Atubolu steckt in Freiburg in einer Sackgasse
Mindestens ebenso interessant wie die Frankfurter Torwartfrage ist inzwischen Atubolus Situation beim SC Freiburg. Der Torhüter hatte dem Klub bereits im Frühjahr signalisiert, im Sommer den nächsten Karriereschritt machen zu wollen. Vor allem die Premier League galt dabei als bevorzugtes Ziel.
Der erwartete Wechsel zu einem internationalen Topklub kam bislang allerdings nicht zustande. Nach Informationen der Süddeutschen Zeitung soll es mindestens zwei finanzstarke Interessenten aus der Premier League gegeben haben, die für die Spielerseite jedoch offenbar nicht attraktiv genug waren. Auch das zwischenzeitlich kolportierte Interesse des SSC Neapel führte bislang zu keinem Transfer. Zusätzlich soll sich Atubolu am vergangenen Sonntag von seiner erst im Winter engagierten Berateragentur getrennt haben.
Währenddessen hat Freiburg längst Fakten geschaffen. Der Sport-Club verpflichtete Mio Backhaus von Werder Bremen und investierte laut Süddeutscher Zeitung rund zwölf Millionen Euro in den neuen Stammkeeper. Für Atubolu war ursprünglich eine Ablöse in der Größenordnung von etwa 20 Millionen Euro erwartet worden.
Wie weit Atubolu beim SC inzwischen von der sportlichen Planung entfernt ist, zeigt sein Sommer: Zum Trainingsauftakt arbeitete er zunächst separat, ins Trainingslager nach Schruns reiste er nicht mit. Inzwischen trainiert er zwar wieder mit der Mannschaft, gehört aber auch nicht zum Freiburger Aufgebot für das Conference-League-Qualifikationsspiel beim FC Motherwell.
Noch deutlicher ist die sportliche Perspektive: Selbst wenn bis zum Ende der Transferperiode kein Wechsel zustande kommt, soll nach Informationen der Süddeutschen Zeitung keine Rückkehr Atubolus ins Freiburger Tor vorgesehen sein. Backhaus ist als neue Nummer 1 eingeplant.
Frankfurt könnte plötzlich für beide Seiten passen
Damit hat sich die Ausgangslage innerhalb weniger Wochen erheblich verändert. Atubolu wollte Freiburg eigentlich für einen internationalen Topklub verlassen. Nun muss er zunehmend eine Lösung finden, um nicht zumindest vorübergehend ohne Spielpraxis zu bleiben. Gleichzeitig sucht Frankfurt nach mehr Stabilität auf einer Position, die ursprünglich gar nicht mehr verändert werden sollte.
Genau deshalb könnte die Eintracht plötzlich zu einer für beide Seiten interessanten Lösung werden. Atubolu könnte in der Bundesliga bleiben und unmittelbar um die Position der Nummer 1 spielen. Frankfurt wiederum bekäme einen jungen deutschen Torhüter, der bereits auf hohem Bundesliga-Niveau gespielt hat und noch Entwicklungspotenzial besitzt.
Ein Selbstläufer ist der Transfer dennoch nicht. Freiburg wird seinen Torhüter ein Jahr vor Vertragsende nicht unter Wert abgeben wollen, während die Eintracht auch auf anderen Positionen investieren muss. Entscheidend dürfte deshalb sein, wie weit sich die Vorstellungen der Klubs bei der Ablösesumme annähern.
Für Kauã Santos hätte eine Verpflichtung Atubolus ebenfalls weitreichende Folgen. Sollte Frankfurt tatsächlich einen neuen Stammkeeper holen, dürfte auch über die Zukunft des Brasilianers neu gesprochen werden müssen.
Noch ist der Wechsel also keineswegs beschlossen. Doch die Konstellation ist inzwischen bemerkenswert: Frankfurts Suche nach einer verlässlichen Nummer 1 trifft auf Atubolus zunehmend festgefahrene Situation in Freiburg. Genau das macht einen Transfer, der vor wenigen Wochen kaum absehbar war, plötzlich zu einer realistischen Option.
Kommentare (0)
Keine Kommentare vorhanden!