Rein statistisch betrachtet wären 21,7 Gegentore für Königsblau bisher erwartbar gewesen (Expected Goals against). Dies spricht nicht nur für einen stabilen Abwehrverbund, sondern auch für einen stark agierenden Torhüter – und das ist Loris Karius in dieser Saison definitiv. Viele sprechen bei dem 32-Jährigen vom besten Torhüter der 2. Bundesliga. Darüber hinaus gab es in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder Stimmen, die den ehemaligen Mainzer auch im Kreise der Nationalmannschaft sehen wollen. Das wäre vor einem Jahr noch undenkbar gewesen. Erst Mitte Januar 2025 kam Karius zum FC Schalke 04, nachdem sich auf der Torhüterposition auch durch Verletzungen wieder einmal keine Ruhe einstellte. So wurde der damals vereinslose Torhüter verpflichtet, nachdem sein Vertrag bei Newcastle United im Sommer 2024 nicht verlängert worden war. Bei den "Magpies" war er lediglich die Nummer 3 und absolvierte nur zwei Partien.
Auf Schalke wurde es für ihn deutlich besser. Zwar war Karius hinter Justin Heekeren zunächst die Nummer 2, konnte sich aber nach einer Verletzung seines Konkurrenten durchsetzen und über die letzten Monate hinweg nicht nur stabilisieren, sondern seiner Karriere auch neuen Schwung verleihen. Vor allem in dieser Saison agiert Karius sehr sicher, besonders in den klassischen Bereichen des Torwartspiels. In dieser Spielzeit verzeichnete der 1,90 m große Schlussmann bisher 45 Paraden und konnte starke 74 % der Schüsse auf sein Tor abwehren. Gleichzeitig ist Karius nicht der fußballerisch stärkste Torwart. Dennoch ist sein Einfluss auf die Mannschaft unbestreitbar groß.
Daher sorgt die neueste Meldung aus Gelsenkirchen für Besorgnis, denn in dieser Woche konnte der Torwart bisher nur individuell trainieren. Auch wenn sich der Klub bisher nicht konkret zu seiner Nummer 1 geäußert hat, ist die Sorge vorhanden, dass Karius im Auswärtsspiel bei Holstein Kiel nicht wird auflaufen können. Noch ist eine Zwangspause des Stammtorhüters nicht definitiv, doch es bleibt wenig Zeit für Verein und Keeper. Ebenso droht der wichtige Abwehrspieler Nikola Katic auszufallen.
Für Karius könnte Kevin Müller zu seinem Debüt für Schalke kommen. Der 34-jährige langjährige Stammtorwart des 1. FC Heidenheim kam im Winter auf Leihbasis vom Bundesligisten bis zum Saisonende zu den Knappen. Diese Leihe wurde notwendig, da Justin Heekeren den Klub endgültig verließ und zum RSC Anderlecht wechselte. Müller wiederum sollte Heidenheim verlassen, da er dort nach der Leihe von Diant Ramaj nur noch die Nummer 2 war, was zu medial bekannten internen Missstimmungen führte. Nach der Winterpause fiel Müller in der Hierarchie sogar hinter Talent Frank Feller auf Position 3 zurück. Heidenheims Geschäftsführer Holger Sanwald gab daraufhin den Weg für einen Wechsel frei. Nun könnte Müller zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz in dieser Saison kommen – wenn auch für seinen neuen Arbeitgeber.
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