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Noah Atubolu wechselt zu Eintracht Frankfurt

Leihe mit Kaufpflicht: SC-Schlussmann wird neue Nummer 1 bei den Hessen

Autor: T. Rübe - 28.08.2026

Nach monatelangem Wechselpoker ist der Abgang von Noah Atubolu besiegelt. Der Torhüter verlässt den SC Freiburg und schließt sich Eintracht Frankfurt an. Zunächst wechselt der 24-Jährige auf Leihbasis zum Bundesliga-Konkurrenten, wobei im kommenden Sommer eine Kaufoption in Höhe von rund 13 Millionen Euro besteht. Unter bestimmten Voraussetzungen wird aus der Option eine Kaufpflicht. Gleichzeitig überwiesen die Hessen jetzt eine Million Euro als Leihgebühr. Überraschend ist der Transfer aber nicht mehr. Im Januar 2026 gab es erste Anzeichen, dass der ehemalige U21-Nationaltorhüter die Breisgauer verlassen könnte, als er seinen Berater wechselte. Dieser hatte im Frühjahr den Wechselwunsch seines Klienten hinterlegt und dem Torhüter vor allem immer wieder mit potenziellen Szenarien gelockt. Konkrete attraktive Angebote aus England blieben jedoch aus: Zwar zeigten die Aufsteiger Hull City und Coventry City Interesse, dieses erwiderte Atubolu jedoch nicht. Auch eine zwischenzeitlich diskutierte Option bei Olympique Marseille zerschlug sich.

In Freiburg konnte der Torhüter dann nicht mehr bleiben, als zum Ende der letzten Saison klar wurde, dass Mio Backhaus als Atubolus Nachfolger verpflichtet wurde. Freiburg überwies seinerseits 13 Millionen Euro. In den letzten Wochen wurde für Atubolu die Zeit langsam knapp, während sich vor fast zwei Wochen mit Eintracht Frankfurt eine neue Option auftat, nachdem Atubolu zeitgleich die Zusammenarbeit mit der Berateragentur „Epic Sports“ bereits wieder beendete und sich derzeit selbst vertritt. Um den Wechsel zu ermöglichen, verlängerte Atubolu seinen ursprünglich 2027 auslaufenden Vertrag beim SC Freiburg zunächst um ein Jahr bis 2028 – nur so konnte die Leihe an Frankfurt zustande kommen. Die Hessen unterliegen auch aufgrund einer bisher schwierigen Transferphase gewissen wirtschaftlichen Zwängen. Der Schlussmann absolvierte bereits am Donnerstag seinen Medizincheck in Frankfurt.

Eintracht-Trainer Adi Hütter machte schon vor der finalen Unterschrift deutlich, welche Rolle Atubolu einnehmen soll: „Wir haben Noah nicht als Nummer zwei geholt, sondern als Nummer eins.“ Grund für den Handlungsbedarf im Frankfurter Tor waren zuletzt erneute Unsicherheiten von Kaua Santos in der Vorbereitung, die die Torwarthierarchie der Hessen ins Wanken brachten. Schon seit Beginn seiner erneuten Amtszeit hegte der Chefcoach gewisse Vorbehalte gegenüber dem Brasilianer, versuchte ihm aber öffentlich mehrfach den Rücken zu stärken. Nach der katastrophalen Niederlage im letzten Vorbereitungsspiel gegen Brentford (0:7) mit mehreren weiteren Unsicherheiten und Patzern des Keepers senkte Hütter endgültig den Daumen.

Ein Gespräch mit Santos hat der Trainer bereits geführt, wie er in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Union Berlin bekanntgab. Der nunmehr degradierte Torhüter habe die Entscheidung professionell aufgefasst, wenngleich er nicht glücklich darüber sei. Allerdings sprach der Trainer von Zweifeln, die Santos mit seinen bisherigen Auftritten verursacht habe und weswegen man handeln musste. Ob Atubolu bereits zum Bundesliga-Auftakt bei Union Berlin zwischen den Pfosten steht, ließ Hütter zunächst offen – die Entscheidung sollte nach dem Abschlusstraining und in Absprache mit Torwarttrainer Jan Zimmermann fallen. Ebenso blieb zunächst offen, wer hinter dem Neuzugang in Zukunft die Nummer 2 sein werde.

Es deutet sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt an, dass die Rolle der Nummer zwei in der nun beginnenden neuen Saison weder von Santos noch von Michael Zetterer bekleidet werden könnte. Wie „Hessenschau.de“ am Freitag berichtete, steht Zetterer unmittelbar vor dem Wechsel zu Leeds United. Er soll noch am Wochenende nach England zum Medizincheck reisen und den Adlerträgern rund 5 Millionen Euro einbringen, wenngleich noch nicht feststeht, ob der 31-Jährige zunächst ausgeliehen wird oder den Klub sofort fest verlässt. Die Eintracht plant aber bei einem Abgang rund 5 Millionen Euro zu erlösen. Das entspricht der Summe, die Frankfurt vor einem Jahr nach Bremen für Zetterer überwies.

In Frankfurt war Zetterer in der vergangenen Saison ursprünglich als Nummer 2 hinter Santos eingeplant, doch während einer turbulenten Saison mit 22 Bundesliga-Spielen für Zetterer konnte keiner der beiden Keeper nachhaltig überzeugen, wobei beide jeweils auch unter einer nicht sattelfesten Abwehr vor ihnen litten. Neben Zetterer könnte aber auch noch Kaua Santos den Klub verlassen. Trotz eines Kreuzbandrisses im vergangenen Sommer hatte der Torhüter damals ein lukratives Angebot von Manchester United vorliegen. Die „Red Devils“ boten der Eintracht für den Keeper rund 35 Millionen Euro, doch sowohl der Torhüter als auch der Bundesligist lehnten damals ab. Eine ähnliche Summe steht derzeit nicht im Raum, ein Transfer indes ist aber möglich, denn der Keeper selbst hegt klare Stammplatzansprüche, die sich in Frankfurt nun aber nicht erfüllen würden. Die Eintracht ist dem Vernehmen nach auf einen weiteren Abgang vorbereitet und habe eine neue potenzielle Nummer 2 im Auge. Ein konkreter Name ist öffentlich noch nicht bekannt.


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