Manuel Neuer steht vor dem möglichen Karriereende. Das sagte der Torhüter selbst noch zu Beginn der Vorbereitung auf die aktuelle Saison. Konkret erklärte der 40-Jährige, dass er davon ausgehe, dass es seine letzte Saison sein könnte. Eine endgültige Entscheidung steht allerdings noch aus.
Die Nummer 1 und somit Erbe der Bayern-Ikone soll Jonas Urbig werden. Seit seinem Wechsel im Januar 2025 haben sich die Bayern bereits mehrfach öffentlich zu Urbig als Neuer-Nachfolger bekannt. Auch der Münchner Trainer Vincent Kompany zeigte sich immer wieder sehr zufrieden mit dem 23-Jährigen. Ohnehin bekam der Torhüter bereits zu Beginn seiner Zeit bei den Bayern mehr Spielzeit als ursprünglich angenommen.
Doch während die neue Nummer 1 bereits im Klub ist, könnten die Bayern auf dem Transfermarkt tätig werden müssen. Denn mit dem möglichen Karriereende Neuers würde mindestens ein Platz im Torwartteam der Bayern frei werden.
Wie nun berichtet wird, soll auch die aktuelle Nummer 3, Sven Ulreich, vor dem Ende seiner Laufbahn stehen. Bereits in der Vergangenheit war Ulreichs Werdegang eng mit dem Vertragsstatus von Manuel Neuer verbunden. So verlängerten beide Torhüter mehrfach zeitgleich ihre Verträge, zuletzt im Mai 2026 bis zum Sommer 2027.
Mit Ausnahme der Saison 2020/21 spielt der mittlerweile 38-Jährige bereits seit 2015 bei den Bayern. Damals kam Ulreich als Stammtorhüter des VfB Stuttgart an die Säbener Straße und übernahm dort die Rolle des Back-ups. Das Verhältnis zwischen Neuer und Ulreich gilt als ausgesprochen eng. Auch deswegen bildeten beide Keeper über viele Jahre ein eingespieltes Torwartteam.
Nun könnte auch das Karriereende der beiden Torhüter zeitgleich erfolgen. Medienberichten zufolge wird auch ein Rücktritt Ulreichs im kommenden Sommer für möglich gehalten. Eine endgültige Entscheidung ist allerdings noch nicht bekannt.
Sollten beide Torhüter ihre Laufbahn beenden, müssten die Bayern personell nachlegen. Gleichzeitig scheint der deutsche Rekordmeister seinem bisherigen Muster treu bleiben und einen gestandenen Torhüter als Nummer 2 verpflichten zu wollen.
Wie ursprünglich im Podcast „Bayern Insider“ berichtet wurde, haben die Münchner sowohl Finn Dahmen als auch Marvin Schwäbe als mögliche neue Back-ups auf dem Schirm. Vor allem Dahmen soll dem gesuchten Anforderungsprofil entsprechen. Konkrete Gespräche mit dem Augsburger haben dem Bericht zufolge bislang allerdings noch nicht stattgefunden.
Finn Dahmen: Vom Ersatztorhüter zum Nationalspieler
Der 28-jährige Finn Dahmen wäre der jüngere der beiden Kandidaten. Dahmen kennt sich dabei durchaus mit der Rolle der Nummer 2 aus. Denn vor seinem Wechsel zum FC Augsburg im Jahr 2023 kämpfte er beim 1. FSV Mainz 05 jahrelang vergeblich um den Posten der Nummer 1. An Robin Zentner war für den gebürtigen Wiesbadener allerdings kein Vorbeikommen. Er kennt daher durchaus die besonderen Aspekte, die die Rolle der Nummer 2 mit sich bringt.
Gleichzeitig wusste Dahmen langfristig in der Fuggerstadt zu überzeugen. Dabei war er zu Beginn der Saison 2024/25 hinter Neuzugang Nediljko Labrović zunächst nur noch die Nummer 2, nachdem seine Premierensaison in Augsburg als Stammtorhüter durchwachsen verlaufen war.
Er stellte damals einen Negativrekord auf: In seinen ersten 36 Bundesligaspielen kassierte er jeweils mindestens einen Gegentreffer. Erst in seinem 37. Bundesligaspiel, beim 6:0-Auswärtssieg gegen Darmstadt 98 im März 2024, gelang ihm seine erste Partie ohne Gegentor.
Im Winter konnte sich Dahmen den Posten des Stammtorhüters beim FCA zurückholen. Fortan ging es für ihn stetig bergauf, sodass er im August 2025 erstmals für die deutsche A-Nationalmannschaft nominiert wurde.
Dahmens Stärken liegen in seinen enormen Reflexen und seinem hervorragenden Verhalten im Eins gegen eins, sodass er vor allem in der Zielverteidigung einen großen Einfluss auf das Spiel seiner Mannschaft nehmen kann.
Häufig genug ist der Torhüter maßgeblich an den Punktgewinnen seiner Mannschaft beteiligt. In seiner stärksten Phase im Frühjahr 2025 erreichte er eine Quote an gehaltenen Bällen von knapp über 90 Prozent. Konkret lag seine Paradenquote zwischenzeitlich bei 93 Prozent. In seinen ersten elf Einsätzen nach der Rückkehr in die Startelf blieb er zudem achtmal ohne Gegentor.
Im Passspiel ist vor allem Dahmens Kurzpassspiel sehr ausgeprägt. All dies sind Faktoren, die ihn für die Bayern interessant machen.
Allerdings könnten Dahmens Chancen in der Nationalmannschaft sinken, wenn er bei den Münchnern kaum Spielzeit bekäme. Dies könnte in seinen Überlegungen durchaus noch eine Rolle spielen.
Der neue Bundestrainer Jürgen Klopp hält offenbar große Stücke auf Dahmen. Der Torhüter wurde als einziger Keeper sowohl für die ersten beiden als auch für die anschließenden beiden Länderspiele im September und Oktober 2026 nominiert. Klopp erklärte, dass er Dahmen für einen talentierten Torhüter halte, den er gerne über einen längeren Zeitraum beobachten möchte.
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