Battiston versucht in Höhe des Strafraums an den Ball zu kommen. Schumacher rennt wie ein Wahnsinniger auf Battiston zu, trifft ihn mit der rechten Hüfte und abgewinkelten Ellbogen im Gesicht. Battiston bleibt bewußtlos liegen. Dass er sich nicht um den verletzten Battiston gekümmert hatte, hatten sehr viele Leute daraufhin kritisiert. Deutschland gewann anschließend das Spiel durch Elfmeterschießen. Toni Schumacher wurde mit zwei gehaltenen Elfmetern zum Helden von Sevilla.

Nach dem verlorenen Endspiel gegen Italien mit 3:1 folgten die bittersten Wochen und Monate in Schumachers Karriere. Insbesondere von der französischen Öffentlichkeit und den Medien wird Schumacher als die Wiedererscheinung der deutschen Bestie aus der Nazi-Zeit gesehen. Für Schumacher sind derartige Anschuldigungen und Vergleiche nicht statthaft. Seine Verbissenheit und sein Ehrgeiz, ins Finale kommen zu wollen, waren die Auslöser für das überharte Einsteigen gegenüber Battiston.

Die WM 1986 im Mexiko war für Schumacher bis zum Finale gegen Argentinien sportlich sehr erfolgreich. So wurde z.B. im Achtelfinale Schumacher erneut zum Matchwinner als er den entscheidenden Elfmeter im Elfmeterschießen gegen den Gastgeber hielt. Das Finale wurde jedoch zu Schumachers sportlichen Tiefpunkt. Bereits in der 10. Spielminute verfehlt Schumacher eine Flanke von links nach einem Freistoß. Der Ball fällt dem Argentinier Brown vor die Füsse, der unbedrängt zum 1:0 einschoß. Die deutsche Mannschaft holte in diesem Spiel noch einen 2:0 Rückstand auf (Tore von Völler und Rummenigge), verlor jedoch kurz vor Schluss das Spiel als ein Konter der Argentinier das entscheidende 3:2 gebracht hatte. Er, der äußerst ehrgeizige und erfolgbesessene Keeper, hat sich selbst das größte Ziel, das ein Fussballer haben kann, verbaut.

Die darauffolgende Saison wurde für Schumacher sehr schwierig. Er verschuldet zahlreiche Tore und wird durch diverse Leute in der Öffentlichkeit ständig angegriffen. 1987 veröffentliche Schumacher das Buch "Anpfiff". Durch nicht ganz nachweisbare Vorwürfe und Enthüllungen rund um den Fussball wird das Buch zu Schumachers Abpfiff. Der DFB und der 1. FC Köln verbannen Schumacher aus den jeweiligen Teams. Er wechselt daraufhin zu Schalke 04 und wenig später in die Türkei zu Fenerbahce Instanbul, wo er sehr populär geworden ist. In der Saison 1991/92 spielt er für den FC Bayern München. Im Alter von 42 absoliverte er noch in der Saison 1995/96 für Borussia Dortmund zum Abschluss der Meistersaison ein letztes Spiel. Abschiedsspiele gab es für Schumacher in Istanbul, München und Köln.

Schumacher startete nach der aktiven Laufbahn seine Trainerkarriere. Als hauptverantwortlicher Trainer für Fortuna Köln hatte er weniger Erfolg. Er wurde sogar vom Präsidenten Jean Löring während eines Spiels in der Halbzeitpause gefeuert. Seine wahre Qualitäten als Trainer zeigte Schumacher als Torwarttrainer bei Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen. Er machte aus Leuten wie Stefan Klos und Hans-Jörg Butt Weltklassetorhüter.

Momentan ist Schumacher ohne Job. Vor Beginn der Saison wurde er von Klaus Augenthaler bei Bayer Leverkusen entlassen. Schumacher möchte so schnell wie möglich wieder ins Trainergeschäft zurückkehren.

Schumacher machte sich aufgrund seiner Authenzität, seiner Offenheit und Geradlinigkeit und aufgrund seiner exzellenten sportlichen Leistungen zu einer wahren Torwartlegende in der langjährigen deutschen Torwarttradition. Er war für viele junge Torhüter ein wahres Vorbild. Derartige Typen sind heute in der Torwartszene nicht mehr oft anzutreffen. Torwart.de gratuliert dem "Tünn" recht herzlich zu dessen Jubiläum.

Links:
<link forum>torwart.de-Forum zur Plauderstunde über Toni Schumacher



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