Hans-Peter Berger spielt in der aktuellen Saison beim österreichischen Erste Liga-Verein FC Trenkwalder Admira. Nach sechs Jahren in der zweiten Spielstufe bei WSG Wattens, BSV Bad Bleiberg, LASK Linz und SV Ried feierte er mit Ried in der Saison 2004/05 den Meistertitel in der Ersten Liga und den Aufstieg in die Bundesliga. Im Sommer 2008 wechselte der Torhüter vom SV Ried nach Portugal zum Leixões SC. Nach zwei Saisonen auf der iberischen Halbinsel wechselt Hans-Peter Berger in der Sommerpause 2010 zurück nach Österreich zum FC Trenkwalder Admira. Bei torwart.de erzählt der Keeper wie seine Zeit in Portugal gelaufen ist und was seine Ziele für die nächsten Jahre sind.
torwart.de: Nach zwei Jahren heißt es wieder Österreich für dich. Wie bewertest du die Zeit in Portugal?
Hans-Peter Berger: Es waren zwei tolle Jahre, vor allem vom Sportlichen für die Mannschaft. In der ersten Saison machte ich zwar 18 Spiele im Cup, aber in der Liga leider keine, weil der portugiesische Nationaltorwart Beto vor mich saß. Aber im zweiten Jahr kam dann ein spanischer Trainer und der vollzog zur Winterpause dann einen sofortigen Torwartwechsel, sodass ich doch noch auf meine Einsätze dort kam.
torwart.de: Wie kam es eigentlich zum Wechsel nach Portugal?
Berger: Ich wollte schon immer ins Ausland. Mein damaliger Klub in Österreich wusste das auch. Sobald ein Angebot kommen sollte, wäre ich weg gewesen. Dies kam dann auch mit einer guten Perspektive in Portugal und ich habe das sofort angenommen.
torwart.de: Also keine Flucht über die verpasste Chance bei der EURO dabei zu sein?
Berger: Ah, auf keinen Fall. Ich wollte natürlich im eigenen Land dabei sein, durch meine Verletzung, die mir Alexander Zickler damals zufügte, konnte ich nur noch vier bis fünf Spiele machen. Das war dann leider zu kurz um mich zu beweisen, aber dennoch schade.
torwart.de: Und dann kam Portugal.
Berger: Ja, das Angebot und der anschließende Wechsel kamen zum richtigen Zeitpunkt.
torwart.de: Wie stark hast du die Liga erlebt?
Berger: Die Liga ist vielleicht einen Tick schwächer als Deutschland. Aber vor allem im technischen Bereich stärker. England, Spanien, Italien, Deutschland und dann kommt auch schon Portugal.
torwart.de: Woran liegt diese technische Überlegenheit?
Berger: Unzählige Brasilianer kommen hierher und spielen natürlich einen attraktiven Fußball. Die Portugiesen gehen ihrerseits dann ins Ausland.
torwart.de: Und auf der Torwartposition?
Berger: Der Torhüter hier muss viel offensiver spielen, da das ganze Spiel so ausgerichtet ist. Deshalb passieren ihm auch häufiger kleinere Fehler. Aber das lässt sich nicht vermeiden. Generell ist das Torwartniveau sehr gut hier.
torwart.de: Obwohl du so begeistert klingst, ging es dennoch zurück.
Berger: Ich hatte zwei bis drei Angebote in Portugal, aber überall hätte ich nicht spielen können. Deshalb nun der Schritt nach Österreich.
torwart.de: Dort wirst du aber in der zweiten Liga spielen.
Berger: Manchmal muss man einen Schritt zurück gehen, um etwas zu erreichen.
torwart.de: Wie schätzt du das Niveau in Liga zwei denn ein?
Berger: Letztes Jahr war das eine ziemlich einseitige Sache, dieses Jahr gibt es einige starke Teams, die es sicherlich nicht einfach machen werden.
torwart.de: Und deine Zielsetzung?
Berger: Wir wollen natürlich aufsteigen, das ist klar. Aber wir haben eine gute Mannschaft und ich bin überzeugt davon.
torwart.de: Gibt es denn noch den Traum "Nationalmannschaft" für dich?
Berger: Klar, aber momentan muss ich mich erst in der zweiten Liga beweisen. Danach kann ich weitersehen. Aber vom Radar ist das nicht...