Da war er nun wieder: Mathias Hain, Keeper der Kicker aus St. Pauli. Dienstälteste Nummer 1 der 2. Liga und Mitwirkender beim erfolgreichen Saisonauftakt der Hamburger. Sogar vom Aufstieg wurde hinter vorgehaltener Hand schon getuschelt. Noch einmal in der 1. Liga zu spielen wäre für Hain, mittlerweile schon 36 Jahre alt, sicherlich ein schöner Karriereausklang. Doch dafür mussten die Hamburger erst einmal beim direkten Konkurrenten Arminia Bielefeld bestehen. Und Spiele gegen Bielefeld sind für Matthias Hain immer eine ganz besondere Angelegenheit, schließlich spielte der Hamburger Schlussmann beinahe 8 Jahre auf der Alm, war Kapitän der Mannschaft und wurde bei seinem Abschied begeistert von den Fans zum Spieler der Saison gewählt. Dass er noch immer höchstes Ansehen in Westfalen genießt, bewies neben den ausufernden „Matze Matze“-Fanchören auch die Tatsache, dass ihm prominente Begleitung zur Seite gestellt wurde. Yannick Schonz, Sohn des allseits beliebten Bielefelder Zeugwarts Rainer Schonz, hatte sich die Hand des Pauli-Keepers geschnappt und geleitete ihn routiniert aufs Spielfeld. Hain zeigte sich dementsprechend höchst erfreut, denn auch mit dem Bielefelder „Nachwuchs“ verbinden ihn viele Erinnerungen: "Wir haben Yannick in der Kabine mit großgezogen, da musste jeder mal Vaterpflichten übernehmen.“
Es wurde dann auch noch Fußball gespielt, die Paulianer mussten sich Bielefeld mit 0 – 1 geschlagen geben. Hain war beim Gegentor chancenlos, verbrachte ansonsten einen ruhigen Nachmittag. Nach der zweiten Niederlage in Folge ist der Wunsch von Matthias Hain, noch einmal in der 1. Liga zu spielen, in etwas weitere Ferne gerückt. Entschädigt wurde er allerdings durch die Stimmung auf der Bielefelder Alm: die war bereits erstligareif. Und wer weiß, vielleicht war sie ja auch Ansporn für Matthias Hain.
Gabor Kiraly (foto firo)
Verrückte Eigenarten
1860 München-Torwart Gabor Kiraly ist schon ein dankbarer Zeitgenosse für die Medien. Nicht nur, dass der ungarische Keeper viel erlebt hat in seiner schon langen Karriere, sondern auch die bunte Vielfalt an Eigenarten, die er sich über die Jahre bewahrt hat, sorgen bei der ein oder anderen Zeitung oftmals für strahlende Gesichter unter den Journalisten.
Diese Woche war dann die Bild-Zeitung dran, Kuriositäten aus dem Leben von Gabor Kiraly zu offenbaren. Genau richtig hierfür war die Geschichte des verlorenen Talismans des Münchener Schlussmanns. Gerade vor dem, für ihn äußerst bedeutsamen, Pokalspiel gegen die Hertha aus Berlin verlor Kiraly seinen Glücksbringer, eine Medaille mit Marien-Bildnis. Ein schlechtes Omen also?
Glücklicherweise fand Torwart-Trainer Jürgen Wittmann das verlorene Medaillon noch rechtzeitig vor Spielbeginn. Von größter Wichtigkeit war dabei der Fundort: der Elfmeterpunkt. Derselbe Punkt, von dem Kiraly später den Elfmeter von Kacar hielt, seine Münchener Kollegen aber ihre Strafstöße allesamt verwandelten. Hatte der Talisman folglich gewirkt? Oder war es im Endeffekt doch der Klasse von Kiraly zu verdanken, das die Sechziger eine Runde weiter kommen sollten? Galileo Mystery hat sich zumindest bis heute nicht bei der Münchener Nummer 1 gemeldet.
Michael Ratajczak (foto firo)
Torhüter, du unbekanntes Wesen
Es ist einfach nicht nachzuvollziehen. Während sich unsereins beim leichtesten Kratzen im Hals erst einmal prophylaktisch wochenlang krank meldet und insgeheim schon einmal sein Testament durchgeht, ist der Düsseldorfer Schlussmann Michael Ratajczak von der etwas zäheren Sorte. Trotz Gastritis und zusätzlichem grippalen Effekt meldete sich „Rata“ fit fürs Spiel gegen Alemannia Aachen, in dem er den Kasten auch prompt sauber hielt. Erleichterung herrschte danach in Düsseldorf, fiel doch auch die etatmäßige Nummer 1 der Rheinstädter, Michael Melka, immer noch mit Zehnproblemen aus. Angespornt und unterstützt wurde Ratajczak von seinem Trainer Norbert Meier: „Ein Torwart ist schon was besonderes, für den spielt es keine Rolle ob er Brechreiz, Durchfall oder eine laufende Nase hat. Ich gehe davon aus, dass Rata am Montag dasteht und spielt!”, ließ Hobbypsychologe Meier wissen. Sicherlich nicht ohne Hintergedanken. Es zahlte sich alles aus: Ratajczak hielt seinen Kasten sauber, Düsseldorf trotzte den Aachenern einen wichtigen Punkt ab und „Rata“ weitere Pluspunkte bei Kampf um die Nummer 1 zwischen den Pfosten sammeln.