Weniger schlagzeilenträchtig als manch andere Personalie dieses Sommers, aber sportlich hochinteressant ist der Fall von Pascal Loretz. Der 23-jährige Schweizer Torhüter, geboren am 1. Juni 2003 in Luzern, hat sein erstes Auslandsengagement angetreten – Ziel ist Hannover 96 in der 2. Bundesliga. Dort war man nach der beendeten Leihe von Nahuel Noll auf der Suche nach einem Stammtorhüter und musste umplanen, nachdem sich der beabsichtigte Transfer von Matheo Raab von Union Berlin nicht realisieren ließ. Die Eisernen sind hochzufrieden mit dem als Back-up für Frederik Rönnow eingeplanten Torhüter und wollten ihn nur bei einem entsprechend lukrativen Angebot ziehen lassen. Das konnten und wollten die 96er wiederum nicht stemmen.
Neben Raab beschäftigte sich der Klub aber auch unter anderem mit Florian Kastenmeier und sogar Stefan Ortega. Konkret wurden diese Pläne aber nicht insofern, als dass sich ein etwaiger Transfer auf der Zielgerade befunden hätte. Nun ist die Wahl offiziell auf Pascal Loretz gefallen.
Vom Eigengewächs zum Stammkeeper
Loretz ist ein echtes Eigengewächs des FC Luzern: Bereits 2021 in den Profikader integriert, feierte er im Februar 2023 sein Profidebüt und etablierte sich nach dem Weggang der damaligen Nummer eins, Marius Müller, als unangefochtene Nummer eins. Insgesamt bestritt er für die Innerschweizer 121 Super-League-Partien und blieb dabei 27-mal ohne Gegentor. Auf internationaler Ebene durchlief er die Schweizer U21-Nationalmannschaft und wurde auch bereits mehrfach für die A-Nationalmannschaft nominiert, wartet dort aber noch auf sein Debüt. Bei der WM steht der junge Torhüter nicht im Kader der Nati.
Interessant ist die Vorgeschichte: Bereits vor rund einem Jahr wurde Loretz mit Borussia Mönchengladbach in Verbindung gebracht. Damals reagierte der Torhüter selbst betont zurückhaltend und machte deutlich, ein Wechsel müsse aus Entwicklungssicht Sinn ergeben – ohne die klare Aussicht auf Spielpraxis werde er den Schritt nicht wagen. Bei Gladbach sah er diese Voraussetzung damals nicht gegeben und wäre realistisch betrachtet zunächst hinter Moritz Nicolas und Jonas Omlin lediglich die Nummer drei gewesen. Selbst nach der Leihe Omlins zu Bayer 04 Leverkusen wäre Loretz als Nummer zwei ohne hinreichende Aussicht auf Spielzeit in Gladbach gewesen.
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