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Jürgen Klopp mit bemerkenswerter Kader-Nominierung

Fünf Torhüter wurden für den XXL-Kader nominiert

Autor: T. Rübe - 18.09.2026

Die erste Kader-Nominierung des neuen Bundestrainers Jürgen Klopp wurde mit Spannung erwartet. Die Erwartungen an ihn sind riesig: Nichts weniger als eine Neuausrichtung der Nationalmannschaft und ein Anknüpfen an erfolgreiche Tage wie die Turniere zwischen 2006 und 2016 soll Klopp erreichen. Dies geht er mit eher ungewöhnlichen Mitteln an. So beruft der neue Bundestrainer insgesamt 44 Spieler in das Aufgebot für die kommenden vier Länderspiele, wobei er diese auf zwei Kader aufteilen wird. In der deutschen Länderspielgeschichte gab es ein derartiges Vorgehen noch nie, wenngleich Thomas Tuchel vor der WM und auch Ralf Rangnick als Nationaltrainer Englands bzw. Österreichs bereits auf vergrößerte Aufgebote setzten.

Derart groß wie bei Klopp war es bisher jedoch noch nicht. Insgesamt hat er fünf Torhüter nominiert, und was im ersten Moment auf der Torwartposition größtenteils wie ein „Weiter so“ anmuten könnte, will der 59-Jährige als eine geplante Überführung verstanden wissen. Für die kommenden vier Länderspiele gehören Marc-André ter Stegen (34 / Ajax Amsterdam), Alexander Nübel (29 / Beşiktaş Istanbul), Finn Dahmen (28 / FC Augsburg), Noah Atubolu (24 / Eintracht Frankfurt) und Jonas Urbig (23 / FC Bayern München) der Nationalmannschaft an. Die ersten beiden Partien in der Nations League gegen die Niederlande und Griechenland will Klopp mit ter Stegen, Nübel und Dahmen bestreiten. Für die anderen beiden Duelle gegen Serbien und erneut Griechenland stehen Dahmen sowie Urbig und Atubolu bereit.

Marc-André ter Stegen zunächst Klopps klare Nummer 1

Oliver Baumann, bis dahin noch WM-Teilnehmer und unter Julian Nagelsmann zeitweise die Nummer 1, erhielt keine Einladung. Der neue Bundestrainer begründete diesen Schritt wie folgt: „Bei Oliver Baumann ist es ganz einfach so, dass ich mich für Marc-André ter Stegen entschieden habe, in dieser erfahrenen Position. Und danach wollte ich die nächste Generation dabei haben.“ Gleichzeitig wird der älteste der fünf Torhüter auch die derzeitige Nummer 1 sein. Zunächst sagte Klopp, der einst seine Trainerkarriere in Mainz begann, dass es „momentan“ eine Nummer 1 gebe. Die Wahl fiel dabei auf ter Stegen, da sich Klopp eine stabile Achse im Team wünscht, um parallel jüngere Spieler heranzuführen. Dabei erinnerte er an die vergangenen Jahre, als ter Stegen im Schatten von Manuel Neuer stand, weil dieser zu jener Zeit der weltbeste Keeper gewesen sei. Gleichzeitig habe man gewusst, mit dem jetzigen Ajax-Schlussmann einen Rückhalt in der Hinterhand zu haben, der keinen Qualitätsverlust bedeutet hätte. Konkret betonte er: „Denn wenn man den spielen lassen würde, würde es gar nicht so richtig auffallen, weil er eben auch Weltklasse war.“

 

„Zuallererst geht es darum, dass man Bälle hält“

Darüber hinaus hob Klopp die Vorzüge ter Stegens hervor: „Er ist im Moment fit. Er ist genau der gleiche Torwart, der er vorher war. Wir haben da ganz genau hingeschaut. (...) Er ist auch ein Fußballspieler-Torwart. Das ist aber bei den anderen auch so. Das ist auch wichtig, aber zuallererst geht es darum, dass man Bälle hält. Und da finde ich ihn außergewöhnlich.“ Dass ter Stegen „nur“ bei Ajax Amsterdam spielt, ist für Klopp kein Makel: „Da geht es richtig zur Sache. Die kriegen relativ viele Schüsse aufs Tor.“ Damit unterstrich Klopp zudem seine generelle Torwart-Philosophie: Er folgt damit einem erkennbaren Trend, bei dem die Zielverteidigung für Torhüter wieder zunehmend an Bedeutung gewinnt.

Besonders auffällig in der aktuellen Konstellation ist, dass Finn Dahmen als einziger Torhüter in beiden Kadern steht. Dies sei laut dem Bundestrainer bewusst so gewählt: „Und Finn Dahmen ist in beiden Kadern dabei. Ein hochinteressanter Torwart, den ich auch super gerne einfach mal ein bisschen länger sehen möchte.“ Auch wenn damit noch kein fixes Versprechen verbunden ist, wäre es nach dieser Aussage wenig verwunderlich, wenn Dahmen sich dauerhaft im DFB-Torwart-Team etablieren würde.

Ähnlich berichtete am Freitag auch die „BILD“, die bereits die künftige Hierarchie im DFB-Tor erfahren haben will. Demnach ist ter Stegen aktuell gesetzt, werde langfristig aber wohl weichen müssen – so zumindest die Einschätzung. Künftig soll Jonas Urbig als langfristige Nummer 1 aufgebaut werden. Auch der FC Bayern, der weiterhin eine gewichtige Stimme besitzt, habe sich entsprechend positioniert. Verwunderlich ist das nicht, gilt der frühere Kölner in München doch als designierter Neuer-Nachfolger und soll in dieser Saison zusätzliche Spielzeit erhalten. In den aktuellen Planungen fungiert Urbig dem Bericht zufolge bereits als Nummer 2, während Finn Dahmen als Nummer 3 eingeplant sei – passend zu seiner Nominierung für beide Lehrgänge. Alexander Nübel und Noah Atubolu befinden sich derweil im erweiterten Kreis, haben ihren Kaderplatz aber vorerst nicht sicher.

Klopp sieht kein deutsches Torwartproblem

Gleichzeitig stellte Klopp klar, dass Deutschland aus seiner Sicht weder aktuell noch künftig ein Torhüter-Problem habe: „Man hätte irgendwie das Gefühl bekommen können, dass wir immer eine Torhüter-Nation waren und auf einmal ein Torhüter-Problem haben. Haben wir überhaupt nicht. Ganz ehrlich, haben wir gar nicht. In der Zukunft, ob wir einen Titel oder keinen Titel gewinnen, wird nicht daran liegen. Ein Torhüter-Problem, glaube ich, wird es nicht geben.“ Neben den fünf Nominierten hat der Bundestrainer mit den Talenten Mio Backhaus, Tjark Ernst und Dennis Seimen bereits die nächste Generation im Blickfeld.

Kader 1 – für die Spiele gegen die Niederlande und Griechenland

Tor: Finn Dahmen (FC Augsburg), Alexander Nübel (Besiktas), Marc-André ter Stegen (Ajax Amsterdam)

Abwehr: Hennes Behrens (FC Augsburg), Yann Aurel Bisseck (Inter Mailand), Nathaniel Brown (Bayern München), Max Rosenfelder (SC Freiburg), Nico Schlotterbeck (Borussia Dortmund), Jonathan Tah (Bayern München), Philipp Treu (SC Freiburg), Josha Vagnoman (VfB Stuttgart)

Mittelfeld: Nadiem Amiri (FSV Mainz 05), Bambasé Conté (TSG Hoffenheim), Yannik Engelhardt (SC Freiburg), Chris Führich (VfB Stuttgart), Serge Gnabry (Bayern München), Lennart Karl (Bayern München), Joshua Kimmich (Bayern München), Jamal Musiala (Bayern München), Felix Nmecha (Borussia Dortmund), Kevin Schade (FC Brentford), Anton Stach (Leeds United)

Angriff: Younes Ebnoutalib (Eintracht Frankfurt), Kai Havertz (FC Arsenal)

Kader 2 – für die Spiele gegen Serbien und Griechenland

Tor: Noah Atubolu (Eintracht Frankfurt), Finn Dahmen (FC Augsburg), Jonas Urbig (Bayern München)

Abwehr: Waldemar Anton (Borussia Dortmund), Ridle Baku (RB Leipzig), Finn Jeltsch (VfB Stuttgart), Maximilian Mittelstädt (VfB Stuttgart), David Raum (RB Leipzig), Malick Thiaw (Newcastle United)

Mittelfeld: Karim Adeyemi (FC Barcelona), Mika Baur (Celtic Glasgow), Tom Bischof (Bayern München), Saïd El Mala (1. FC Köln), Brajan Gruda (RB Leipzig), Vitaly Janelt (FC Brentford), Felix Keidel (SV Elversberg), Aleksandar Pavlovic (Bayern München), Derry Scherhant (SC Freiburg), Florian Wirtz (FC Liverpool)

Angriff: Jonathan Burkardt (Eintracht Frankfurt), Nick Woltemade (Juventus Turin)

Interessant für euren Artikel: Finn Dahmen ist der einzige Torhüter, der in beiden Kadern steht. 

 


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