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FC Bayern: Drei Meilensteine für Neuer am ersten Bundesligaspieltag

Der 40-jährige Kapitän bestritt sein 600. Pflichtspiel im Trikot der Münchner

Autor: T. Rübe - 01.09.2026

Beim Bundesliga-Auftakt des FC Bayern München gegen den VfB Stuttgart hat Manuel Neuer gleich drei bemerkenswerte Karriere-Meilensteine auf einmal erreicht. Der 40-jährige Kapitän bestritt sein 600. Pflichtspiel im Trikot der Münchner, absolvierte zugleich sein 546. Bundesligaspiel und stellte mit seiner 21. Bundesliga-Saison in Folge einen Rekord auf, den es in der inzwischen mehr als 60-jährigen Geschichte der Bundesliga zuvor noch nie gegeben hatte.

Neuers Auftritt gegen Stuttgart markierte den Beginn seiner 21. aufeinanderfolgenden Erstliga-Saison. Als erster Profi in der Geschichte des deutschen Oberhauses gelang ihm damit eine ununterbrochene Serie über mehr als zwei Jahrzehnte. Lediglich Klaus „Tanne“ Fichtel kommt mit insgesamt 22 verschiedenen Bundesliga-Spielzeiten auf eine noch höhere Zahl, allerdings mit einer entscheidenden Unterbrechung: Der frühere Schalker und Bremer verbrachte 1980/81 eine Saison mit Werder Bremen in der 2. Bundesliga, ehe er ins deutsche Oberhaus zurückkehrte. Neuers Serie hingegen verlief ohne Unterbrechung.

Sein Bundesliga-Debüt hatte Neuer bereits am 19. August 2006 im Trikot des FC Schalke 04 gefeiert. Beim 1:0-Auswärtssieg gegen Alemannia Aachen blieb der damals 20-Jährige direkt ohne Gegentor. Nach seinem Wechsel zum FC Bayern im Sommer 2011 entwickelte sich Neuer auch in München zur unumstrittenen Nummer 1 und zu einer der prägendsten Figuren des Vereins.

Mit seinem 546. Bundesligaspiel rückte Neuer zugleich auf den geteilten fünften Platz der ewigen Rekordspieler-Liste vor und liegt nun gleichauf mit Mirko Votava, der für Borussia Dortmund und Werder Bremen aktiv war.

Vor Neuer stehen nur noch vier Spieler: Klaus Fichtel mit 552 Partien, Oliver Kahn mit 557 Spielen, Manfred Kaltz mit 581 Einsätzen sowie Rekordhalter Charly Körbel, der in seiner gesamten Karriere für Eintracht Frankfurt 602 Bundesligaspiele bestritt.

Damit könnten bereits in den kommenden Wochen weitere historische Marken fallen. Fichtel fehlen Neuer nur noch sieben Einsätze, Oliver Kahn zwölf. Bei normalem Saisonverlauf dürfte Neuer damit noch in dieser Spielzeit zum Torhüter mit den meisten Bundesliga-Einsätzen aufsteigen. Kaltz und insbesondere Körbels Rekord wären dagegen nur bei entsprechend vielen weiteren Einsätzen beziehungsweise einer möglichen Fortsetzung seiner Karriere über diese Saison hinaus erreichbar.

Auch mit seinem 600. Pflichtspiel für den FC Bayern stieß Neuer in einen äußerst exklusiven Kreis vor. Vor ihm hatten lediglich Thomas Müller, Sepp Maier, Oliver Kahn und Gerd Müller diese Marke im Trikot des deutschen Rekordmeisters erreicht. Bemerkenswert aus Torhütersicht: Mit Maier, Kahn und Neuer gehören gleich drei Schlussmänner zu diesem außergewöhnlichen Klub.

Neuers Zahlen unterstreichen seine außergewöhnliche Konstanz

Dabei ist nicht allein die Anzahl seiner Einsätze bemerkenswert. Auch Neuers Leistungsdaten über mehr als zwei Jahrzehnte unterstreichen seinen besonderen Stellenwert in der Geschichte des Torwartspiels.

In seinen inzwischen 546 Bundesliga-Partien kassierte Neuer im Durchschnitt lediglich rund 0,85 Gegentore pro Spiel. Unter den Torhütern mit mindestens 100 Bundesliga-Einsätzen ist das ein außergewöhnlicher Wert. Oliver Kahn folgt in dieser Statistik mit einem Schnitt von etwas mehr als einem Gegentor pro Partie.

Gegen Stuttgart feierte Neuer zudem bereits seinen 375. Sieg in der Bundesliga – ebenfalls eine historische Bestmarke.

Gerade diese Zahlen zeigen, dass Neuers Karriere nicht allein von ihrer außergewöhnlichen Länge geprägt ist. Der Torhüter konnte sein Leistungsniveau über nahezu zwei Jahrzehnte auf höchstem Niveau halten und war dabei Teil einer Bayern-Mannschaft, die insbesondere seit seinem Wechsel 2011 die Bundesliga über weite Strecken dominierte.

Bei den Zu-null-Spielen gehört Neuer ebenfalls zu den herausragenden Torhütern der Bundesliga-Geschichte. Schon bei seinem Debüt in Aachen blieb er ohne Gegentreffer, und auch mehr als 20 Jahre später zählt das Verhindern von Gegentoren weiterhin zu den Konstanten seiner Karriere.

Neuer selbst misst den Rekorden nur geringe Bedeutung bei

Trotz der historischen Tragweite seiner Serie zeigte sich Neuer im Gespräch mit Sky gewohnt zurückhaltend. Die Bundesliga-Rekordmarke sei zwar etwas Besonderes, er selbst lege jedoch keinen allzu großen Wert auf Zahlen und Statistiken. Wichtiger sei es ihm, der Mannschaft weiterhin helfen zu können – und genau das wolle er auch in dieser Saison unter Beweis stellen.

Zur allgemeinen Stimmung innerhalb des Teams äußerte sich der Bayern-Kapitän ausgesprochen positiv. Es sei wunderschön, in dieser Mannschaft zu spielen, der Hunger sei weiterhin riesig. Genau diese Energie gebe ihm zusätzliche Motivation, auch mit 40 Jahren weiter für den Verein und seine Fans aufzulaufen.

Bereits im Vorfeld des Saisonauftakts hatte Neuer im Rahmen des traditionellen Lederhosen-Fotoshootings der Münchner betont, dass für ihn nach wie vor wenig an die Vorfreude auf eine neue Spielzeit herankomme. Das Bundesliga-Eröffnungsspiel sei stets etwas Besonderes, auch die Atmosphäre in der Allianz Arena spiele dabei eine große Rolle. Den kurz zuvor gewonnenen Supercup gegen Borussia Dortmund bezeichnete Neuer zudem als gute „Wasserstandsmeldung“ für den Saisonstart.

Eine der prägendsten Torwartkarrieren der Fußballgeschichte

Seit seinem Wechsel von Schalke 04 nach München im Sommer 2011 hat sich Neuer zu einer der prägendsten Figuren der gesamten Vereinsgeschichte entwickelt. Zahlreiche deutsche Meisterschaften, mehrere DFB-Pokalsiege sowie zwei Champions-League-Triumphe – darunter 2020 im Rahmen des historischen Triples – unterstreichen seine außergewöhnliche Bedeutung für den FC Bayern.

Auch mit der deutschen Nationalmannschaft krönte Neuer seine Karriere: 2014 wurde er in Brasilien Weltmeister und anschließend mit dem Goldenen Handschuh als bester Torhüter des Turniers ausgezeichnet.

Seine Bedeutung geht dabei längst über Titel und Einsatzstatistiken hinaus. Neuer hat mit seiner offensiven Interpretation der Torhüterposition das moderne Torwartspiel über viele Jahre entscheidend mitgeprägt. Sein weites Stellungsspiel hinter der Abwehr, seine Qualität im Spielaufbau und seine Fähigkeit, als zusätzliche Anspielstation außerhalb des Strafraums zu agieren, wurden insbesondere rund um die Weltmeisterschaft 2014 zu einem internationalen Referenzpunkt für die Entwicklung der Position.

Dass Neuer nun auch statistisch immer weiter in die Spitzengruppe der Bundesliga-Geschichte vorstößt, ist deshalb mehr als nur eine Ansammlung von Rekorden.

Mit seinem 600. Pflichtspiel für den FC Bayern, seiner 21. Bundesliga-Saison in Folge und inzwischen 546 Bundesligaspielen unterstreicht Neuer einmal mehr seinen Status als eine der prägendsten Torwart-Figuren des deutschen Fußballs.

Die nächsten historischen Marken liegen bereits vor ihm: Klaus Fichtel und insbesondere Oliver Kahn könnte Neuer schon im Verlauf dieser Saison überholen. Die Frage nach Charly Körbels Rekord von 602 Bundesliga-Einsätzen dürfte dagegen eng damit verbunden sein, wie lange Neuer seine Karriere noch fortsetzt.

Allzu viel deutet derzeit allerdings nicht auf eine weitere Spielzeit hin. Neuer hatte bereits vor Saisonbeginn erklärt, dass es „stark danach“ aussehe, dass er seine Karriere nach dieser Saison beendet.

Sollte es tatsächlich seine letzte Spielzeit werden, könnte sie dennoch noch einmal eine historische werden – und Manuel Neuer seine außergewöhnliche Karriere mit weiteren Bundesliga-Rekorden abschließen.


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