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Home > EM 2021 > Schliecks-EM-Kolumne > Kolumne I - Schwerer Auftakt gegen Frankreich

Thomas Schlieck schaut sich für torwart.de die EM 2021 aus einem besonderen Blickwinkel an...

Neuer beim Eigentor machtlos (firo)
Mbappé stellte die Abwehr vor große Probleme (firo)
Lloris mit häufig langen Pässen (firo)
Lloris zeigt immer wieder seine Routine und Cleverness (firo)

“Neuer und Lloris zwei international sehr erfahrene Torhüter im direkten Duell“

Das Auftaktspiel unserer deutschen Mannschaft gegen Weltmeister Frankreich war wie erwartet ein schwerer Start, bei dem wir leider ohne Punkte dastehen.

Frankreich hat das Spiel verdient gewonnen. Am Ende ist es für Deutschland ärgerlich, dass der einzige Treffer durch ein Eigentor zustande gekommen ist. Die deutsche Mannschaft hatte zwar mehr Ballbesitz, aber das hilft nur wenig, wenn du nicht zielstrebig in der Lage bist, Torchancen herauszuspielen und vor dem Tor der Franzosen gefährlich zu werden. Torwart Lloris wurde in der Torverteidigung kaum gefordert. Einzig die Chance von Gnabry, die knapp über das französische Tor ging, war die einzige ernsthafte Torgelegenheit.

Beide Torhüter wenig geprüft – Optimierung der Position beim 0:1 möglich

Mit Lloris und Neuer sahen wir zwei international sehr erfahrene Torhüter. Beide Torhüter wurden wenig geprüft. Neuer war beim Gegentreffer weitestgehend machtlos. Zuvor war die deutsche Abwehr beim Einwurf sehr ungeordnet und die Abwehrkette war weiter auseinandergerissen. Neuer stand aus meiner Sicht in einer halboffenen Stellung etwas zu weit vor dem 1. Pfosten. Dies hatte zur Folge, dass Neuer nach der scharfen Hereingabe von Hernandez mehr Zeit benötigte, um wieder in die optimale Position zur Torverteidigung zur kommen. Für Hummels war es sehr schwer, den Ball kontrolliert zu klären, da der Ball unglücklich aufsprang und der einschussbereite Mbappé hinter ihm lauerte.

Halbhoher Ball druckvoll weggefaustet

In der ersten Halbzeit wehrte Neuer einen halbhohen Schuss von Mbappé mit den Fäusten zur Ecke ab. Der wuchtige Ball war nicht sicher festzuhalten. Eher untypisch dabei war, dass Neuer den seitlichen Ball mit beiden Fäusten ins Toraus beförderte. Ein druckvolles Ablenken des Balles mit den beiden Handinnenflächen hätte ich für unsere jungen Torhüter aufgrund der größeren Handfläche in dieser Situation eher bevorzugt. Neuers Entscheidung, die Fäuste zu nehmen, gaben dem Ball jedoch noch mehr Druck, um sicher ins Toraus befördert zu werden, und keinen weiteren Nachschuss zuzulassen. Hierbei kam Neuers große Erfahrung zugute, so dass er sich für die Faustoption statt des Ablenkens entschied.

Präzise Bälle auf Mbappé waren für Neuer kaum zu attackieren

Frankreich stand sehr tief und setzte immer wieder gekonnt die schnellen Spitzen um Mbappé ein. Neuer und seine Vorderleute mussten immer wieder auf der Hut sein, dass der schnelle Stürmer der Franzosen nicht ungehindert auf das deutsche Tor laufen konnte. Die Franzosen spielten genau getimte und präzise Bälle auf Mbappé, der mit seiner extremen Geschwindigkeit mit und ohne Ball immer wieder brandgefährlich wurde. Neuer konnte die langen Bälle hinter die Abwehr nur selten direkt außerhalb des Strafraums klären. Die Steckpässe von Pogba und Griezmann waren von höchster Qualität in Schärfe und Timing, so dass Neuer nur selten die Chance hatte, die Bälle direkt abzulaufen. Letztlich lag er in seiner Entscheidung („Stay or go“) immer richtig und entschied sich in den gefährlichen Spielsituationen folgerichtig für die Torverteidigung. Er passte dabei seine Position immer wieder gut an, um auf die Torabschlüsse gut vorbereitet zu sein.

Lloris bevorzugte oft die lange Spieleröffnung

Lloris wurde kaum geprüft. Im Bereich der Spieleröffnung spielte er häufig lange Flugbälle in die Spitze oder auf die kopfballstarken zentralen Mittelfeldspieler. Somit kam Lloris fast nie in die Verlegenheit, in der Spieleröffnung seinen schwächeren rechten Fuß einsetzen zu müssen. Die Deutschen hatte damit kaum die Möglichkeit, den Ballgewinn innerhalb des französischen Abwehrdrittels über die Einbindung von Lloris in das Passspiel zu provozieren. Frankreich setzte dabei immer wieder auf die lange Spieleröffnung durch Lloris als wichtiges taktisches Mittel im Spiel und bei den Abstößen.

Lloris strahlte Ruhe aus und ließ sich Zeit

Hugo Lloris ließ sich während der gesamten Partie nicht groß aus der Ruhe bringen. Beim Ausführen der Abstöße ließ er sich immer viel Zeit und gewann so wertvolle Zeit für sein Team und störte zudem den aufkommenden Spielrhythmus der deutschen Nationalmannschaft.

Druck gegen Portugal – Ronaldo wird Neuer und Defensive fordern

In der anstehenden Partie gegen Europameister Portugal steht unsere Mannschaft bereits stark unter Erfolgsdruck. Mit Cristiano Ronaldo wartet wieder ein sehr guter Stürmer auf Manuel Neuer und die deutsche Abwehr. Wie in den früheren Spielen gegen Ronaldo wird sich das Team von Jogi Löw wieder auf Ronaldo und Co. einstellen. Ich bin mir sicher, dass die Mannschaft mehr Engagement zeigen wird und Offensivkraft nach vorne entwickelt. Die Portugiesen sind auch zu schlagen. Gegen Ungarn hatten sie lange Zeit Probleme und wirkten nicht immer souverän. Es gilt als Mannschaft im Verbund einen klaren Plan zu entwickeln, um das Spiel zu gewinnen. Mit einem Sieg wären der zweite Platz in der Gruppe möglich und könnte einen zusätzlichen Schub der Mannschaft für den weiteren Turnierverlauf geben. Ich drücke unserer Mannschaft die Daumen!


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