Eintracht-Trainer Adi Hütter machte schon vor der finalen Unterschrift deutlich, welche Rolle Atubolu einnehmen soll: „Wir haben Noah nicht als Nummer zwei geholt, sondern als Nummer eins.“ Grund für den Handlungsbedarf im Frankfurter Tor waren zuletzt erneute Unsicherheiten von Kaua Santos in der Vorbereitung, die die Torwarthierarchie der Hessen ins Wanken brachten. Schon seit Beginn seiner erneuten Amtszeit hegte der Chefcoach gewisse Vorbehalte gegenüber dem Brasilianer, versuchte ihm aber öffentlich mehrfach den Rücken zu stärken. Nach der katastrophalen Niederlage im letzten Vorbereitungsspiel gegen Brentford (0:7) mit mehreren weiteren Unsicherheiten und Patzern des Keepers senkte Hütter endgültig den Daumen.
Ein Gespräch mit Santos hat der Trainer bereits geführt, wie er in der Pressekonferenz vor dem Spiel gegen Union Berlin bekanntgab. Der nunmehr degradierte Torhüter habe die Entscheidung professionell aufgefasst, wenngleich er nicht glücklich darüber sei. Allerdings sprach der Trainer von Zweifeln, die Santos mit seinen bisherigen Auftritten verursacht habe und weswegen man handeln musste. Ob Atubolu bereits zum Bundesliga-Auftakt bei Union Berlin zwischen den Pfosten steht, ließ Hütter zunächst offen – die Entscheidung sollte nach dem Abschlusstraining und in Absprache mit Torwarttrainer Jan Zimmermann fallen. Ebenso blieb zunächst offen, wer hinter dem Neuzugang in Zukunft die Nummer 2 sein werde.
Es deutet sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt an, dass die Rolle der Nummer zwei in der nun beginnenden neuen Saison weder von Santos noch von Michael Zetterer bekleidet werden könnte. Wie „Hessenschau.de“ am Freitag berichtete, steht Zetterer unmittelbar vor dem Wechsel zu Leeds United. Er soll noch am Wochenende nach England zum Medizincheck reisen und den Adlerträgern rund 5 Millionen Euro einbringen, wenngleich noch nicht feststeht, ob der 31-Jährige zunächst ausgeliehen wird oder den Klub sofort fest verlässt. Die Eintracht plant aber bei einem Abgang rund 5 Millionen Euro zu erlösen. Das entspricht der Summe, die Frankfurt vor einem Jahr nach Bremen für Zetterer überwies.
In Frankfurt war Zetterer in der vergangenen Saison ursprünglich als Nummer 2 hinter Santos eingeplant, doch während einer turbulenten Saison mit 22 Bundesliga-Spielen für Zetterer konnte keiner der beiden Keeper nachhaltig überzeugen, wobei beide jeweils auch unter einer nicht sattelfesten Abwehr vor ihnen litten. Neben Zetterer könnte aber auch noch Kaua Santos den Klub verlassen. Trotz eines Kreuzbandrisses im vergangenen Sommer hatte der Torhüter damals ein lukratives Angebot von Manchester United vorliegen. Die „Red Devils“ boten der Eintracht für den Keeper rund 35 Millionen Euro, doch sowohl der Torhüter als auch der Bundesligist lehnten damals ab. Eine ähnliche Summe steht derzeit nicht im Raum, ein Transfer indes ist aber möglich, denn der Keeper selbst hegt klare Stammplatzansprüche, die sich in Frankfurt nun aber nicht erfüllen würden. Die Eintracht ist dem Vernehmen nach auf einen weiteren Abgang vorbereitet und habe eine neue potenzielle Nummer 2 im Auge. Ein konkreter Name ist öffentlich noch nicht bekannt.
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