Oliver Baumann hat sich im Hoffenheimer Trainingslager im österreichischen Seefeld erstmals ausführlich zu seiner überraschenden Degradierung vor der Weltmeisterschaft geäußert – und dabei auch ein klärendes Gespräch mit Ex-Bundestrainer Julian Nagelsmann öffentlich gemacht. In der WM-Qualifikation war auf Baumann stets Verlass, alles deutete darauf hin, dass der Hoffenheimer als deutsche Nummer eins zum Turnier in die USA, nach Kanada und Mexiko reisen würde. Dann entschied sich der damalige Bundestrainer Julian Nagelsmann jedoch überraschend dazu, den bereits zurückgetretenen Manuel Neuer zurückzuholen und zur neuen Nummer eins zu machen – Baumann rutschte auf die Bank.
Über die Entscheidung sagte der TSG-Torhüter nun rückblickend, dass er natürlich habe schlucken müssen, schließlich habe er sich dieses große Ziel gesetzt gehabt. Phasenweise sei die Situation nicht einfach gewesen und habe ihn Kraft gekostet: „Ich habe das viel mit mir selbst ausgemacht und natürlich mit meiner Frau. Dazu kommen natürlich immer wieder Freunde und Bekannte, die Bescheid wissen wollten und das Thema so immer wieder hervorgerufen haben. Aber das war nicht schlimm. Mit Julian hatte ich zeitnah nach der WM kurz SMS-Kontakt, und dann haben wir abgemacht, dass wir mal telefonieren.“
Das knapp einstündige Gespräch habe er als sachlich und keineswegs emotional oder von oben herab empfunden – alles, was ihm wichtig gewesen sei, habe er dabei ansprechen können. Das Gespräch habe vor zehn Tagen stattgefunden. Er habe seinen Frieden mit der Situation gefunden: „Damit ist das Thema sauber erledigt“, wie er betonte. Von Nagelsmann kamen nach Baumanns Aussage versöhnliche Worte: „Es tat ihm schon leid, so wie alles am Ende gelaufen ist. Wir haben immer noch ein sehr gutes Verhältnis, das hatten wir auch schon damals. Da werden dann sportliche Entscheidungen akzeptiert und somit ist das Thema für mich abgehakt.“
An seiner grundsätzlichen Bereitschaft, sich auch künftig für die Nationalmannschaft zur Verfügung zu stellen, ließ Baumann keinen Zweifel. Unter dem neuen Bundestrainer Jürgen Klopp wolle er dem DFB-Team weiterhin zur Verfügung stehen. Für Baumann bedeutet das klärende Gespräch mit Nagelsmann einen versöhnlichen Schlussstrich unter ein sportlich enttäuschendes Kapitel. Ob und in welcher Rolle er unter Klopp künftig im DFB-Tor zum Einsatz kommt, dürfte sich in den kommenden Länderspielen zeigen.
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